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Berlinale

07.02.2019

Wehmut zum Auftakt: 69. Berlinale gestartet

Dieter Kosslick bei der feierlichen Eröffnung der Berlinale. Für ihn ist es ein Abschied.
Bild: Britta Pedersen, dpa

Bei der Eröffnung der 69. Berlinale fühlen viele Prominente Wehmut. Schließlich ist es die letzte mit Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Die letzte Berlinale mit Festivaldirektor Dieter Kosslick ist gestartet. Bei der feierlichen Gala im Festivalpalast am Potsdamer Platz ehrten die zahlreichen Prominenten am Donnerstagabend die Arbeit des 70-Jährigen, der die Filmfestspiele seit 2001 leitet. Das schönste Kompliment komme aus den langen Reihen derer, die stundenlang vor den Ticketschaltern anstünden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Das Festival wurde am Abend mit der Premiere des Dramas "The Kindness of Strangers" der dänischen Regisseurin Lone Scherfig eröffnet. Der Wettbewerbsbeitrag erzählt die tragische Geschichte einer Mutter, die mit ihren beiden kleinen Söhnen vor ihrem gewalttätigen Mann flieht und sich mittellos in New York durchschlagen muss. "The Kindness of Strangers" ist der erste von 17 Filmen, die im diesjährigen Wettbewerb um die Hauptpreise konkurrieren. 

Die Gala wurde gewohnt unterhaltsam von der Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke moderiert. Mit ihrem bekannten Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch amüsierte sie die Premierengäste wie Fatih Akin, Iris Berben, Andie MacDowell, Wim Wenders, Heike Makatsch, Marius Müller-Westernhagen und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Natalie Wörner kam. Das letzte Jahr sei so schnell vorbeigegangen, sagte Engelke - "acht neue Star-Wars-Filme", "zwölf Rücktritte von Seehofer". 

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Kosslick habe Berlinale aus dem Tiefschlaf geholt

Im Mittelpunkt des Abends stand aber auch der Abschied von Kosslick. "Mann mit rotem Schal, wir sind nur wegen dir hier", sang Engelke im Eröffnungsduett mit Max Raabe. Für den Sänger Marius Müller-Westernhagen war es ebenfalls ein wehmütiger Abend. "Es geht so eine Ära zu Ende in Berlin." Die Stadt sei für ihn immer durch zwei prägnante Persönlichkeiten repräsentiert worden: den früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kosslick als Gesicht der Berlinale. Auch Iris Berben würdigte den Festivalleiter. Kosslick habe es geschafft, die Berlinale "aus dem Tiefschlaf" zu wecken, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Er habe auch dem deutschen Film wieder eine Plattform gegeben. 

Und Kosslick selbst? Der 70-Jährige gab sich wie stets fröhlich. Ob er schon Wehmut spüre? "Wehmut kommt in zehn Tagen. Wenn wir dasselbe nochmal machen zum Schluss", sagte er vor Beginn der Gala in einem Fernsehinterview, bei dem er wie gewohnt mit Hut und rotem Schal auf dem roten Teppich stand. Momentan sei er einfach nur gespannt. "Nee nee, noch kein Wehmut." Nach seinen vielen Jahren als Festivaldirektor würde er sagen: Mission erfüllt. "Es hat alles gut geklappt." Es gehe darum, den Leuten Lust zu machen, ins Kino zu gehen. (dpa)

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