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Stadtentwicklung

17.11.2017

Bauen allein reicht nicht

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Bürgervertreter fordern, dass in Landsberg auch die Verkehrs- und Infrastruktur mitwächst. Das nächste Treffen ist am 30. November

Vertreter aller Landsberger Bürgerinitiativen vom Papierbach, der Schwaighof-Siedlung und vom Reischer Talweg haben sich am Mittwochabend im voll besetzten Gasthaus zur Sonne in Erpfting über die kommunale Gesamtstrategie der Stadt ausgetauscht. Bei allen Beteiligten herrschte eine entschlossene Stimmung: Sie seien keineswegs besänftigt, wie es Oberbürgermeister Mathias Neuner vor einiger Zeit verlauten habe lassen, hieß es.

Den Teilnehmern ging es vor allem darum, vor den geplanten Bauvorhaben neben der dafür erforderlichen Infrastruktur ein schlüssiges Verkehrskonzept sehen zu können. Mit dem „erst Bauen und danach eine Lösung finden geben wir uns nicht zufrieden“, erklärte Dietmar Fogt-Bergmann, ein Sprecher der Bürgerinitiativen.

Nun sollten nach Willen aller Beteiligten die einzelnen Initiativen gebündelt und mit einem gemeinsamen Fundament Druck auf den Stadtrat ausgeübt werden. Auch Gäste, die nur zu Abend essen wollten, beteiligten sich lebhaft an der Aussprache.

Die Bürgerinitiative Landsberg Südwest/Staufenstraße hatte den Bürgermeister von Mauerstetten, Armin Holderried, eingeladen, der aus seinem Erfahrungsschatz berichtete, ohne bewerten, schlechtreden oder gar kritisieren zu wollen, sondern lediglich Möglichkeiten einer sinnvollen Nachverdichtung aufzuzeigen. Mit deren maßvoller Umsetzung zeigte sich Folkhart Glaser, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, einverstanden. Er warnte aber gleichzeitig davor, alles in die Hände von Investoren zu geben. Glaser kam auch auf die verkehrstechnischen Probleme bei der Bebauung auf dem Gelände der früheren Pflugfabrik zu sprechen, die entstünden, wenn die vielen Autos an der Stadtpfarrkirche Zu den Heiligen Engeln auf die alte B17 einbiegen wollen.

Gerade jüngere Leute zeigten sich empört, was mit ihrer Stadt passiert und gerade von ihrer Seite wurde bemängelt, dass es kein Verkehrskonzept gebe. Landsberg habe nun mal den Lech mit zwei Brücken und somit werde sich der zusätzliche Verkehr weiterhin durch die Altstadt wälzen, stellte eine Frau fest.

„Wir sollten uns an Landsberg 2035 beteiligen und auf einer Internetplattform gemeinsame Ziele formulieren“, schlug ein Diskussionsteilnehmer vor.

Die großen infrastrukturellen Themen wie Kindergärten, Schulen und die Verkehrsproblematik sollten ins Bewusstsein aller Bürger rücken. Der Winter könnte genutzt werden, um die neuen Konturen der Stadt sichtbar zu machen, auch in Hinblick auf den „Sechs-Etagen-Klotz“, mit dem der geplante Hotelbau an der Weilheimer Straße gemeint war.

Es gab kreative Vorschläge zu Aktionstagen, um noch mehr Menschen zu mobilisieren und deren Betroffenheit zu bündeln. Einige Teilnehmer hatten Sorge, ihren Kindern könnte Landsberg keinen Platz mehr bieten und stellten Fragen an Armin Holderried, auch zum Paragrafen 34, der so oder so ausgelegt werden könne, wenn kein Bebauungsplan vorliege. Es gab durchaus Verständnis für die Stadt, die finanzielle Löcher schließen müsse, aber dies dürfe nicht um jeden Preis geschehen, denn eine gesunde Stadtentwicklung sei machbar.

Am 30. November wolle man sich im gleichen Lokal in noch größerer Runde wieder treffen, wurde am Ende des Abends vereinbart.

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17.11.2017

Eine sehr gute Entwicklung. Zusammenarbeit und damit ein größeres Bild von der Zukunft Landsbergs ist wichtig. Es sollten natürlich auch bald "noch unbetroffene" mitmachen.

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