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Prittriching

19.03.2018

Beim Starkbierfest bleibt kein Auge trocken

Sie lasen den Burchingern beim Starkbierfest in Prittriching die Leviten (von links): Florian Weber, Johanna Drexl und Annalena Weber.
Bild: Hertha Grabmaier

Witzige Anekdoten aus dem Dorfleben werden beim TV Prittriching aufs Korn genommen. Drei Mönche lesen den Burchingern die Leviten.

Was sich die Burchinger im vergangen Jahr so alles geleistet haben, das konnten die Besucher beim traditionellen Starkbierfest des TV Prittriching in der Veranstaltungshalle erleben. Und ihnen wurde zu Anfang mit dem bayerischen Defiliermarsch gleich mal kräftig der Marsch geblasen. Passend zur Wahl des neuen bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder meinte dessen Namensvetter Markus Walch, der Vorsitzende des TVP.

Den ersten Teil des Abends bestritt die kleine Besetzung der Blaskapelle Prittriching mit ihrem Dirigenten Georg Vögele, die gegen den enormen Lärmpegel aus fröhlicher Kommunikation tapfer anspielte. Plötzlich wurde es still. Glockengeläut erklang und drei Mönche – dargestellt von Johannes Drexl, Annalena Weber und Florian Weber – nahmen im auf der Bühne aufgebauten Kirchengestühl Platz. Sie zogen als Erstes ihre Flachmänner aus der Kutte. Petrus hatte sie wegen ungebührlichen Benehmens unter Alkoholeinfluss ein Jahr ins Kloster zu mentalen Studien geschickt, um Kraft aus der Bibel zu schöpfen, wie sie sagten. Ein Alkoholverbot hatte er aber nicht ausgesprochen.

Zehn Feuerwehrleute sind einer zu viel

Getreu dem Motto des Abends prosteten sie den Besuchern immer wieder mit ihren Steinkrügen zu und fanden im Buch der Bücher gar manche Schandtaten trinkfester Burchinger, die sie trotz der himmlischen Schweigepflicht humorig vortrugen.

Beim Starkbierfest bleibt kein Auge trocken

Niemand blieb verschont, den Vereinsmitgliedern und den kommunalen Entscheidungsträgern wurde kräftig eingeschenkt. Mit „Du sollst nicht die Ehe brechen“ besprachen die Büßer die neue weibliche Unterstützung bei der Feuerwehr, wo die Herren entschieden, „die zwei Mädels brauchen Röcke“. Riesenapplaus gab es auch zu der Geschichte, als gleich zehn Feuerwehrmänner das neue, ultimative Auto abholen wollten, obwohl dieses nur neun Sitze habe. Langfinger, die einen Rasenmäher klauten, wollten die frommen Mönche ebenso in ihre Gebete einschließen, wie die Fußballer. Die zweite Mannschaft habe mit dem Aufstieg von der letzten in die vorletzte Klasse einen fulminanten Erfolg feiern können.

Was war da in der Therme los?

Bei der Landjugend gab es Verletzte: Zwei Mädels hatten sich beim Öffnen einer Sektflasche und beim Trinken aus einer Bierflasche einen Zahn ausgeschlagen und der Turnverein benahm sich in der Erdinger Therme ziemlich daneben, wie die Mönche sagten. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben spiele sich im Gartenbauverein und Frauenbund ab. In der Blaskapelle habe sich der neue Dirigent bestens eingelebt. „Wenn sie den mit seinen Frühlingsgefühlen wieder loswerden wollen, ist die erste Klarinette auch gleich weg – prost“, meinten die Mönche.

Eine Ermahnung an den Gemeinderat

Beim Fischerausflug herrschte im vergangen Jahr totales Alkoholverbot – wegen der Nahtoderfahrung vom Jahr davor. Alkohol könnte durchaus im Spiel gewesen sein, als 13 Prozent der abgegebenen Burchinger Stimmen bei der Bundestagswahl an die AfD gingen, so die Mönche.

Beim Rathausbau sollte der Gemeinderat endlich anfangen zu sparen. Die dubiosen Machenschaften bei den Häuslebauern im Neubaugebiet seien zusammenzufassen unter „Heimat muss man sich leisten können“. Verdienten Beifall bekamen die drei Derblecker, bevor die Musiker mit klassischen und modernen Stücken das überwiegend junge, gut gelaunte Publikum bestens weiter unterhielt.

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