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Eching

10.04.2019

Baumfrevel in Eching: Mit Kettensäge Eichen beschädigt

Am Parkplatz des Strandhauses in Eching sind acht Stileichen angesägt worden. Der Schnitt ist noch gut zu erkennen. Die Bäume mussten gefällt werden.
Bild: Thorsten Jordan

Beim Echinger Strandhaus müssen acht Eichen und eine Esche gefällt werden. Warum schnell gehandelt wurde.

Mindestens acht Bäume sind am Parkplatz im Naherholungsgebiet in Eching mit einer Kettensäge so beschädigt worden, dass sie gefällt werden mussten. Die Polizei sucht nach den Tätern, das Landratsamt veranlasste eine Notfällung der acht Eichen, die an den Stämmen teilweise bis auf wenige Zentimeter durchschnitten wurden.

Erinnerungen werden wach

Echings Bürgermeister Sigfried Luge ist fassungslos. Erinnerungen kommen bei ihm wieder hoch, denn schon vor Jahren hatten ein oder mehrere unbekannte Täter versucht, Bäume auf dem Gelände beim Parkplatz am Strandhaus zu beschädigen. Ob dahinter die Absicht steckte, die Bäume so zu verletzen, dass sie absterben, oder nur eine blanke Zerstörungswut dahintersteckt – das weiß Siegfried Luge auch heute nicht. Noch immer könne man die Narben an den Bäumen erkennen, die sich damals allerdings wieder erholt hatten.

Dieses Mal hatten die Bäume kaum eine Chance. Monika Sedlmaier, Kreisfachberaterin am Landratsamt und für Wasserrecht und Naturschutz zuständig, überzeugte sich gestern selbst vor Ort. Teilweise seien die Bäume von zwei Seiten eingeschnitten worden. Der oder die Unbekannten hatten es offenbar hauptsächlich auf Eichen abgesehen, alle zwischen 30 und 35 Jahre alt und mit einem Stammumfang von durchschnittlich 80 Zentimetern. Die Schnitte, die laut Luge hüfthoch durchgeführt wurden, waren so tief, dass die Standsicherheit der Bäume massiv gefährdet war, zumal auch am Dienstagabend noch ein Gewitter über den Landkreis zog. Monika Sedlmaier: „Wir mussten also unbedingt schnell handeln.“ 15 Mitarbeiter wurden noch am Abend aktiviert, die drei der am schwersten beschädigten Bäume fällten. Gestern wurden weitere fünf Eichen entfernt.

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Schnitte schräg gesetzt

Luge ist überzeugt, dass der oder die Unbekannten genau wussten, wie sie vorgehen mussten. „Die Schnitte in den Bäumen waren schräg gesetzt. Hätte einer waagrecht eingeschnitten, wäre er Gefahr gelaufen, dass die Säge stecken bleibt.“ Auch für die Tatsache, dass die Tat offenbar unbemerkt geblieben war, hat er eine Erklärung. Anders als die lauten Motorsägen, die mit Treibstoff betrieben werden, seien moderne Elektro-Kettensägen heutzutage kaum noch wahrnehmbar, vor allem wenn sie entsprechend gehandhabt werden. Und das Schnittbild weise offenbar auf einen solchen Gerätetyp hin.

Der Bereich um die Standorte der acht Bäume wurde gestern aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Zudem wurde die Polizei hinzugezogen. Allerdings geben die Beamten der Polizeiinspektion Dießen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskünfte zum Stand der Ermittlungen.

Die Kreisfachberaterin Monika Sedlmaier traf sich vor Ort auch mit Johannes Leicht. Er ist der neue Leiter der Außenstelle Ammersee der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Denn ein neunter beschädigter Baum, eine große, gesunde Esche, steht auf staatlichem Grund und somit in der Verantwortung von Leicht. Sedlmaier geht jedoch davon aus, dass auch dieser große Baum seine Kettensägen-Wunden nicht überstehen wird.

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