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Ichenhausen

25.07.2018

Moderne Hybridtechnik im Linienverkehr

Das Unternehmen Probst Bus aus Ichenhausen nimmt den ersten Hybrid-Linienbus des Landkreises Günzburg in Betrieb. Das Fahrzeug mit Euro-6c-Motor gilt als besonders umweltfreundlich und spritsparend. Das kleine Foto ganz rechts zeigt (von links) Kundenbetreuer Michael Asum, das Inhaberehepaar Edith und Franz E. Zenker und Vertriebsleiter Marijo Sapina, daneben weiht Pater Jonas den neuen Bus. 

Das Ichenhauser Busunternehmen Probst nimmt einen neuen Omnibus in Betrieb. Dessen Motorisierung ist im Landkreis einzigartig. Warum das Fahrzeug 40 Prozent weniger Treibstoff verbraucht als sein Vorgänger

Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, Landrat Hubert Hafner und Staatssekretär Hans Reichhart überzeugten sich in Ichenhausen, was moderner Nahverkehr bedeutet: Der erste Hybrid-Niederflur-Gelenkzug ging für die Firma Probst Bus in Betrieb. Inhaber Franz E. Zenker zeigte die Vorzüge der neuen Technologie auf. 40 Prozent weniger Treibstoff soll der Hybridbus mit Euro-6c-Norm im Vergleich zum Vorgängermodell der Euro-1-Norm verbrauchen.

Zenker beschäftigte sich intensiv mit Elektromobilität. „Ich kam zu dem Entschluss, dass diese Art des Antriebes die derzeit sinnvollste im Überland-Linienverkehr ist.“

Wer die reine Elektromobilität fordere, müsse wissen, dass die Entsorgung der Batterien noch nicht gewährleistet und laut eines Berichtes in der Sendung „Plus Minus“ gefährlicher als Atommüll sei. Auch ein Euro-6-Diesel-Motor, der ständig abgestellt werde und nicht seine Betriebstemperatur erreiche, produziere mehr schädliche Abgase.

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Die Antriebstechnik, die dieser Bus hat, ist ein Elektromotor in einem Getriebe des Unternehmens ZF. Er wandelt die Bremsenergie in Strom um und speist die Zusatzbatterien. Der permanent laufende Euro-6-Motor dient nicht nur zum Antrieb, sondern erzeugt zusätzlich Strom. Der neue Citaro-Hybrid sei keine Übergangstechnik zum vollelektrischen Antrieb, vielmehr optimiere der Hersteller Mercedes-Benz mit ihm den Verbrennungsmotor auf einzigartige Weise zu maximaler Effizienz, sagte Zenker.

Energiespitze beim Anfahren - da hilft der Elektroantrieb

Ein Nahverkehrsbus benötigt die größte Energie beim Anfahren oder beim Ausfahren aus einer Haltestelle. Genau da setzt der Elektroantrieb ein. Ein rollender Bus auf der Landstraße benötigt wenig Energie, daher hat der Bus einen deutlich geringeren Spritverbrauch. „Ich bin der Meinung, dass wir auch künftig nicht ohne Verbrennungsmotor auskommen werden“, sagte Zenker.

Landrat Hubert Hafner freut sich, dass die moderne Technologie in seiner Heimatstadt und dem Umland eingesetzt wird. Weniger Lärm und bessere Luft, die der „Bus mit den zwei Herzen“ im Linienverkehr erzeuge, sein ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz. „Die Zunahme des Straßenverkehrs macht uns Sorgen“, sagte Hafner.

Bürgermeister Robert Strobel gratulierte zu einem „weiteren Meilenstein“, der Firma, die Alois Probst 1927 gründete. Weniger Abgase erhöhten auch die Lebensqualität in der Stadt.

Pater Jonas, der dem Gelenkzug und den Fahrern den kirchlichen Segen gab, mahnte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Dieser moderne Bus sei ein guter Beitrag dazu. „Wir sind auf Verkehrsmittel angewiesen.“

Seit 2011 investierte Probst Bus in Niederflurbusse mit Euro-5- und 6-Norm einen Netto-Betrag von etwa 3,1 Millionen Euro. Seitdem verbraucht die Busflotte jährlich etwa 50000 Liter weniger Dieselkraftstoff. „Wir stellen einen der modernsten Linienbusfuhrparks in der Region für unsere Kunden zur Verfügung“, sagte Franz E. Zenker.

Das neue Fahrzeug kostet mit Feuerlöschanlage und ab 2022 geforderter barrierefreier Ausstattung etwa 400000 Euro. Die Regierung von Schwaben fördert die Investition mit circa 100.000 Euro.

Der Bus bedient ab sofort alle Orte der Verwaltungsgemeinschaft Ichenhausen-Ellzee, die Orte im Kammeltal und Bibertal sowie die Städte Günzburg und Leipheim und die Gemeinde Kötz. Der tägliche Personenumsatz dieses Fahrzeuges liegt derzeit bei 590 Personen.

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