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Landsberg

07.12.2018

Damit Etiketten immer fehlerfrei sind

Oberbürgermeister Mathias Neuner (rechts) ist fasziniert vom Druckinspektionssystem TubeScan. Entwickelt hat das Gerät Firmengründer Dr. Stephan Krebs. Das Bild entstand im Rahmen der Feier zum 1000. Verkauf des Systems.
Bild: Frauke Vangierdegom

Kampf dem Fehlerteufel: Dr. Stephan Krebs hat in Landsberg ein System entwickelt, das Druckfehler besser als das menschliche Auge erkennt. Mittlerweile ist das 1000. Gerät verkauft.

„Ich finde es faszinierend, was es alles gibt. Auf der Welt und vor allem in unserer Stadt“, brachte Oberbürgermeister Mathias sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, was in der Robert-Bosch-Straße 10 in Landsberg produziert wird. Dort ist die Firma Nyquist Systems ansässig, die Maschinen baut, die besser als das menschliche Auge Druckfehler erkennen kann.

Pro Minute werden 600 Meter Material überwacht

Jeder kennt die aufgeklebten Etiketten auf Verpackungen für Lebensmittel, Blister für Medikamente oder Joghurtdeckel, bedruckt mit jeder Menge Informationen. In Massen werden sie produziert, in Höchstgeschwindigkeit gedruckt und anschließend weiterverarbeitet. Doch wie wird sichergestellt, dass sich während der Druckphase keine Fehler einschleichen? Wer überprüft, ob sich das zu bedruckende Papier nicht um ein paar Millimeter verschoben hat und dadurch das Logo, der Text oder auch der Barcode nicht mehr zu lesen sind? Immerhin „schießen“ die Etiketten in rasender Geschwindigkeit durch die Druckmaschinen. Das menschliche Auge kann das nur bedingt überwachen. Aber es gibt Maschinen, die mit Präzision, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit diese Aufgaben übernehmen.

Dafür, dass alles seine Richtigkeit hat und im Falle eines Fehlers schnell reagiert werden kann, sorgt die Landsberger Firma Nyquist Systems, bei der Oberbürgermeister Mathias Neuner zu Besuch war. Dort werden sogenannte TubeScans gebaut. Das sind Druckinspektionssysteme, die genau diese Aufgabe übernehmen. Bis zu 600 Meter Material pro Minute überwachen die Geräte, zählen Etiketten und Fehletiketten und erkennen Druck- und Registerfehler auch noch unterhalb von einem Millimeter Fehlergröße. Jetzt feierte das Team von Nyquist Systems die Auslieferung des 1000. TubeScan.

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So sehen die Zukunftspläne aus

Dabei hat Dr. Stephan Krebs, 55, erst 2011 mit der Konzeption und Entwicklung der TubeScan-Familie begonnen. Drei Jahre später fand er in der etablierten Firma BST eltromat einen weltweit tätigen Partner, mit dem die Vermarktung der TubeScans erfolgreich vorangetrieben werden kann. Oberbürgermeister Neuner gratulierte Krebs und seinem Team zum außerordentlichen Erfolg. „Zu solchen Feiern geht ein Oberbürgermeister gerne“, sagte er in seiner kurzen Ansprache. Zu Firmenabwicklungen werde er aber auch nicht eingeladen. Die Stadt Landsberg wolle Firmen, die international agieren und lokal verwurzelt seien, ganz bewusst unterstützen. „Wir schaffen die Infrastruktur. Im Gegenzug bieten Sie Menschen einen Arbeitsplatz vor Ort und bringen uns Gewerbesteuer.“

Zur Geschäftsentwicklung der Firma Nyquist Systems gab es im Rahmen der Feierstunde noch ein paar handfeste Zahlen. Der erste Prototyp entstand 2012, im gleichen Jahr wurde auch das Patent angemeldet. 2013 verließen 35 TubeScans die Produktion, 2016 waren es bereits 490. Und im November wurde das 1000. Gerät gebaut. „Wir sind sehr stolz, mittlerweile über 1000 TubeScan-Systeme im globalen Markt platziert zu haben“, freut sich Dr. Stephan Krebs. „Die Kooperation zwischen Nyquist Systems und BST eltromat erweist sich als ausgesprochen fruchtbar“, bilanzierte Martin Betting, Director Business Development bei BST eltromat, den Erfolg der Partnerschaft.

Das Unternehmen beschäftigt 16 Mitarbeiter

Ausruhen will sich Krebs mit seinem Team auf dem bislang Erreichten aber nicht. Die Entwicklung noch leistungsfähigerer Geräte hat längst begonnen. So wir es ab Januar 2019 eine sogenannte 4k-Einheit geben, in der eine innovative Neun-Megapixel-Kameratechnik „made in Germany“ verbaut ist. Das sei dann weltweit das erst Inspektionssystem, das über eine 100-Prozent-Bildwiedergabe verfügt, sagt der Firmengründer. Am Firmensitz in Landsberg beschäftigt Nyquist Systems 16 Mitarbeiter, hauptsächlich aus dem Bereich Softwareentwicklung und Mechatronik. Den Standort Landsberg kannte Krebs, wie er dem Landsberger Tagblatt auf Nachfrage mitteilt, bereits aus seiner Tätigkeit als Entwicklungsleiter bei einem großen Unternehmen im Landkreis. „Für mich stand schnell fest, dass die Stadt der ideale Ort ist, an dem ich mich mit meinem Unternehmen niederlassen möchte“, sagt Krebs, der zuvor auch viele Jahre in Kanada und in den USA tätig war.

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