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Schondorf

29.07.2020

Das Landheim in Schondorf rechnet mit einem kräftigen Wachstum

Millionenschwere Baumaßnahmen will das Schondorfer Landheim verwirklichen. Unter anderem soll das Föhrenhaus (Bild) abgerissen werden. Geplant sind unter anderem zwei neue Internatshäuser und ein Schulgebäude.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Schondorfer Stiftung geht davon aus, dass die Schülerzahl in wenigen Jahren auf 350 steigt. Deshalb soll gebaut werden. Der Gemeinderat macht klar, dass er dabei ein Wörtchen mitzureden hat.

Das Landheim Ammersee in Schondorf erwartet bis zum Schuljahr 2025/26 einen Anstieg der Schülerzahlen von jetzt 279 auf 350. Rüdiger Häusler, der Leiter der Stiftung Landheim, war deshalb zur jüngsten Schondorfer Gemeinderatssitzung gekommen. Er berichtete, dass die Schülerzahlen derzeit wieder wachsen und zudem mit dem vom Kultusministerium beschlossenen neunjährigen Gymnasium 2025 für die neue Oberstufe 50 Schüler mehr untergebracht werden müssen. Um zukunftsfähig zu sein, müssten am Landheim größere bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Rund 120 Mitarbeiter beschäftigt das seit 1905 bestehende Landheim, das ein Internat und ein Tagesheim anbietet. Inzwischen sind es drei Schulen, das Ernst-Reisinger-Gymnasium und das Julius-Lohmann-Gymnasium sowie die Julie-Kerschensteiner-Grundschule, die auf dem Gelände am nördlichen Ortsrand in etwa 300 Meter Entfernung vom Ammersee entfernt angesiedelt sind. Auf 25 Millionen Euro schätzt Häusler die Kosten für die anstehende Sanierung und die Neubauten. Mit diesem Geld sollen ein neues Schulgebäude für neun Klassen sowie zwei Internatsgebäude errichtet werden, auch die Sanierung des Bestands sei vorgesehen. Außerdem sollen die alten Ölheizungen durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Die angemieteten Räume im Haus am See würden dann nicht mehr benötigt werden.

Auch eine Reserve ist schon vorgesehen

Der vom Landheim beauftragte Architekt Christoph Krümpelmann präsentierte im Gemeinderat, was geplant ist und stellte auch gleich einen Entwurf zur 2. Änderung des Bebauungsplanes Landheim-Sporthalle vor, der vorab erstellt wurde. Die Kosten für die Änderungen übernimmt das Landheim. Krümpelmann sagte, dass das Föhrenhaus und die Gärtnerei so marode seien, dass diese abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden sollen. In den beiden neuen Internatshäusern sollen jeweils 48 Schüler und vier Erzieherfamilien wohnen. Das neue Schulhaus wird als Oberstufenzentrum geplant. Als weitere Fläche für den Bau eines Wohnhauses ist ein Platz neben dem Simmet-Haus vorgesehen, wo an der Bahnhofstraße noch eine Baulücke besteht.

Das Landheim in Schondorf rechnet mit einem kräftigen Wachstum

Im Planentwurf des dann um einige Flurnummern erweiterten etwa 81.000 Quadratmeter großen Geländes sollen nach den Wünschen des Landheims maximal 9610 Quadratmeter bebaut sein. Bisher sind es im Bestand rund 7170 Quadratmeter, davon würden 607 Quadratmeter abgerissen und 2230 Quadratmeter bebaute Fläche neu dazu kommen. Außerdem soll bereits eine Reserve von rund 800 Quadratmetern Baufläche festgelegt werden. Rücksicht genommen werden müsse auf die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, das Haupthaus aus dem Jahre 1907 sowie weitere Gebäude aus dem Jahr 1929. Die parkartigen Grünflächen sollen erhalten werden. Für die Architektur des neuen Schulhauses sei ein Wettbewerb angedacht, sagte der Architekt.

Der Stiftungsleiter drückt aufs Tempo

Im Gemeinderat fasste man die Präsentation unterschiedlich auf. Zweiter Bürgermeister Martin Wagner ( CSU) kam sich „fast überrumpelt“ vor. Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) stellte klar, dass die Gemeinde einen Planer für die Änderung des Bebauungsplanes Landheim-Sporthalle beauftragt. „Die Zeit drängt“, mahnte Stiftungsleiter Häusler. Krümpelmann erklärte das Vorgehen so, dass vor den Bauanträgen zuerst die städtebaulichen Änderungen geklärt werden müssen.

Das Haupthaus des Schondorfer Landheims.
Bild: Thorsten Jordan

Trotzdem forderte Wolfgang Schraml (FWS) einen „unabhängigen Planer“. Er habe aber nichts dagegen, dass sich das Landheim entwickelt. Dies betonten auch mehrere Gemeinderäte. Thomas Betz (CSU) brachte als alternativen Planer das Schondorfer Büro Gradl ins Spiel. Schraml schlug den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München vor. Der Vorschlag von Herrmann, die Planung an das Büro Schneider Krümpelmann Architekten Partnerschaft zu geben, fiel mit 8:9 Stimmen durch. Für die Variante mit dem Büro Gradl als Planer stimmten 13 Gemeinderäte, vier waren dagegen. Der Planungsverband soll aber nicht beauftragt werden, falls Gradl den Auftrag nicht annimmt, denn nur vier Gemeinderäte sprachen sich für diese Variante aus. Einig waren sich die Gemeinderäte aber wieder, dass die Grundlagen für die Bebauungsplanänderung das von Architekt Krümpelmann vorgestellte Plankonzept sein soll.

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