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Krumbach

30.10.2020

Günstige Wohnungen sind in Krumbach Mangelware

Wenn es ums Thema Wohnen geht prallen Wunsch und Wirklichkeit in Krumbach manchmal hart aufeinander.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Die Krumbacher Stadtimmobilien betreuen derzeit 74 Wohneinheiten. Einige sind in schlechtem Zustand. Ob sich eine Sanierung überhaupt lohnt, ist fraglich.

Bereits in einer der vergangenen Stadtratssitzungen forderte die SPD-Fraktion von der Stadt größere Initiative zur Bereitstellung von mehr bezahlbarem Wohnraum (wir berichteten). In ihrem traditionellen Jahresbericht zeigte Astrid Schütt-Vater, Vorstand der Krumbacher Stadtimmobilien AdöR, bei der jüngsten Sitzung auf, dass in dieser Richtung viel getan wird, manches aber an den finanziellen Möglichkeiten scheitert beziehungsweise nicht so schnell vorangeht, wie es wünschenswert wäre.

Die Krumbacher Stadtimmobilien betreuen derzeit 74 Wohneinheiten und 14 Garagen, führte Schütt-Vater aus. Darin enthalten seien auch Grundstücke mit abbruchreifen Doppelhaushälften. In seinen Sitzungen habe der Verwaltungsrat der Stadtimmobilien darüber zu entscheiden, ob saniert wird oder die Grundstücke zum Verkauf angeboten werden. Die Überprüfung von drei Grundstücken im Höllgehau brachte das Ergebnis, dass diese wegen ihrer Größe für eine größere Wohnungsbebauung nicht geschaffen sind und damit die Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen nicht gegeben wäre. Die Grundstücke wurden zum Verkauf angeboten mit der Auflage, die alte Bebauung abzureißen und eine neue Bebauung bis Ende des Jahres 2023 vorzunehmen. Sie persönlich freue es, betonte Schütt-Vater, damit jungen Familien den Wunsch auf ein Eigenheim erfüllen zu können.

Ist kein Geld da für bezahlbaren Wohnraum in Krumbach?

Ansonsten befinde sich im Besitz der Krumbacher Stadtimmobilien nur noch eine vermietete Doppelhaushälfte im Höllgehau mit einer Gesamtfläche von 58 Quadratmetern. Der verbleibende Wohnungsbestand des Unternehmens befinde sich vor allem im Kammelweg sowie in der Markgrafenstraße und im Pappelweg. Einige Gebäulichkeiten seien nicht mehr zu erhalten. Des Weiteren gäbe es Leerstände in Wohnungen wegen ihres schlechten Gesamtzustandes. Für deren Renovierung sei ein hoher finanzieller Aufwand notwendig, da sie auf einen zeitgemäßen Standard gebracht werden müssten. Es stünden deshalb Überlegungen an, ein Gesamtkonzept zu erstellen, in welches auch die Baugenossenschaft Krumbach eG miteinbezogen werden soll, da auch hier Gebäudlichkeiten nicht mehr sanierbar sind. Neuen Wohnraum zu schaffen mit bezahlbaren Mieten ist ein Kraftakt für jedes Unternehmen, da sich das Bauen durch gesetzliche Auflagen mittlerweile sehr verteuert habe, sprach Schütt-Vater an.

Auf die Frage von Stadtrat Peter Tschochohei ( SPD), wie viel Wohnungsgesuche das kommunale Unternehmen momentan auf dem Schreibtisch habe und wie viele Objekte angeboten werden können, antwortete die Vorständin, dass momentan eine sehr lange Warteliste bestehe. Überhaupt seien zurzeit keine Wohnungen frei.

Wann eine Wohnung kostengünstig sei, wollte 3. Bürgermeister Klemens Ganz (UFWG) wissen. Aus ihrer Erfahrung berichtete Schütt-Vater, sei dem so, wenn man pro Quadratmeter nicht mehr als fünf Euro bezahlen müsse. Das sei im Großen und Ganzen die „Schmerzgrenze“. Was Mieter veranlasse eine Wohnung freizumachen, fragte Tschochohei. Im Grunde würden Wohnungen nur frei, meinte Schütt-Vater, wenn jemand stirbt beziehungsweise seine Wohnung kündige. Derzeit stelle man fest, dass die Nachfrage nach größeren Wohnungen (ab 4 Zimmer-Küche-Bad) bestehe.

Es gibt noch immer Wohnungen mit Kohle- oder Ölheizungen

Woher die Mieter kommen, interessierte Stadträtin Johanna Herold (CSU). Das sei unterschiedlich, erklärte die Vorständin. Es würden aber auch viele Notfälle vorstellig. Da gäbe es zum Beispiel alleinstehende Frauen, die wegen häuslicher Gewalt ausziehen müssten. Man könne aber nur mit gutem Gewissen Wohnungen vermieten, wo tragbare Wohnungsverhältnisse vorhanden sind. Im Wohnungsbestand gibt es immer noch Wohnungen mit Kohle- oder Ölheizungen sowie stromintensiven Boilern in den Bädern. So etwas „gehe heute nicht mehr“, betonte Schütt-Vater.

Vorstand Schütt-Vater zeigte, dass seit ihrem Eintritt in das Unternehmen im Jahr 2011 schon viel getan wurde. Weiterhin sei das Kommunalunternehmen ständig am Renovieren und Sanieren. Ganz klar könne man mehr machen, meinte Schütt-Vater abschließend, aber dazu fehle das Geld. Mit dem bereits erwähnten Gesamtsanierungskonzept sei man auf einem guten Weg, so ihr abschließendes Resümee.

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