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Krumbach/Landkreis

10.04.2017

Licht im Dunkel des Waldes und ein selbstverliebter Drucker

Landrat Hubert Hafner, die Preisträger Patrick Nicolas und Marc Hautmann, Marc Rogat und Bürgermeister Hubert Fischer (von links) bei der Verleihung der beiden jeweils mit 1500 Euro dotierten Kunstpreise im Mittelschwäbischen Heimatmuseum Krumbach. 

Zwei Kunstpreise zur Eröffnung der Schau des Kultvereins im Krumbacher Heimatmuseum vergeben. Was der Drucker so ausspuckt

Eine große Vielfalt an Themen und gewählten Techniken prägte die Werke der Ausstellung Kult-Kunst 2017, zu deren Eröffnung zahlreiche Interessierte ins Mittelschwäbische Heimatmuseum nach Krumbach gekommen waren. Übereinstimmend gewürdigt wurde dabei die beachtliche künstlerische Qualität der 57 von einer unabhängigen Jury ausgewählten Arbeiten. Als Preisträger gekürt wurden der Zeichner Marc Rogat, der sich über den Krumbacher Kunstpreis freuen durfte, sowie das deutsch-französische Zwei-Mann-Team Marc Hautmann und Patrick Nicolas, das den Mittelschwäbischen Kunstpreis des Landkreises Günzburg erhielt.

Musikalisch stilvoll eingestimmt wurden die Besucher durch Valentin Hansel (Gitarre) und Stefan Stöckl (Bariton-Saxofon), die als Fine Jazz Duo das Sehenswerte um Hörenswertes zu bereichern wussten.

Lila Fogelstaller, Vorsitzende des veranstaltenden Kult-Vereins, bedankte sich in ihrer Begrüßung bei Museumsleiterin Anita Roth für die gute Zusammenarbeit und bei allen beteiligten Künstlern. Sie würdigte das Engagement von Stadt, Landkreis und Sponsoren, Juroren (Andreas Birkner, Werner Bisle, Andrea Kaeuffer, Reiner Schlecker, Josef Zankl) und Helfern. Vor allem Wolfgang Mennel verdiene große Anerkennung für die gelungene Präsentation der Kunstwerke.

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Auch Landrat Hubert Hafner und Bürgermeister Hubert Fischer zollten der Schau und ihrem auch außerhalb Schwabens anerkannt hohen Leistungsniveau großen Respekt. Auf die Frage, was Kunst eigentlich sei, gebe es keine eindeutige Antwort. Vielleicht, so resümierte Hafner mit einem Zitat von Yoko Ono, „ist Kunst im Idealfall der Versuch, sich einen halben Zentimeter über dem Boden schweben zu lassen“.

Als nicht über dem Boden schwebend, aber durchaus aktiv, erweist sich der im Nazarenersaal postierte Drucker, den Marc Hautmann und Patrick Nicolas alle fünf Minuten ein Bild ausspucken lassen. Nicht Menschen sind darauf zu sehen, sondern immer nur das „Selbstporträt“ – so der Titel ihrer preisgekrönten Installation – des Gerätes selber, das sich also als unermüdliches „Arbeitstier“ erweist und dabei nur um sich selbst kreist. Für dieses durchaus ironische Spiel mit dem auch unter Kulturschaffenden nicht selten vorhandenen Narzissmus, wurden die beiden in Ulm lebenden Künstler mit dem vom Landkreis gestifteten Mittelschwäbischen Kunstpreis 2017 (dotiert mit 1500 Euro) ausgezeichnet.

Installationen gemeinsam geplant

Während der Deutsche Hautmann und der Franzose Nicolas ihre Installationen schon mehrmals gemeinsam planten und ausführten und „das ständige gegenseitige infrage stellen bei unserer Arbeit“ als durchaus fruchtbar empfinden, ist der Zeichner Marc Rogat gewissermaßen einzelgängerisch tätig. Er wurde für sein eindrucksvolles Werk „Traktorspuren im Wald“ mit dem vom Kult-Verein, der Stadt und privaten Sponsoren gestifteten Krumbacher Kunstpreis 2017 geehrt (dotiert ebenfalls mit 1500 Euro). Mit Pastellkreide auf schwarzem Untergrund lässt der in Donauwörth als Kunsterzieher wirkende feine Beobachter alltäglicher Motive eine menschenleere Waldlandschaft entstehen und setzt dabei auf ausgeklügelte Hell-/Dunkel-Kontraste.

Vielfalt und Abwechslung, sowohl thematisch wie auch hinsichtlich der gewählten Technik, kennzeichnen die gesamte Ausstellung. „Romeo und Julia“, ein opulent gestaltetes Werk von Arnold Suiter (Ölfarbe und Acryl auf Holz) lässt eine anmutige Grazie fotorealistisch mit geradezu monumental-überdimensionalen Schachfiguren hantieren. Anton Felix Müller erstellte „Der lange Weg nach Hause“ als Tackermontage auf Span. Otto Scherers im Zentrum des Nazarenersaals platzierte Plastik „New York, New York“ (Keramik, platiniert), Irmi Obermeyers „Cut“ (Öl auf Papier), Barbara Muhrs „sweet dreams“ (Acryl, Öl und Klebeband), Eva Kunzes Fotoabzug „change No. 3“ (auf Aludibond unter Acryl), Frederik Kochbecks „Geranie“ (Betonguss), Lilo Rings „Chaostage II“ (Mischtechnik), Lois Rinners „Haus, Hof und steigende Felder“ (Holzschnitt), Angelika Böhm-Silberhorns großformatiges „Kindsein im Schloss“ (Öl auf Leinwand) und Katja Zanders Kuh-Darstellungen „Gib mir einen Namen“ (Öl auf Leinwand) seien stellvertretend für alle beteiligten Künstler genannt. Bis zum 7. Mai, jeweils von Donnerstag bis Sonntag (14-17 Uhr) kann die Ausstellung im Heimatmuseum besichtigt werden.

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