Newsticker

Börsengang des Tübinger Biotechunternehmens CureVac erwartet
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Das Eglinger Wirtshaus Widmann soll Wohnungen weichen

Egling

23.06.2020

Das Eglinger Wirtshaus Widmann soll Wohnungen weichen

Das Gasthaus Widmann in Egling schließt für immer seine Pforten. Nun soll das Gebäude an der Hauptstraße umgebaut werden. Allerdings gibt es noch Hürden zu nehmen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Das 1925 eröffnete Gasthaus Widmann in Egling ist Geschichte. Zwar gab es zwei ernsthafte Interessenten, dennoch scheiterten die Verhandlungen aus unterschiedlichen Gründen. Beim Wohnungsbau gibt es offene Fragen.

Im Landkreis bleibt ein weiteres traditionsreiches Gasthaus dauerhaft geschlossen: Widmanns Wirtshaus in Egling. Stattdessen sollen in dem Gebäude Wohnungen entstehen. In den vergangenen Monaten wurde einiges probiert, um den Betrieb zu retten.

Der 1925 eröffnete Familienbetrieb kämpft schon länger mit Problemen. Alles begann damit, dass Franz Widmann im November 2015 völlig überraschend im Alter von 49 Jahren starb und seine älteren Geschwister Heinrich Widmann und Christine Klaßmüller plötzlich in der Verantwortung standen. Franz Widmann hatte sich in den vergangenen Jahren mit im Wirtshaus stattgefundenen Kabarett- und Kleinkunstveranstaltungen einen Namen in der Region gemacht. Nach seinem Tod stand auch ein Verkauf der Immobilie an die Gemeinde im Raum, um das Wirtshaus zu erhalten. Kurzfristig war auch die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in dem Gebäudekomplex im Gespräch. Doch beim Kaufpreis wurden sich in 2016 Erbengemeinschaft und Kommune nicht einig.

Drei Pächter in vier Jahren

Rund ein Jahr war das Gasthaus geschlossen, und dann gaben sich drei Pächter in vier Jahren die Klinke in die Hand. „Wir hatten kein glückliches Händchen bei der Auswahl und haben mit jedem Pächter wieder etwas dazugelernt“, sagt Christine Klaßmüller. Seit Ende vergangenen Jahres war die Lokalität komplett geschlossen.

Das Eglinger Wirtshaus Widmann soll Wohnungen weichen

Dabei gab es sogar zwei Interessenten, die für den weiteren Betrieb des Lokals infrage gekommen wären. „Wir haben im Februar mit jemandem über einen Verkauf verhandelt, der die Gastronomie erhalten wollte, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Schützen dort beheimatet bleiben. Doch die wollten unbedingt ein neues Vereinsheim“, sagt Klaßmüller. Wie berichtet, hat der Gemeinderat beschlossen, eine neue Schießsportanlage für die Edelweiß-Schützen Egling am Schulzentrum, südöstlich der Mehrzweckhalle zu bauen. Kalkuliert wird mit Kosten von 730.000 Euro. Davon kommen 235.000 Euro als Zuschuss vom Bayerischen Sportschützenbund. Die Schützen wollen etwa 114.000 Euro tragen und Eigenleistungen im Wert von 72.000 Euro einbringen. Wegen dieser Entscheidung kam das Geschäft für die Inhaber des Familienbetriebs nicht zustande.

Aus den Erfahrungen gelernt

Gespräche führten sie auch mit einem Wirt, der griechisches Essen anbieten wollte. „Theoretisch hätte er Ende Dezember schon anfangen können. Aufgrund der vorherigen Erfahrungen mit anderen Pächtern wollten wir eine Schufa-Auskunft sehen, die er aber nie vorgelegt hat.“ Als dann auch noch die Brauerei von der Familie einen Heizkostenzuschuss verlangt habe, beendete diese die Gespräche, so Klaßmüller. Das Haus sei sehr groß und entsprechend hoch seien auch die Kosten für den Unterhalt, fügt sie an. Zudem sei es, bedingt durch die Corona-Krise, noch viel schwieriger geworden, einen Pächter zu finden, der unter den gesetzlichen Auflagen einen Gastronomiebetrieb übernimmt, sagt sie.

Nun soll das Gebäude an der Hauptstraße am südlichen Ortseingang umgebaut werden und eine Wohnanlage mit 14 Wohneinheiten, neun Garagen und weiteren Stellplätzen entstehen. Der Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung dazu sein grundsätzliches Einvernehmen zur Nutzungsänderung gegeben. „Ich bin sehr erleichtert darüber und hoffe, dass auch das Landratsamt zustimmt. Es dürfte ja niemand ein Interesse daran haben, dass da irgendwann eine Bauruine steht“, kommentiert Klaßmüller. Das Areal liegt allerdings außerhalb des Bebauungsplans. Die Bahnlinie ist die Grenze zum Außenbereich.

Auch ein Spielplatz ist geplant

Ob die Familie den Umbau selber organisieren werde, oder einen Käufer das Projekt realisieren lasse, stehe noch nicht fest. Es werde wahrscheinlich eine Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen, sagt die Eigentümerin auf Nachfrage des LT. Alle Parteien, die dort später einmal einziehen, sollen aber ein Stück Garten erhalten. Das Grundstück hat eine Gesamtgröße von 12.000 Quadratmetern. Auch ein Gemeinschaftsspielplatz ist angedacht.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren