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Krumbach

10.09.2019

Wie Krumbachs Wasserversorgung gewachsen ist

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2 Bilder
Besichtigung des „Hammerschmied-Brunnen“ mit Wassermeister Alois Konrad und Vorsitzender des Heimatvereins, Willi Fischer. 
Bild: Rupert Strobl

Am Tag des offenen Denkmals ermöglicht der Heimatverein einen Blick in ansonsten verborgene Welten.

Regen und Wasser gehören zusammen, das weiß jedes Kind. Aber was hat es auf sich, wenn die Wasserversorgung Krumbach mit Historismus in Verbindung gebracht wird? Die Antwort darauf erhielten die vielen interessierten Exkursionsteilnehmer, die sich trotz Regen am Hürbener Wasserturm eingefunden hatten, vom Vorsitzenden des Heimatvereins Krumbach, Willi Fischer: „Dieser markante Wasserturm im Osten und sein Pendant beim Dreifaltigkeitsweg im Westen, wurden im Jahr 1907 in der Architektur älterer Stilrichtung erbaut“.

Zwei auf gleicher Höhe liegende Wassertürme in Krumbach

Wassermeister Alois Konrad öffnete die verschlossene Tür und die Besucher durften einen Blick in die mit Trinkwasser gefüllten zwei Becken mit je 50 Kubikmeter Volumen werfen, wobei dem darüber stehenden Turm keine Funktion zukommt. Fischer demonstrierte anhand einer Schlauchwaage, wie die Becken der auf gleicher Höhe gelegenen Wassertürme nach dem Prinzip von kommunizierenden Röhren von den Quellen des Zigeunergrabens gespeist werden. Was bei der Trinkwasserversorgung unter der Erde liegt, zeigte Konrad im Vorraum zu einem später angebauten Wasserbecken. Neben Bruchstücken alter Holzleitungen sind es Rohre aus Gusseisen der ersten Wasserversorgung und die seit 1950 verwendeten PE-Kunststoffrohre. Fotos und Karten an den Wänden dokumentieren anschaulich das Krumbacher Trinkwasser-Leitungssystem.

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Durch die Bevölkerungszunahme nach dem 2. Weltkrieg und der damit verbundenen Bebauung wurde nach und nach die Erweiterung der Trinkwasserversorgung notwendig. 1953 wurde der Hochbehälter beim Sportplatz und 1973 der Hochbehälter in der Nähe des Mundingkellers mit einem Volumen von 2000 Kubikmeter gebaut, was in etwa dem derzeit täglichen Wasserverbrauch der Stadt Krumbach entspricht. Auch an diesem größtem Krumbacher Hochbehälter öffnete Konrad die Tür für die Besucher. Konrad informierte über weitere interessante Details zur Trinkwasserversorgung: „Von den Hochbehältern läuft das Wasser in die Haushalte. Alle Wasserbehälter zusammen bevorraten etwa 4000 Kubikmeter Trinkwasser. Bei Stromausfällen werden die Pumpen, die das Wasser in die Hochbehälter befördern, durch Notaggregate betrieben. Um 2 Uhr morgens sind die Wasserbehälter vollgefüllt und um 19 Uhr zeigen die Wasseruhren den höchsten Verbrauch an. Das Wasser wird aus den Brunnen Weiherweg 1 (1963), Weiherweg 2 (1972), Krebsbach 1 (1981), Krebsbach 2 (2004) und Hammerschmiede (1928) in die Wasserbehälter gepumpt. Der Johannisbrunnen (1948) und der Michaelsbrunnen (1963) sind nicht mehr im Betrieb“.

Krumbacher Hammerschmiedebrunnen liegt unter dem Grundwasserspiegel

Die regenerprobten Teilnehmer mussten nun einen weiten Weg zurücklegen, um den nächsten Besichtigungsort zu erreichen. Es war der artesische Brunnen zwischen Hammerschmiede und Freibad, der eine Besonderheit darstellt. Der Brunnen liegt unter dem Grundwasserspiegel. Das Wasser steht unter Überdruck und füllt ohne Pumpe den Wasserbehälter

Am westlichen Wasserturm beim Dreifaltigkeitsweg fand die Exkursion dann ihren Abschluss. Wassermeister Alois Konrad berichtete über die oft schwierigen Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten, die die Stadtwerke zu leisten haben. Dazu gehört auch die Reinigung der Hochbehälter und des Rohrleitungssystems. Er sagte: „Für die Stadtwerke ist es wichtig, dass die Bevölkerung die Trinkwasserversorgung aufmerksam im Auge hat, was bei Rohrleitungsbrüchen eine große Hilfe sein kann.“

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