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Partnerschaftsverein

05.03.2020

Solarmodule, eine Schule für blinde Kinder, bunte Röcke

Die Kinder sind glücklich, in die Schule gehen zu können.
Bild: Sylvia Mayer

Fotodokumentation über Hilfsprojekte im Niger. Was in der Sahelzone immer wichtiger wird

Hilfe, die ankommt – davon überzeugten sich die Mitglieder des Vereins „Niger-Partnerschaft Ursberg“ bei ihrer Jahresversammlung anhand von eindrucksvollen Bildern. Die Geschäftsführerin des Vereins und langjährige treibende Kraft für die Unterstützung vor Ort, Sylvia Mayer, hat sie von ihrer letzten Reise aus dem afrikanischen Land mitgebracht.

Vor einem Jahr wurde der Verein gegründet mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung in den nigrischen Städten Zinder und Maradi zu mehr Eigenständigkeit und somit zur Loslösung von Abhängigkeiten zu verhelfen. In seinem Rückblick dokumentierte der Vorsitzende Hans-Dieter Srownal die große Spendenbereitschaft und die damit ermöglichten Projekte.

Illustriert wurde das Engagement durch den Fotovortrag von Sylvia Mayer. Idyllisch war nur das erste Bild vom Sonnenaufgang in der Wüste. Dann wurden die Probleme offensichtlich: Skurrile Viehtransporte auf uralten Fahrzeugen, Nähmaschinen aus Uromas Zeit zur Fertigung von einfachen Kleidungsstücken, umfunktionierte Liegerollstühle für junge Menschen ohne Beine oder eine windschiefe Behelfswerkstatt, die nachts als Schlafstätte dient. Genau da wird der Verein „Niger-Partnerschaft“ in Zusammenarbeit mit den einheimischen Organisatoren tätig und kann sofort und effektiv notwendige Maßnahmen unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung im Handwerk. Neben der Finanzierung von Ausbildungsplätzen für Schweißer und Metallarbeiter wurde mit der Anschaffung eines Lehmofens die Grundlage für die Bäcker geschaffen, die strahlend ihre Backprodukte präsentieren.

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Hilfe zur Selbsthilfe ist immer wieder das Motto für die Tätigkeiten in der Schneider- oder Schreinerwerkstatt, wo dekorative Produkte für den Eigenbedarf oder zum Verkauf angefertigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfsaktionen liegt im Schulbereich. Ein Bild mit einem schlichten rötlichen Quaderbau zeigt die kleine Blindenschule, in der fast 40 Kinder unterrichtet werden.

Die Decke in dem äußerst spärlich eingerichteten Klassenraum drohte abzustürzen. Sylvia Mayer konnte spontan und ohne bürokratische Umwege die Reparatur in die Wege leiten: „Die Sicherheit für die Kinder“ war oberstes Gebot. Ein Bild mit Mädchen und Jungen, die begeistert ihre neuen Schultaschen präsentieren, lässt die Augen der Vortragenden genauso leuchten wie die der Beschenkten: „Ich habe noch nie Kinder gesehen, die sich so über ihre Schulsachen gefreut haben. Die Kinder sind glücklich, in die Schule gehen zu können.“ Zehn Euro kostet die Schulausstattung für ein Kind im Jahr, 90 Schultaschen wurden angeschafft. Produziert werden sie vor Ort, um so wiederum die dortige Wirtschaft zu unterstützen. Was in nur einem Jahr geleistet wurde, ist überraschend und ermutigend. „Aber es ist noch viel zu tun. Der Bedarf für Menschen mit Behinderung ist sehr groß“, betont Srownal. In seinem Ausblick auf die nächsten Aktionen beschreibt er ein vielversprechendes Solarprojekt: Solarmodule für Niger wurden gespendet und sind derzeit auf dem Weg zur Installation - die Energiegewinnung in der Sahel-Zone wird immer wichtiger werden. Ein großes Anliegen des Vereins ist es, Schulen zu finden, die sich mit kreativen oder sportlichen Aktivitäten bei der Finanzierung von schulischen Maßnahmen beteiligen möchten und ihre Unterstützung „von Schülern für Schüler“ direkt nachvollziehen können. Es sind die über die regelmäßigen Niger-Reisen von Sylvia Mayer bestehenden persönlichen Kontakte, die für die Ehrenamtlichen und Spender entscheidend für deren Engagement sind und manche Bedenken entkräften.

Gespannt erwarten alle die nächsten Fotos von Sylvia Mayer, die sie von ihrer Reise nach Niger im März mitbringen wird. Außerdem verspricht sie eine neue Lieferung der begehrten bunten Röcke mit wunderschönen Mustern, die spätestens beim nächsten „Ursberger Nachtflohmarkt“ erworben werden können. Der dadurch erzielte Erlös kann wiederum zeitnah und wirkungsvoll für Hilfsprojekte verwendet werden.

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