Handball-Bayernliga

07.12.2019

Dieses Spiel wird anstrengend

Dicke Backen machen wird Michael Jahn auch, wenn der SV Anzing kommt. Als die Löwen zuletzt in Günzburg zu Gast waren, setzte es für den VfL eine 23:29-Niederlage.
Bild: Ernst Mayer

Die Gäste vom SV Anzing stehen zwar im Tabellenkeller. Unterschätzen darf Günzburg sie aber nicht. Auch, weil der VfL einen längeren Ausfall kompensieren muss

In die Enge getrieben, sind Raubtiere am gefährlichsten. Das dürfte auch für die Anzinger Löwen gelten, die am Samstag um 19.30 Uhr zu Gast in der Günzburger Rebayhalle sind. Denn obwohl die Gäste aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen, wird dieses Bayernliga-Spiel den Handballern des VfL Günzburg alles abverlangen.

Die Löwen aus dem Münchner Raum sind in der aktuellen Saison wohl das Team mit dem unverständlichsten Tabellenplatz. Nachdem Anzing in der Saison 2017/2018 trotz einiger starker Spiele den Weg in die Landesliga Süd antreten musste, folgte in der Vorsaison der direkte Wiederaufstieg in die höchste bayerische Liga. Schon am ersten Spieltag ließ der SVA ordentlich aufhorchen, als er in heimischer Halle und trotz verletzter Leistungsträger gegen den Drittliga-Absteiger und Meisterschaftsfavoriten aus Coburg lediglich mit einem Tor Unterschied verlor. Lange führten die Anzinger in diesem Spiel und lagen in der Schlussphase nie mehr als ein Tor hinten.

In Günzburg wurde dieses Ergebnis mit Überraschung aufgenommen, ist es doch mehr als unüblich, dass ein Aufsteiger den Favoriten an den Rand einer Niederlage bringt. Allerdings: Punkte gibt es auch dafür keine. Wie ein roter Faden zieht sich diese Geschichte durch die bisherige Saison der Anzinger. Gegen einige Topteams der Liga schafften es die Löwen lange, den Gegner zu beherrschen, waren dann aber in der Schlussphase oft zahnlos. Lediglich gegen zwei Konkurrenten um den Klassenerhalt gelang es, die tolle Leistung der ersten 40 Minuten über die Zeit zu retten, weswegen Anzing aktuell auf dem unliebsamen ersten Abstiegsplatz rangiert.

Dieses Spiel wird anstrengend

Der Trainer der Gäste, Hubert Müller, kann mit diesem Zwischenstand absolut nicht zufrieden sein, spielt sein Team doch qualitativ über weite Strecken am oberen Leistungsniveau der Liga. Insbesondere die offensive und aggressive Abwehr dürfte eine der Besten in der bisherigen Runde sein. Was die Anzinger für das Spiel in Günzburg ebenfalls hoffen lässt, ist die Rückkehr des Leistungsträgers und Mannschaftsleaders Matthias Haberthaler, der gegen Lohr wieder an Bord war. Dennoch ging das Spiel 18:21 verloren. Gegen Günzburg dürfte der Rückraumlinks nach seiner langen Verletzungspause wieder ein Leistungsträger sein, der die Seinen mit aller Gewalt aus den Abstiegsplätzen schießen möchte.

In Günzburg waren man zwischenzeitlich froh, nach dem Sieg in Erlangen ein spielfreies Wochenende zu haben. Zum einen, um den geschundenen Knochen eine kleine Pause zu gönnen. Vor allem aber wurde im Trainingsbetrieb alles darangesetzt, den längeren Ausfall von Jakob Hermann zu kompensieren. Ein Problem für die Mannschaft darf die Verletzung des Sympathieträgers, so schmerzhaft sie dann auch ist, allerdings nicht darstellen. Lange genug spielt das Team an der Donau schon gemeinsam Handball, oft genug ließ Trainer Czakó auch im Spielbetrieb andere Formationen auflaufen. Insbesondere im Abwehrverbund, dem aktuellen Juwel der Bayernligahandballer, kommt es sowieso nur teilweise auf Systeme an. Hier ist vor allem die Einstellung und die Laufbereitschaft von vorrangiger Bedeutung und bislang konnte jeder Spieler bei (fast) jedem Spiel diese zwei grundlegenden Voraussetzungen eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Obschon mit Blick auf die Tabelle zwischen Günzburg und Anzing eine relativ große Lücke klafft, ist sich VfL-Trainer Czakó der Gefährlichkeit der kommenden Aufgabe mehr als bewusst. Die Spielweise der Gäste lag dem VfL noch nie. In vier Spielen holten die Günzburger zuletzt nur einen Sieg. Das jüngste Spiel auf heimischen Boden ging sogar relativ deutlich verloren und mit Haberthaler und Philipp Ball sind zwei Leistungsträger wieder zurück auf der Platte.

Vieles spricht also dafür, dass das Spiel viel enger wird, als die aktuelle Tabellensituation dies vermuten lässt. Zugunsten der Donaustädter wird es wohl nur ausgehen, wenn hinten wieder alles investiert wird und der Angriff taktische Disziplin mit einer guten Wurfquote verbinden kann. (zg)

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