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Projekt

29.12.2020

Grünes Licht für großen Hallenbau in Memmenhausen

Am nordwestlichen Ortsrand von Memmenhausen plant ein dort ansässiger Landwirt den Bau einer großen Halle zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung. Deshalb musste er eine Einbeziehungssatzung errichten lassen, die einstimmig beschlossen wurde.
Bild: Eugen Riedler

Bauherr muss eine Einbeziehungssatzung erstellen lassen. Diskussion um die Beteiligung an Verwaltungskosten

Bei der letzten Sitzung des Jahres 2020 des Aichener Gemeinderates ging es hauptsächlich um Bauangelegenheiten, wie Bebauungspläne, Stellungnahme und Bauanträge. Bis auf den Bebauungsplan „Gewerbegebiet – Im Grund 2“ in Obergessertshausen passierten die Tagesordnungspunkte stets einstimmig das Gremium. Für Diskussionen sorgte der geplante Bau einer Halle mit Hackschnitzellager.

Nach kurzer Begrüßung und einleitenden Worten des Bürgermeisters übergab dieser das Wort an Architekt Eugen Riedler aus Langenneufnach. Dieser trug detailliert die im Dezember 2020 vom Gemeinderat beschlossene Aufstellung einer Einbeziehungssatzung „Nordwestlicher Ortsrand Memmenhausen – Am Felber“ im vereinfachten Verfahren vor.

Diese war notwendig, weil der dort ansässige Landwirt eine Halle außerhalb der Ortsabrundung für Memmenhausen errichten will, die land- und forstwirtschaftlich genutzt werden soll. Grundsätzlich besteht für die Landwirtschaft eine Privilegierung nach dem Baugesetzbuch, nicht aber für das geplante Hackschnitzellager. Da die Halle auch gewerblich genutzt werden könnte, ist für diese eine Ausgleichsfläche auszuweisen.

Die Halle mit den Maßen 30 auf 53,3 Meter, so Riedler weiter, soll an der Nordseite der Teilfläche des Grundstückes 332 errichtet werden. Die Traufhöhe beträgt acht, die Firsthöhe zwölf Meter.

Es sind laut neuer Satzung nur Sattel- und Pultdächer mit einer Neigung zwischen zehn und 25 Grad zulässig. Der Neubau soll ein Satteldach mit 15 Grad Neigung bekommen und mit Trapezblech gedeckt werden. Er wird entweder mit einem nicht-reflektierenden Blech oder einer Holzschalung beplankt werden.

Eingriffe ins Gelände sollten möglichst vermieden werden. Die Zufahrtsbereiche müssen mit wasserdurchlässigen Materialien befestigt werden. Die Erschließung findet über die vorhandene Hofstelle statt. Eine Wasserversorgung ist nicht erforderlich. Die anfallenden Dachwässer werden zur Versickerung in Rohrrigolen eingeleitet. Eine Rigole ist ein unterirdischer Pufferspeicher, der eingeleitetes Regenwasser aufnimmt und doch versickert. Dazu wird diese mit Kies ausgefüllt. Die Emissionen, ausgehend von der benachbarten Zimmerei und der gemeindlichen Kläranlage, sind vom Bauherrn hinzunehmen, so Riedler abschließend.

Bürgermeister Kling informierte dann die Räte: Wenn diese Einbeziehungssatzung beschlossen werde, müssten auch Bebauungs- und Flächennutzungsplan geändert werden. Darauf wollte Matthias Baur wissen, ob die Gemeinde für diese erhöhten Verwaltungskosten etwas verlangt. Bisher wurde nichts berechnet, antwortete der Gemeindechef. Dazu meinte Dritter Bürgermeister Joachim Leitenmayer, bevor man über den Bauantrag abstimme, sollte dieser Punkt geklärt werden, obwohl er nicht auf der Tagesordnung stehe.

Es entspann sich eine rege Diskussion, wie hoch die Kosten für die Verwaltung bei Planänderungen sein könnten. Diese kann man nicht grundsätzlich festlegen, da sie von Fall zu Fall und je nach Arbeitsaufwand verschieden hoch seien. Thomas Schmid war der Meinung, dass die Gemeinde doch Interesse habe, dass im Dorf weiter gebaut werde, deshalb solle der Bauherr nicht noch zusätzlich finanziell belastet werden.

Architekt Riedler warf ein, dass manche Kommunen Pauschalen für Planaufstellungen und -änderungen verlangen. Darauf nochmals Leitenmayer: Die Gemeinde stellt doch auch für den Eigenbedarf Bebauungs- und Flächennutzungspläne auf. Diese werden von der Verwaltung auch nicht extra berechnet, zudem sei die Verwaltung ohnehin da. Eine Abrechnung nach Aufwand, so Christian Smetana, sei ein enormer Rechnungsprozess, da jede Kleinigkeit aufgeführt werden müsse. Letztendlich kam man zu der Auffassung, dass das Thema zuerst vorbereitet werden müsse, damit man im Detail darüber beraten könne. Mit 11:0 Stimmen wurden Satzung und Bauantrag beschlossen, wobei Daniel Fendt von beiden Abstimmungen wegen Befangenheit ausgeschlossen war.

Zur bereits vollzogenen Erweiterung eines Einfamilienhauses im Kohlstattweg von Obergessertshausen stellte der Eigentümer einen Antrag. Der Gemeinderat stimmt mit 12:0 Stimmen zu.

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