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Lebensmittelsicherheit

20.07.2012

Taucht in unserem Brot Gift auf?

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Keine gesundheitlichen Risiken? Klaus Gehring vom Bayerischen Institut für Landwirtschaft sagt, die Behandlung des Getreides mit Glyphosat, auch kurz vor der Ernte, sei gesundheitlich unbedenklich. (Symbolbild)
Bild: Arne Dedert dpa

Kurz vor der Ernte wird mancherorts ein Unkrautvernichtungsmittel übers Getreide gesprüht, um die Reifung zu beschleunigen. Landet das Gift beim Verbraucher auf dem Teller?

Es ist Erntezeit auf den bayerischen Getreidefeldern. Doch ehe die Mähdrescher, in riesige Staubwolken gehüllt, sich über die Äcker schieben, erhalten manche Felder noch eine Giftdusche. Auch in der Region verwenden Landwirte glyphosathaltige Spritzmittel. Mit dem Breitbandherbizid Roundup vom Branchenriesen Monsanto oder anderen glyphosathaltigen Mitteln gehen manche Bauern gegen das Unkraut im Getreide vor, das die Ernte erschweren könnte. Glyphosat tötet unselektiv alle Pflanzen ab und hilft daher auch, das Getreide vollständig abzutrocknen und ausreifen zu lassen.

Video: Beitrag des ARD-Magazins "Kontraste" zum Thema Roundup

Glyphosat: Keine absolute Sicherheit

Klaus Gehring vom Institut für Landwirtschaft des bayerischen Landwirtschaftsministeriums sagt, dass sich dabei zwar Rückstände des Pflanzengifts auf der Oberfläche des reifen Korns ablagern würden, die vom Bundesministerium für Landwirtschaft festgelegten Grenzwerte würden nicht überschritten und das Korn sei daher gesundheitlich unbedenklich. „Wenn die Rückstände gesundheitlich bedenklich wären, würden sie nicht zugelassen“, meint Georg Stark, Leiter des Amts für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach. Natürlich gebe es keine absolute Sicherheit.

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In der Vergangenheit mussten Mittel, etwa das Herbizid Atrazin, aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie sich als gesundheitsgefährdend erwiesen hatten, sagt Stark. Die amtliche Zulassung erfolge deshalb auch nur für einen bestimmten Zeitrahmen, nach dem erneut zu prüfen sei, ob es Bedenken gegen eine weitere Zulassung gebe.

Studie: Spuren von Glyphosat in menschlichen Urinproben nachgewiesen

Forscher der Universität Leipzig haben laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung in einer bislang unveröffentlichten Studie Spuren des Pflanzengifts Glyphosat in Proben menschlichen Urins gefunden. Da die Probanden Stadtbewohner waren, müssen sie das Gift über die Nahrung aufgenommen haben. Der Wirkstoff Glyphosat steht im Verdacht, Unfruchtbarkeit und Erbschäden auszulösen und die Krebsanfälligkeit bei Menschen zu steigern. Bundesweit versprühten Landwirte im Jahr 2010 laut statistischer Erhebung des Bundesministeriums für Landwirtschaft über 40 844 Tonnen Pestizide auf ihren Feldern.

Lesen Sie mehr über die Verwendung glyphosathaltiger Spritzmittel und die kontroverse Beurteilung der gesundheitlichen Risiken in der Freitagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten.

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