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Thannhausen setzt ein positives Zeichen

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Kommentar Von Stefan Reinbold
08.11.2019

Man muss für die Ausgleichsmaßnahme, die in Burg umgesetzt wurde, keine Lobeshymnen anstimmen. Dass Thannhausen mehr für den Artenschutz unternimmt, ist dennoch ein gutes Zeichen.

Das Lob aus dem Munde Ottmar Frimmels ist schön und mit Blick auf die Bepflanzung des Gewerbegebiets durchaus gerechtfertigt. Die Baumpflanzaktion in Burg ist allerdings keine freiwillige Aktion zur Verbesserung der Ökobilanz der Stadt, sondern eine verpflichtender Ausgleich dafür, dass an anderer Stelle Natur zerstört wurde. Kein Grund also, besondere Lobeshymnen anzustimmen.

Trotzdem ist das Engagement der Stadt und der sich durchsetzende Sinneswandel ein positives Zeichen. Eine Kommune steckt beim Umweltschutz immer ein wenig im Dilemma. Es wird erwartet, dass sich die Stadt weiter entwickelt, dass Wirtschaft und Gewerbe gefördert wird und die Einwohnerzahl zumindest stabil bleibt. D

as erfordert hin und wieder, bisher unbebaute Flächen für eine Bebauung freizugeben. An anderer Stelle Grundstücke ökologisch aufzuwerten, ist keine Ideallösung, aber besser als nichts. Insbesondere mit Blick darauf, dass den Landwirten im Zuge neuer Gesetze immer mehr Auflagen gemacht werden und zum Teil auf die Bearbeitung von Flächen verzichtet werden muss, ist es nur konsequent, die Last auf mehr Schultern zu verteilen.

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Auch Kommunen sollten auf ihren Flächen vermehrt darauf achten, dass die heimische Flora und Fauna noch einen Lebensraum findet. Das beginnt schon beim Pflegen der Straßenränder und Gräben. Die Naturschutzbehörden beraten diesbezüglich gerne. Natürlich kostet das manchmal auch mehr Geld. Das sollte der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen aber schon wert sein.

Vielleicht ist auch ein Umdenken erforderlich. Darüber etwa, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann. Unter Umständen lassen sich Bürger dafür begeistern, sich beim Naturschutz und der Pflege von Flächen zu beteiligen. Zuletzt forderte eine Teilnehmerin einer Diskussionsveranstaltung zum novellierten Naturschutzgesetz, dass auch die Gartenbesitzer zehn Prozent ihres Gartens naturnah gestalten sollten. Der Einwand, dass dies kaum zu kontrollieren sei, mag richtig sein. Im Lichte der zum Teil lebensfeindlich gestalteten Gärten mancher Neubausiedlung ist der Forderung eine gewisse Berechtigung allerdings nicht abzusprechen. Dass es in diesem so dicht besiedelten Land noch immer vergleichsweise viel intakte Natur gibt, liegt nicht zuletzt an strengen Gesetzen.

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