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Programm

15.01.2020

„Wir müssen reden“ ist das Motto für alle, die mitmachen wollen

Auf zwölf Seiten stellt das Programmheft für das erste Quartal 2020 sieben Projekte und Veranstaltungen vor. Das Heft liegt an verschiedenen Orten im Landkreis aus und steht auf der Webseite www.lokal-forum.net zum Download bereit.
Bild: Marc Hettich

Was der neue Verein Lokal-Forum in Krumbach im ersten Quartal des neuen Jahres 2020 geplant hat

„Wir müssen reden“, steht in weißen Lettern auf der Postkarte. Vier weitere Motive veranschaulichen mit augenzwinkerndem Humor die Anliegen des Vereines Lokal-Forum, der letzten Herbst gegründet wurde (wir berichteten). Das Konzept, das beim Krumbacher Stadt-Up Wettbewerb mit dem 2. Platz gekürt wurde, möchte politische Bildung und Debatte mit modernem Lokaljournalismus und Teilhabe verbinden. „Wir wollen Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen, zum Meinungsaustausch und zur Horizonterweiterung beitragen“, erklärt der erste Vorsitzende Marc Hettich, der seit über zwei Jahren an dem zugrunde liegenden Konzept arbeitet. Ziel ist, der Spaltung der Gesellschaft entgegenzutreten und gemeinsam über die großen und kleinen Themen zu sprechen, die gerade auch die Menschen im Landkreis bewegen. „Auf lokaler Ebene, im persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht geht man in der Regel vernünftiger miteinander um als im Netz“, stellt Schatzmeisterin Alina Hille fest. Der Verein legt dabei Wert auf eine breite Vernetzung. Schon im Vorfeld gab es regen Austausch, unter anderem mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der Volkshochschule (Vhs) Krumbach, der Arbeiterwohlfahrt (Awo), verschiedenen Schulen und Lokal-Politikern.

Den grundlegenden Ideen folgt jetzt schon das erste Quartalsprogramm. In einem zwölfseitigen Heft finden sich sieben Projekte und Veranstaltungen im Zeitraum Januar bis März 2020. Den Auftakt macht am 18. Januar eine Veranstaltung zum Thema Grundeinkommen. Einem Erfahrungsbericht folgt eine Debatte mit drei jungen Politikern.

In Zusammenarbeit mit der alevitischen Gemeinde zeigt das Lokal-Forum den preisgekrönten Kurzfilm „Der Mandarinenbaum“ zum innertürkischen Konflikt am 25. Januar. Regisseur Cengiz Akaygün ist für ein Filmgespräch anwesend.

„Wir müssen reden“ ist das Motto für alle, die mitmachen wollen

Im Bürgerhaus spricht der Journalist Sebastian Lipp von Allgäu Rechtsaußen am 27. Februar über die Aktivitäten gewaltbereiter Nazis in der Region. Gemeinsam mit der offenen Behindertenarbeit im Landkreis veranstaltet der Verein im Februar ein inklusives Worldcafé, bei dem sich Vertreter verschiedener Parteien an je einem Tisch einer Gruppendiskussion stellen. Vom Bezirk Schwaben gefördert, haben Jugendliche die Möglichkeit, im Projekt „Generationen Vereinen“ ins Gespräch mit Senioren zu kommen. Aus Interviews und Porträtfotos entsteht so eine Ausstellung, die unter anderem im Mittelschwäbischen Heimatmuseum zu sehen sein wird. Zur Vorbereitung gibt es für die Jugendlichen ein kostenloses Workshop-Wochenende an der Jugendbildungsstätte in Babenhausen. Der Vhs-Workshop „Schreiben für Lokal-Medien“ rundet das Programm ab.

Höhepunkt dürfte aber am 6. März eine Diskussions-Veranstaltung zur anstehenden Kommunalwahl mit allen fünf Landrats-Kandidaten sein. „Wir setzen auf ein neues Format, das die bewährte Podiumsdiskussion mit Elementen des Poetry Slams verbindet“, erklärt die zweite Vorsitzende Sarah Settele. Die Zuschauer können sich mit ihren Fragen direkt einbringen und sogar auf der Bühne direkt mit den Kandidaten diskutieren.

Besonders wichtig ist im Lokal-Forum der Gedanke inklusiver Teilhabe. Das spiegelt sich auch im Vorstand wieder. Dem Vorsitzenden Marc Hettich steht als zweite Vorsitzende die Rechtsanwältin Sarah Settele zur Seite, die neben ihrem Sachverstand ihre iranischen Wurzeln mit in den Verein einbringt. Die mit 19 Jahren jüngste Stimme im Vorstand kommt von der angehenden Heilerziehungspflegerin Alina Hille, die den Posten der Schatzmeisterin bekleidet. Am anderen Ende der Alters-Skala steht der pensionierte Lehrer Alexander Ohgke als Beisitzer. Ebenfalls als Beisitzer dabei ist der passionierte Videofilmer Helmut Wieser, der beim Dominikus-Ringeisen-Werk eine Ausbildung zum Buchbinder absolviert hat. Komplettiert wird die Riege der Beisitzer durch Krumbachs Quartiersmanagerin Melissa Niedermair und Andreas Götzinger von der Awo, die zusammen mit den hiesigen Vereinen vergangenen September das Jugendfestival Youngbeats veranstaltet haben.

Damit jeder im Verein dabei sein kann, kann der Mitgliedsbeitrag für Menschen mit geringerem Einkommen frei gewählt werden. Den Mitgliedsantrag, ein kurzes Vorstellungs-Video und weitere Infos zum Verein gibt es auf www.lokal-forum.net

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