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Ellzee

07.06.2019

LaBrassBanda-Trompeter Korbi: Von der Blasmusik zur Karriere

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Korbinian Weber (35) wurde in Rosenheim geboren. Er ist verheiratet und hat eine anderthalb Jahre alte Tochter.
Bild: @markota.de

Beim Bezirksmusikfest in Ellzee spielt Trompeter Korbinian „Korbi“ Weber in der Band LaBrassBanda. Wir haben mit ihm in Interview gesprochen.

Korbi, Eure Band hat sich der Musikrichtung Brass verschrieben. Steht man der Blasmusik damit noch nahe?

Korbi: „Wir in der Band kommen alle aus der Blasmusik. Ich habe mit neun Jahren bei der Dorfkapelle angefangen, bei den Band-Kollegen war es ähnlich. Dort haben wir noch immer unsere Wurzeln, und die werden wir auch nie verlieren. Wir wissen, wo wir herkommen, und das werden wir auch unser Leben lang weitertragen.“

Die Blasmusik hat allerdings nicht überall einen tollen Ruf.

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Korbi: „Es stimmt schon, gerade in der Stadt sieht man Blasmusik oft als ,altbachern’. Ich weiß nicht sicher, woher diese Ansicht kommt. Vielleicht finden sich Leute aus der Stadt einfach cooler und hören dort eher andere Musik, etwa Elektro. Auf dem Land ist die Blasmusik aber nach wie vor stark. Dort gibt es auch ein wahnsinnig starkes Vereinsleben. Gerade junge Leute haben daran viel Spaß – sie haben dort viele Gleichgesinnte, mit denen man zusammen Musik macht. Auch bei mir hat es mit der Musik damals in einer Clique angefangen. Wir waren sechs oder sieben Leute und haben zusammen Stücke gespielt. Gleichzeitig waren wir mit älteren Musikern im Verein. Das war immer eine saulustige Kombination (lacht).“

Ohne Musikverein würde er heute vielleicht in einem Büro sitzen

Das heißt, dass bei dir der Musikverein der Start in die Karriere war?

Korbi: „Hätte es den nicht gegeben, würde ich heute vielleicht in irgendeinem Büro sitzen.“

Nachwuchspflege ist also wichtig?

Korbi: „Das Wichtigste, ansonsten stirbt die Blasmusik irgendwann aus. Inzwischen gibt es dafür viele Projekte, etwa Bläserklassen in Schulen. Wo ich herkomme, gab es schon in der Grundschule in der dritten Klasse die Möglichkeit, die Blasmusik kennenzulernen. Nach der vierten Klasse können die Kinder dann entscheiden, ob sie weitermachen wollen. So oder so haben sie sich die Blasmusik zumindest einmal angeschaut.“

Die Blasmusik hat also kein Problem, junge Menschen zu begeistern?

Korbi: „Ich kann aus meiner Heimat sagen, dass es dort riesige Blaskapellen gibt. Und es werden immer mehr Junge, die daran ihre Gaudi finden.“

Ist es denn schwer für euch, mit der Heimat in Kontakt zu bleiben? Immerhin tourt ihr dieses Jahr durch die ganz Welt.

Korbi: „Ich glaube schon, dass man sich die Heimat im Herzen behält. Aber uns ist es gleichzeitig wichtig, dass wir viel in der Welt herumkommen. Wenn man sieht, wie es an anderen Orten ist, verliert man die Angst vor der Fremde und man wird weltoffener. Das spiegelt sich auch in unserer Musik wider. Wir spielen nicht nur das ,eingenagelte, stramme deutsche’. Auf unseren Reisen haben wir wahnsinnig viele Inspirationen bekommen. Nicht nur für unsere Musik. Durch solche Erfahrungen kann man auch mit Vorurteilen aufräumen. Wir wurden überall auf der Welt herzlich aufgenommen.“

Die Band LaBrassBanda besucht auf ihren Tourneen die gesamte Welt. Auch Ellzee Besucher die Musiker und spielen auf dem Bezirksmusikfest.
Bild: Stefan Bausewein

Wenn ihr durch die Welt reist, tragt ihr natürlich auch eure Identität mit euch. Haben die Menschen denn einen Bezug zu Bayern?

Korbi: „Einige kennen natürlich nicht viel mehr als Oktoberfest, Humba-Musik und das Hofbräuhaus. Aber wir versuchen schon zu zeigen, dass es noch mehr als das gibt. Wir verstecken nicht, dass wir Bayern sind. Ich glaube zwar nicht, dass wir Völkerverständiger sind. Aber ich glaube, dass Völkerverständigung sehr wichtig ist, um mit Vorurteilen aufzuräumen.“

Ihr spielt aber nicht nur in anderen Ländern, sondern gebt auch viele Konzerte in Bayern. Fühlt es sich anders an, in der Heimat zu spielen?

Korbi: „Der große Unterschied ist, dass ein Bayer weiß, was bei einem Konzert auf ihn zukommt. Ein Australier weiß das halt nicht (lacht). Es ist schon immer lustig zu sehen, wie die Zuhörer dort die ersten zehn Minuten verwirrt herumstehen und nicht wissen, wie sie die Musik einordnen sollen. Aber nach kurzer Zeit springt der Funke dann meist über. Ich könnte aber unmöglich sagen, ob es mehr Spaß macht, zuhause oder in anderen Ländern zu spielen.“

Inspiration für junge Leute

Abschließende Frage: Glaubst du, ihr könntet Vorbilder für junge Leute sein? Immerhin habt ihr über die Blasmusik den Weg zu einer großen Karriere gefunden.

Korbi: „Ich tu mir damit schwer, zu sagen, dass ich ein Vorbild für Leute bin. Aber ich glaube schon, dass die Art, wie wir spielen, inspirierend für junge Leute ist. Wir versuchen zu vermitteln, dass das Spielen Spaß macht. Manchmal höre ich aus Jugendkapellen, dass dort der Spaß manchmal fehlt. Aber der Spaß ist wichtig für das Musikmachen. Das gilt für alle Hobbys. Ob man jetzt ein Instrument oder Tennis spielt – mit Spaß kommt man weiter. Das vergisst man oft. Wir halten manchmal Kurse für Musiker. Wenn die uns fragen, was man besser machen kann, antworten wir oft: Sitzt nicht mit traurigen Gesichtern auf der Bühne, sondern freut euch darüber. Das bringt einen wahnsinnig weiter.“

Gewinnspiel: Karten für LaBrassBanda gewinnen

LaBrassBanda spielt am Mittwoch, 19. Juni, ab 20 Uhr auf dem Bezieksmusikfest Ellzee. Wir verlosen drei Mal zwei Karten für diesen Auftritt. Um an der Verlosung teilzunehmen, senden Sie eine E-Mail an unsere Adresse redaktion@mittelschwaebische-nachrichten.de mit dem Betreff Brass. Hinterlassen Sie dabei Namen und Telefonnummer. Gewinner werden per Mail kontaktiert. Bitte beachten Sie die Hinweise zum Datenschutz und Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO unter augsburger-allgemeine.de/datenschutz sowie unter 0821/777-2355.

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