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Krumbach

11.07.2019

Provisorium auch für das Wassersystem des Krumbacher Hallenbads

Auch das Wassersystem des Krumbacher Hallenbads soll über ein Provisorium versorgt werden. Die Grenzwerte für Legionellen waren überschritten worden.
Bild: Peter Bauer

Krumbacher Stadtrat vergibt Auftrag nach Legionellenfund.

Seit dem 17. Mai dieses Jahres untersagt das Landratsamt die Entnahme von Trinkwasser im Sportzentrum Krumbach, da bei drei Wasserprobeentnahmen der Grenzwert für Legionellen nicht eingehalten wurde (wir berichteten). Um vor allem den Schulbetrieb am Laufen zu halten, wurde vom Krumbacher Ingenieurbüro Enekom und dem Leiter des Bereichs Hochbau im Stadtbauamt Tobias Handel, in Absprache mit dem Landratsamt, nach einer schnell zu realisierenden Interimslösung gesucht. Das Ergebnis war der Aufbau eines provisorischen Trinkwassernetzes. Für die Bereiche Mensa und Sporthalle wurde die Realisierung von Bürgermeister Hubert Fischer in einer Dringlichkeitsanordnung für rund 125 000 Euro an die Firma Maier & Sohn vergeben. In der Stadtratssitzung am Montagabend stand nun die Anbindung der Schwimmhalle auf der Tagesordnung.

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Tobias Handel gab vorweg einen Sachstandsbericht. Die bauliche Anbindung des Tagesheims, der WCs im Keller sowie der WCs an der Tribüne ist abgeschlossen. Auch ist die Hauptleitung bis in die untere Ebene der Umkleiden in der Turnhalle verlegt. Leider konnte die für den Schulbetrieb so wichtige Wasserentnahme im Tagesheim noch nicht in Betrieb genommen werden, weil bei der entscheidenden Probeentnahme erhöhter Bleiwert festgestellt worden sei. Das Ergebnis einer neuen Beprobung werde Mitte dieser Woche vorliegen und dann hoffentlich dazu führen, dass das Landratsamt grünes Licht gibt. Um das provisorische Trinkwassernetz im gesamten Sportzentrum fertigstellen zu können, sind noch die Leistungen für die Schwimmhalle zu beauftragen. Bei einer Neuausschreibung, erläuterte Handel, müssten ab einem Auftragswert von 75 000 Euro mindestens drei Bieter aus einem anderen Landkreis beteiligt werden. Neben der zeitlichen Dimension bestehe dabei die Gefahr, dass der wirtschaftlichste Bieter die Leistung mit anderen Komponenten (Einbauteile wie Spülautomaten etc.) verbaue. Und es würde die Bedienung des provisorischen Trinkwassernetzes nicht vereinfachen, wenn im Tagesheim und in der Sporthalle ein anderes System eingebaut würde als in der Schwimmhalle. Deshalb schlug er vor, den Auftrag für den Schwimmbadanschluss über eine Auftragserweiterung ebenfalls an die Firma Maier & Sohn zu vergeben. Von dieser Firma liege bereits ein Nachtragsangebot in Höhe von rund 136 000 Euro vor.

Für Stadtrat Achim Fißl, Inhaber der Firma Enekom, ist dieser hohe Betrag nicht überraschend. Es seien die großen Dimensionen und die anspruchsvollere Technik, die im Schwimmbadbereich zum Tragen kämen. Da gehe es nicht um zwei Liter pro Sekunde, sondern um 18 Liter pro Sekunde beziehungsweise 18 Kubikmeter pro Stunde bei der Befüllung des Beckens oder bei der Rasenbewässerung. Wobei letztere insofern ein Problempunkt sei, weil mit einer Systemtrennung dafür Sorge getragen werden müsse, dass von außen keine Keime in die Trinkwasserleitung gelangten. Auch das in der Beprobung vorgefundene Blei ist für Fißl erklärbar. Die neuen Armaturen bestehen aus Messing. Dieses hat große Anteile an Blei. Erfahrungsgemäß bilde sich bald eine Patina und stelle einen Gleichgewichtszustand her, der kein Blei mehr freigebe.

In Wortmeldungen der Stadträte wurde Verwunderung darüber geäußert, dass so hohe Ansprüche an eine provisorische Leitung gestellt würden. Fißl konnte insofern beruhigen, dass zum Beispiel die Technik der Wassersystemtrennung zu 40 Prozent im anvisierten Neubau verwendet werden könne. Einstimmig wurde schließlich der Auftrag für den Anschluss des Schwimmbades an die Firma Maier & Sohn zum Angebotspreis vergeben. (neu)

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