Newsticker
Ämter melden 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Krumbach: Wie Abstandhalten Gottesdienste ermöglicht

Krumbach

08.05.2020

Krumbach: Wie Abstandhalten Gottesdienste ermöglicht

Mit rot-weißen Absperrbändern und roten Bodenmarkierungen werden in der Kirche St. Michael die Abstände gesichert.
2 Bilder
Mit rot-weißen Absperrbändern und roten Bodenmarkierungen werden in der Kirche St. Michael die Abstände gesichert.
Bild: Gertrud Adlassnig

Plus Gottesdienste können wieder stattfinden. Aber es gibt eine ganze Reihe von Auflagen. Wie sich beispielsweise die Krumbacher Pfarrei St. Michael darauf einstellt.

Wenn am morgigen Sonntag in den Kirchen wieder Gottesdienste stattfinden, liegt hinter den Verantwortlichen der Pfarrgemeinden eine lange Zeit der Planung und Ausarbeitung eines Sicherheitskonzeptes. In St. Michael in Krumbach beispielsweise ist Mesner Gerhard Heinisch im Einsatz: „Wir, Pfarrer Josef Baur, Kirchenpfleger Christian Seitz, die Verwaltungsleiterin der Pfarrengemeinschaft Iris Fleischer, und ich haben ein System entwickelt, mit dem wir den Gottesdienstbesuchern optimale Sicherheit bieten wollen“, erklärt er.

Die erste, offensichtliche Maßnahme: Zwei Drittel der Bänke sind durch rot-weiße Absperrbänder abgesperrt. „Das ist bei uns leider etwas unglücklich. Wir müssen zwischen jeder besetzten Bank zwei aussparen, da wir sonst den Sicherheitsabstand nicht einhalten können. Es ist ja oft so, dass manche der Gläubigen knien, während gleichzeitig in anderen Reihen Gottesdienstbesucher sitzen. Im ungünstigsten Fall würde sich der Abstand bei nur einer gesperrten Reihe auf knapp einen Meter verkürzen.“ Deshalb bleiben letztlich nur sieben Bankreihen übrig, die belegt werden können. Diese 14 Bänke haben jeweils eine Länge von vier Metern. Da musste in der Vorbereitung viel Sachverstand und Erfahrung eingebracht und ebenso viel gemessen werden.

Doch nicht nur nach vorn und hinten muss der Abstand stimmen, auch seitlich sind die anderthalb Meter einzuhalten. Auf jeder offenen Bank liegt ein erinnerndes Warnschild. Die Verantwortlichen für die Kirche wollen nichts dem Zufall überlassen.

Lediglich zwei Personen nehmen Platz

Wenn Singles in die Bank gehen, kann der Sicherheitsabstand nur dann gewahrt werden, wenn lediglich zwei Personen Platz nehmen, das wären, wenn nur Einzelpersonen kämen, gerade einmal 28 Gottesdienstbesucher.

Heinisch: „Die Gläubigen müssen sich während der Amtsstunden für den Gottesdienst anmelden. Dank der Anmeldung haben wir verlässliche Zahlen über die Besucher und wissen auch, ob es sich um Familien oder Einzelpersonen handelt. Entsprechend können wir sie den offenen Plätzen zuordnen. Und notfalls, wenn schon zu viele Anmeldungen vorliegen, können wir auf andere Gottesdienste verweisen. Jede Reihe wird von beiden Seiten aus betreten, mittig bleiben sie frei.“

Die Anmeldedaten, die einige Zeit aufgehoben werden, können Gerhard Heinisch und sein Team mehrfach nutzen. So lässt sich die Besetzung zügig und effektiv durchführen. Vor dem Gottesdienst wird nur die nordseitige Tür geöffnet, wo auch eine Desinfektionsmöglichkeit besteht.

Dort steht ein Ordner am Eingang und nimmt den oder die Besucher in Empfang. Nach dem Abgleich mit der Anmeldeliste werden sie an den zweiten Ordner weitergeleitet, der den Gläubigen ihren Platz zuweist. Um dabei anderen Personen nicht zu nahe zu kommen, müssen sich die Gottesdienstbesucher an die auf dem Boden rot angebrachten Abstandsmarkierungen halten.

Das Wissen, wer zu wem gehört

„Dank der Anmeldung wissen wir, wer zu wem gehört und sich zusammensetzen darf. Das erweitert unseren Besetzungsspielraum, wir haben ja nur die 14 Reihen, denn auch die Emporen sind komplett gesperrt.“ Ein weiterer Vorteil der telefonischen Anmeldung ist die mögliche Rückverfolgung, sollte ein Besucher später positiv getestet werden. Um auf jeden Fall einer Ansteckung vorzubeugen, wird auf konsequentes Tragen der Mund-/Nasenabdeckung geachtet.

Die Maske muss dauernd getragen werden. Der Gottesdienst wird so gestaltet, dass Gefahrenquellen, soweit erkennbar, ausgeschlossen werden. Alle Gotteslob-Bücher wurden weggeräumt, wenn überhaupt ein Lied gesungen wird, dann nur ein allgemein bekanntes und kurzes, das die Gottesdienstbesucher hinter der Maske leise mitsingen können.

Auch die Ministranten müssen während der gesamten Zeit ihre Mundmaske aufbehalten. Selbst der Lektor darf den Schutz nur zum Lesen abnehmen. Heinisch: „Eine kleine Erleichterung haben wir bei der Absicherung der Ministranten und Lektoren, denn wir haben mehrere Familien, die gemeinsam im Gottesdienst helfen und nicht auf die großen Abstände achten müssen. Da keine Kommunion ausgeteilt wird, laufen wir auch nicht Gefahr, dass die Menschen beim Anstehen oder bei der Übernahme der Hostie einem Risiko ausgesetzt werden.“

Wie es nach dem 21. Juni, Christi Himmelfahrt weitergeht, wenn wieder die Kommunion ausgeteilt werden darf, wird sich zeigen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren