Newsticker
Aktuelle Studie: Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 vielversprechend
  1. Startseite
  2. Kultur
  3. Journal
  4. Gute Vorsätze schon gebrochen? Na und? Hauptsache dranbleiben!

Gute Vorsätze schon gebrochen? Na und? Hauptsache dranbleiben!

Kommentar Von Doris Wegner
11.01.2020

Manchmal merkt man, dass die zum Jahreswechsel gefassten Vorsätze nur frustrieren. Jetzt gilt: Entspannung und den individuell richtigen Zeitpunkt finden!

Wir sind doch Menschen und keine Maschinen – und schon gar keine Vorsatzmaschinen. Es ist Tag elf des neuen Jahres und der Vorsatz ist schon gebrochen? So what?

Wenn man sich also an Silvester vorgenommen hat, künftig jeden Tag Sport zu treiben und dann war da nach einem schrecklichen Arbeitstag dieser schreckliche innere Schweinehund und dann noch dieser schrecklich gute Weißwein, dann ist das doch kein Argument, am nächsten Tag, wenn man wieder besser drauf ist, nicht aufs Radl zu steigen, nicht ins Fitnessstudio zu gehen oder nicht die Nordic-Walking-Stöcke in die Hand zu nehmen.

Schließlich sind es doch die vielen kleinen Schritte, die etwas verändern. Letztendlich geht es doch um ein beharrliches Dranbleiben an der Sache und nicht um eine gnadenlose Konsequenz, einen Vorsatz Tag für Tag durchziehen zu müssen. Da kann man ruhig auch mal ein Auge zu eigenen Gunsten zudrücken.

An Vorsätzen dranzubleiben heißt, dem Veränderungswillen Gehör zu verschaffen

So ein guter Vorsatz purzelt ja nicht aus heiterem Himmel auf die persönliche To-do-Liste. Mehr Nahverkehr, weniger Auto, mehr Gemüse, weniger Fleisch, mehr Theater, weniger Netflix: Meist schlummert so ein Veränderungswille ja schon länger tief in einem als diffuses schlechtes Gefühl oder als verdrängte Gewissheit, dass endlich etwas verändert oder verbessert werden sollte. Da ist ein neues Jahr kein schlechter Zeitpunkt für ein wenig Zäsur. Eine neue Gewohnheit braucht Zeit. Aufbruch eine Chance. Immer wieder.

Sollte jemand allerdings einen schlechten Vorsatz gefasst haben – mehr Handy, weniger Familie etwa oder gar weniger Kinderchor, mehr Umweltsau – der darf sich gerne untreu werden. Für alle anderen gilt: Dranbleiben! Und manchmal den kleinen inneren Schweinehund streicheln.

Die Gegenposition nimmt Lea Thies ein, den Text dazu finden Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren