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Krumbach

13.10.2020

„Originalzustand 1962“: Was im Krumbacher Freibad neu gemacht wird

Herbstlaub im Schwimmerbecken des Krumbacher Freibads. Die Saison ist gelaufen. Über mögliche Neuerungen im Bereich des Freibads wurde jetzt bei einem Ortstermin des Bauausschusses debattiert.
Bild: Peter Bauer

Plus Ein Zugang zum Schwimmerbecken im Freibad in Krumbach soll barrierefrei gestaltet werden. Aber ist das überhaupt möglich?

Es ist wie ein Blick in eine andere Zeit. Rund 2,3 Millionen Euro wurden im Jahr 2013/14 im Krumbacher Freibad investiert, ein neues Nichtschwimmerbecken wurde gebaut, die Wassertechnik komplett erneuert. Angesichts der angespannten Lage der Gegenwart sind die Krumbacher Stadträte froh, dass sich das Freibad in einem insgesamt sehr guten Zustand befindet und derzeit keine großen Investitionen nötig sind. Aber um das Bad weiter „fit“ zu halten, muss es laufend kleinere Veränderungen und Neuerungen geben. Im Freibad geht es da unter anderem um die Erneuerung der Treppenanlage, aber auch um die Möglichkeit eines behindertengerechten Zugangs. Denn Teile des Beckens stammen noch aus den 60er Jahren.

Auch die Durchgehbecken zum Schwimmerbecken sollen neu gestaltet werden. Vorne im Bild von rechts Werkleiter Martin Strobel, Bürgermeister Hubert Fischer und Schwimmmeister Markus Sauer.
Bild: Peter Bauer

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Krumbacher Stadtrates machten sich jetzt bei einem Ortstermin ein Bild von der aktuellen Situation im Krumbacher Bad. Das Saisonfinale (23. September) ist ja noch gar nicht lange her. Inzwischen liegt die Wassertemperatur aber nur noch bei etwa acht bis zehn Grad, das Freibad geht sozusagen in die Winterruhe. Zugleich ist das die Zeit, in der Neuerungen auf den Weg gebracht werden.

Freibad Krumbach: Ein Zustand wie im Jahr 1962

Unter anderem geht es da um die Treppe im Südwesten des Schwimmerbeckens. Die ist noch weitgehend im „Originalzustand 1962“. Immer wieder müssen aber einzelne Elemente ausgetauscht und erneuert werden. Bürgermeister Hubert Fischer und Werkleiter Martin Strobel (die Stadtwerke sind für das Freibad, die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung zuständig) halten eine neue, barrierefreie Anlage in diesem Bereich für sinnvoll. Die neue Anlage könnte dann, so Fischer, etwas kürzer und auch schmäler als die bisherige sein. Eine weitere kleine Treppe führt von Südosten zum Schwimmerbecken. Auf diese Treppe könne komplett verzichtet werden. Es sei möglich, hier das Gelände für den Zugang entsprechend auszumodellieren.

Ein Thema beim Ortstermin im Freibad waren auch die Umkleidekabinen. Südöstlich des Schwimmerbeckens steht mittlerweile eine neue Kabine. Die Kosten betrugen rund 2500 Euro, die Stadt arbeitete hier mit einem Schlossereibetrieb zusammen. Denkbar ist es, dass sukzessive weitere Kabinen dieses Typs mit einer offensichtlich sehr langen „Lebensdauer“ (Fischer sprach von rund 30 Jahren) aufgestellt werden. Erneuert werden sollen drei Durchgehbecken, über die der Zugang zum Schwimmerbecken erfolgt. Diese drei Becken und die Treppenanlagen: Strobel geht von einer Investition von rund 40000 Euro aus. Aber dadurch könnten auch mittlerweile jährlich anfallende Unterhaltskosten für die Treppen und die bisherigen Durchgehbecken in einer Höhe von etwa 6000 Euro entfallen.

Was können Sponsoren und der Förderverein in Krumbach leisten?

Denkbar sei es, dass beispielsweise für die Finanzierung der Umkleidekabinen ein Sponsor gewonnen werden könne, meinte Bürgermeister Fischer. Ursula Bader (CSU) bedauerte, dass Fischer den 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Dieter Behrends, nicht zum Ortstermin eingeladen habe. Fischer sagte dazu, dass Behrends als Stadtrat am Ortstermin hätte teilnehmen können.

Im Südosten des Schwimmerbeckens steht eine neue Umkleidekabine. Kabinen dieses Typs könnten sukzessive im Freibad aufgestellt werden.
Bild: Peter Bauer

Der Freibad-Förderverein, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, plant seine Mitgliederversammlung für Freitag, 30. Oktober, ab 19 Uhr in einem Nebenraum des Hotels Krumbach. Zuletzt wurde im Förderverein bekanntlich intensiv darüber gesprochen, wie es möglich sei, den Zugang zum Schwimmerbecken barrierefrei und behindertengerecht zu gestalten. Bürgermeister Fischer erklärte dazu vor Kurzem auf Anfrage der Redaktion, dass das Einhängen einer entsprechenden Treppe versicherungsrechtlich nicht möglich sei, da dies auch eine Gefahrenstelle für Schwimmer sein könnte. Die Alternative dazu sei eine in Teilbereichen umfassende Neugestaltung des Beckens durch eine entsprechende Ausbuchtung.

Welche Perspektiven gibt es für das Krumbacher Freibad und was kann der Förderverein leisten? Darüber sprachen vor Kurzem (von links) Werkleiter Martin Strobel, Vereinsvorsitzender Dieter Behrends und 2. Vorsitzender Albert Kaiser.
Bild: Peter Bauer

Aber welche Folgen hätte ein solcher Umbau (der offenbar im Nordosten des Beckens denkbar wäre) auf die Dichte des Beckens? Müsste dann gar eine komplett neue Wanne eingesetzt werden? Ist dann unter Umständen mit Kosten von insgesamt rund 500000 bis 600.000 Euro zu rechnen? Oder reichen Kosten in einer Höhe von bis zu 150 000 Euro aus, wenn mit dem Umbau alles glattgeht? Der Förderverein hat bekanntlich wiederholt darauf hingewiesen, dass ein solcher Zugang in anderen Bädern wie etwa Weißenhorn längst Standard sei. Es sei durchaus möglich, dass der Förderverein eine Summe von bis zu rund 70 000 Euro zweckgebunden dafür bereitstellen könnte. Deutlich wurde zuletzt immer wieder, dass es mit Blick auf weitere Maßnahmen im Bad und die Förderung durch den Verein zwischen der Stadt und dem Förderverein noch Gesprächsbedarf gibt.

Freibad Krumbach: Probleme mit der Brunnenanlage

Ein Thema, das die Stadt anhaltend beschäftigt, sind die Probleme mit einer Brunnenanlage südlich des Schwimmerbeckens, aus dem bislang das Beckenwasser kam. Auch für das im Becken genutzte Wasser gelte die Trinkwasserverordnung, erklärt Werkleiter Martin Strobel jetzt erneut beim Ortstermin im Freibad. Das verwendete Wasser müsse, so betone es das Gesundheitsamt, durchgehend keimfrei sein.

Wie Strobel hervorhob, sei das Wasser aus der Brunnenanlage bei den allermeisten Proben keimfrei, aber eben nicht bei allen. So musste für das Freibadwasser zuletzt Wasser aus dem Krumbacher Trinkwassernetz genutzt werden. Aber Ziel sei es, dass der Brunnen künftig wieder nutzbar sei. Bürgermeister Fischer sagte dazu, dass es im Wasser der Bad-Brunnenanlage „um eine Zehnerpotenz weniger Schadstoffe“ gebe als im Wasser umliegender Weiher. Zudem werde das Wasser im Bad ja auch noch gechlort. Fischer und Strobel hoffen, dass es bald gelingt, die Ursache für die gelegentliche Verkeimung des Brunnenwassers im Bad zu finden.

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