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Krumbad

29.08.2017

Einfühlsame Reise in die Welt des Vergessens

Der Theaterverein Krumbach beeindruckte mit einer Bühnenadaption des Erfolgsstreifens „Honig im Kopf“ von Til Schweiger das Publikum.
Bild: Claudia Bader

Der Theaterverein Krumbach brachte den Film „Honig im Kopf“ in einer beeindruckenden Weise auf die Bühne.

Einen Fernseh- und Kinofilm, noch dazu einen der erfolgreichsten der zurückliegenden Jahre, auf die Bühne zu bringen, ist ein mutiges Unterfangen. Der Theaterverein Krumbach hat es gewagt. Mit der Bühnenadaption des Erfolgsstreifens „Honig im Kopf“ von Til Schweiger haben die Hobby-Akteure um Spielleiterin Gisela Reichhard ins Schwarze getroffen. In einer fesselnden Aufführung beleuchten sie das aktuelle Thema Alzheimer einfühlsam sowie mit Respekt, menschlicher Wärme und gerade-zu ansteckendem Sinn für Humor.

Wertet man den bei der ausverkauften Premiere im Theaterstadel Krumbad gespendeten Applaus, dann hat das Ensemble mit dieser Aufführung einen Volltreffer gelandet, der die Besucher aller Altersstufen rührte und in seinen Bann zog - mal mit lachenden, dann wieder mit fast weinenden Augen. Denn obwohl immer mehr Menschen davon betroffen sind, wird das brisante Thema Alzheimer viel zu oft unter den Teppich gekehrt. Nicht bei der Familie Rosenbach. Denn die elfjährige Tilda (Martina Schätzthauer) liebt ihren Großvater Amadeus (Walter Paul) auf besondere Weise. Als dieser nach dem Tod seiner Frau völlig verwirrt ist, hat die Enkelin dafür stets Verständnis und bringt ihm in ihrer kindlichen Art viel Geduld und Verständnis für den „Honig im Kopf“ entgegen. Denn für sie und ihre Freunde ist Opa Amadeus einfach nur cool und witzig.

Sohn Niko (Günther Jan) ignoriert das seltsame Verhalten seines Vaters zunächst: „Es ist alles in Ordnung mit ihm.“ Doch als der alte Mann auch in Alltagssituationen mehr und mehr schusselig und erinnerungslos wird und das Familienleben ganz schön durcheinanderbringt, ist Schwiegertochter Sarah (Marie Grygarova) mit ihren Nerven bald völlig am Ende. Auf Anraten der Ärztin beschließen die Eheleute schließlich schweren Herzens, den dementen Großvater in ein Heim zu bringen. Doch da-mit ist Tilda alles andere als einverstanden. Kurzerhand entführt die Enkelin ihren geliebten Opa, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen: noch einmal Venedig sehen.

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Als er von seiner kleinen „Principessa“ mit auf die Reise genommen wird, ist Amadeus Rosenbach plötzlich mittendrin in einem Abenteuer, das er sichtlich genießt. Auf einer rasch verwandelten Bühne präsentieren die Krumbacher Hobby-Akteure die einzelnen spannenden Szenen in hervorragendem Zusammenwirken wie am laufenden Band. Der nächtlichen Flucht im Auto der Familie schließen sich die von einer Notbremsung jäh unterbrochene Zugreise sowie eine spannende Fahrt im Viehtransporter und der Aufenthalt bei Nonnen an. Als Großvater und Enkelin endlich in Venedig ankommen, sind die Eltern bereits vor Ort und bringen dem kranken Opa ebenfalls Verständnis und Liebe entgegen. Der die tief gehende Aufführung beendende Satz: „Alzheimer-Menschen fühlen viel mehr als wir glauben“ löst zunächst Nachdenken aus, das in tosenden Applaus für die Akteure des Theatervereins Krumbach übergeht.

Neben den hervorragend agierenden Hauptakteuren sowie Erzählerin Lara Schorer tragen Gabi Fetschele, Inge Merk, Emmi Gemsa, Brigitte Schuhwerk, Gertraud Killi, Gabriel Alfonso, Andreas Schmiedel zum Gelingen der Aufführung bei.

Während Erwin Streicher für den Bühnenbau sowie Michael Reichhard für die Technik verantwortlich zeichnen, sitzt Rosi Schätzthauer im Souffleurkasten.

Die weiteren Spieltermine sind am Freitag, 1. September um 19 Uhr sowie Sonntag, 3. September, um 16 Uhr.

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