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22.02.2015

Das Image verbessern, aber wie?

Alfred Enderle, BBV-Bezirks- und Umweltpräsident, Moderatorin Angela Braun (Bayerischer Rundfunk) und Dr. Richard Bartels (Slowfood) diskutierten auf dem Podium.
Bild: Romi Löbhard

Landwirte blicken in Eresing auf ihren Berufsstand und wie er wahrgenommen wird

Die Schlagworte zur Podiumsdiskussion „Brunnenvergifter, Tierquäler, Stinkstiefel“ hätten ihn erschreckt, erklärte Bürgermeister Josef Loy in seinem Grußwort zum Kreisbauerntag im „Alten Wirt“ in Eresing. Das Gegenteil sei der Fall, so Loy. Bauern stellten ihre Felder als Wasserschutzgebiete zur Verfügung, er sehe keine Spur von Tierquälerei und Stinken – irgendwann müssten die Bauern auch ihre Felder düngen. „Wer auf dem Land leben will, muss das akzeptieren.“ Die Podiumsdiskussion blieb nicht lang allein Sache des Podiums, schnell mischten sich Anwesende mit ihrer Meinung dazu.

Zu Beginn hatte Moderatorin Angela Braun ein eher düsteres Bild zum Thema Wasser gemalt. Das Grundwasser sei bayernweit zu einem Drittel in Gefahr, so Braun, verseucht eben gerade durch Dünger und Pflanzenschutzmittel. Alfred Enderle, BBV-Bezirks- und Umweltpräsident, meinte dazu zunächst, er finde es grundsätzlich positiv, wenn sich die Bevölkerung mit solchen Themen auseinandersetzt. Der Aussage allerdings müsse er widersprechen, die Gefahr der Verschlechterung sei nicht gegeben. Es habe sich lediglich die Methodik geändert, nach der gemessen wird. Auch könne das gesteckte Ziel, Werte zu verbessern, nicht so schnell erreicht werden. „Veränderungen in den Wasserwerten dauern Jahrzehnte“, so Enderle. Probleme könnten nicht global behandelt, sondern müssten direkt vor Ort angegangen werden. Der Verbraucher müsse ehrliche Daten bekommen, auch sollte der Gewässerschutz nicht gegen den Bodenschutz ausgespielt werden.

Für Dr. Richard Bartels, Vorsitzender der Slowfood-Gruppe Fünfseenland und Tierarzt, ist in ganz Bayern die Welt nicht mehr heil. „Wir importieren Futter aus der ganzen Welt und haben davon Gülle ohne Ende, das ist ein Ungleichgewicht.“ Allerdings fällt Bartels auch eine gewisse Schizophrenie beim Bürger auf: Dieser sei sehr besorgt um die hiesige Wasserqualität, im Supermarkt aber kaufe er Wasser in Flaschen abgefüllt, ohne nach der Güte zu fragen.

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Mehr Wissen über gute Lebensmittel müsse an den Verbraucher gebracht werden, meinte ein anderer Versammlungsteilnehmer. Der züchterische Weg habe in eine Sackgasse geführt, erklärte Bartels, Strukturen seien nicht mehr artgerecht. Tiere werden einer einseitigen Nutzung zugeführt, sagte Bartels und führte dazu Kühe an, die nur auf möglichst hohe Milchproduktion getrimmt sind, und 50 Millionen Küken, die jedes Jahr geschreddert werden, weil sie das falsche Geschlecht haben.

Alle waren sich einig, dass das Image des Landwirts verbessert werden müsse. Aber auch die Verbraucher, die sich meist zum Kauf des günstigen Produkts verleiten lassen, müssten umdenken. Wichtig sei persönlicher Kontakt der Landwirte zu den Verbrauchern, nur so könne das Ansehen des Berufsstandes gepflegt werden.

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