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65. Geburtstag

25.05.2020

Schreiben, Filmen, Raspeln, Kneten: Allround-Talent Doris Dörrie wird 65

Doris Dörrie feiert ihren 65. Geburtstag.
Bild: Tobias Hase, dpa (Archiv)

Doris Dörrie ist als Regisseurin sowie als Autorin erfolgreich. In ihren Werken spiegelt sich persönliche Erfahrung und ihre Vorliebe für Fernöstliches.

Sollte Doris Dörrie zwischen all den Glückwunsch-Telefonaten, die sie zu ihrem 65. Geburtstag erreichen werden, einem ruhigen Moment finden und Rückschau halten auf ihr bisheriges Wirken, sie könnte zufrieden mit sich sein. An Produktivität tut es ihr so rasch niemand nach.

Aber diese Frau beschränkt sich auch nicht nur auf ein einziges Tätigkeitsfeld. Sie ist keineswegs bloß Filmemacherin – mit mittlerweile rund 20 Filmen allein fürs Kino –, sondern auch Autorin diverser Romane, Kurzgeschichten und Sachbücher. Dazu inszeniert sie immer mal wieder Oper an einem Theater, und obendrein unterrichtet sie Drehbuchschreiben an der Münchner Filmhochschule.

Früh schon hat die gebürtige Hannoveranerin Erfolg gehabt mit ihrer Arbeit. Dörrie war gerade 30, als sie Mitte der 80er Jahre die Beziehungskomödie "Männer" mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht ins Kino brachte. Der auch international erfolgreiche Streifen machte die junge Regisseurin schlagartig zur Marke, legte sie für längere Zeit fest auf das leichtfüßig-süffige Genre. Hierfür, für den einerseits warmherzigen, andererseits unbestechlichen Blick auf menschliche Schwächen, hat die Frau mit dem Struwwel-Kurzhaar und den auffälligen Brillen zweifellos ein Händchen. Kaum weniger gut aber ist sie darin, die Leichtigkeit des Seins mit den schwerer wiegenden Momenten des Lebens zu verknüpfen. "Kirschblüten – Hanami" ist in dieser Hinsicht ihr Meisterstück, ein beschwingt-melancholischer Film über einen von Elmar Wepper gespielten Rentner, der das Ableben seiner Frau auf einer Reise nach Japan verarbeitet.

Dörries eigener Verlust zeigt sich in ihrer Arbeit - und ihrer Lebenseinstellung

Der Tod des Lebenspartners ist ein Thema, mit dem sich Doris Dörrie selbst konfrontiert sah. 1996 starb ihr Ehemann und zugleich Kameramann Helge Weindler während des Drehs zum Film "Bin ich schön?". Der Verlust schlug sich in einigen ihrer Bücher und Filme nieder, die um den Umgang mit solchen Schicksalsschlägen kreisen. Eng damit verbunden ist auch Dörries Faible für den Buddhismus. Von dort wiederum verläuft ein kurzer Weg zur Leidenschaft der Regisseurin und Autorin für die Kultur Japans, die sich vielfach in ihrer Arbeit spiegelt. Inzwischen lebt Doris Dörrie mit dem Filmproduzenten Martin Moszkowicz zusammen, abwechselnd in München und in Bernbeuren auf der Ostseite des Auerbergs.

Inspiriert von fernöstlichem Denken ist Dörries Plädoyer für Achtsamkeit bei den Dingen des Alltags. Das gilt nicht zuletzt für das Essen, dem die passionierte Hobbyköchin ihr nächstes Buch widmet, das Ende August erscheinen soll und in dem es, wie der Verlag schon mal verrät, unter anderem darum geht, "wie man beim Schnipseln, Raspeln und Kneten in der Küche ganz zu sich finden kann". Klingt leicht verdaulich. Womöglich hievt jedoch gerade diese Eigenschaft auch dieses kommende Werk, wie schon das aktuelle mit dem Titel "Leben, Schreiben, Atmen", wieder in den Rang eines Bestsellers.

Lesen Sie dazu auch: Doris Dörrie versinkt beim Schreiben in Erinnerungen

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