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Theater

20.10.2018

Tanz den Edward Hopper

Als wär’s ein Bild von Edward Hopper: Luca Scaduto, Edoardo Neviani, Yoh Ebihara in „Gesichter der Großstadt“ am Theater Ulm.
Bild: Jochen Klenk

Einsamkeit und Party: Ulms neues Ballett überzeugt mit „Gesichter der Großstadt“

Sieben Wochen hatte der neue Ulmer Ballettdirektor Reiner Feistel nur Zeit, um nach seiner Ankunft am Theater mit einer neu geformten Ballettcompagnie seine erste Premiere zu choreografieren. Keine leichte Aufgabe, denn die zehn Tänzer seines Ensembles kommen aus neun verschiedenen Ländern und drei Kontinenten und waren einander zuvor nie begegnet. Feistel bewältigte die Aufgabe mit seinem Ballettabend „Gesichter der Großstadt“, der vor der Pause eine bereits vor zwei Jahren von ihm für das Theater Chemnitz entwickelte und mit dem Sächsischen Theaterpreis ausgezeichnete Choreografie auf die Bühne bringt; nach der Pause nimmt Feistel mit einer Uraufführung auf Ulm als neue Heimat für sich und die Tänzer Bezug.

Das Bühnenbild des Hamburgers Hans Winkler stellt detailliert Gemälde des 1882 geborenen New Yorker Malers Edward Hopper nach. Hoppers Thema war die Einsamkeit des modernen Menschen in der Anonymität der Stadt. Feistel lässt die Menschen aus Hoppers Bildern heraustreten und interpretiert die Figuren zu Musik unter anderem von Frank Sinatra und Michael Nyman in ihrer Einsamkeit, in ihrer Suche nach einer Beziehung, in ihrer Isolation, Fremdheit und Melancholie. Entsprechend distanziert gestaltet Feistel selbst die Pas de deux der Choreografie. In den meisten Szenen erscheint die Beziehung der Protagonisten als sterile Momentaufnahme, bei der wenig zwischenmenschliche Interaktion geschieht.

Am Ulmer Bahnhof beginnt Reiner Feistels Uraufführung. Die Weichenstellungen der vergangenen Monate im Leben der Tänzerinnen und Tänzer spiegeln sich in dieser Choreografie: eine neue Stadt, neue Beziehungen, während der Kontakt zu geliebten Menschen aus dem vorherigen Leben nur noch über das Smartphone stattfindet. Die Aufgabe, aus zehn Individualisten ein Team zu formen, hat Feistel ebenso in die Choreografie verpackt wie die Annäherungen untereinander. Wie Touristen bewegen sich die Tänzer im Ulmer Fischerviertel, entdecken das Münster, werben umeinander. Auf einer Bank tanzen sich Seungah Park und Gabriel Mathéo Bellucci als  keckes  Liebespaar  in die Herzen des Publikums. Max Richters Neukomposition von Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ unterlegt die Szenen. Am Ende feiern die Tänzerinnen und Tänzer mit den Breakdancern des Ulmer Jugendkultur-Vereins „Underground Movement“ eine bunte Party.

am 24. und 26. Oktober und am 3., 7., 9. und 13. November.

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