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Ludenhausen

20.09.2016

Das Pilotprojekt und die Leistungstests

Die Sudbury Schule in Ludenhausen ist geschlossen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Nach der Schließung der Sudbury Schule nimmt der Münchener Verein Stellung zu Aussagen der Regierung von Oberbayern.

Die Schüler, Mitarbeiter und Unterstützer wollen die „Sudbury Schule Ammersee“ in Ludenhausen erhalten. Die Regierung von Oberbayern hat aber – wie ausführlich berichtet – den Schulbetrieb nach zwei Jahren nicht weiter genehmigt. In einer Pressemitteilung nimmt Simone Kosog vom Sudbury Verein München jetzt Stellung zu zwei Aussagen der Regierung von Oberbayern.

Zum einen hatte die Schulaufsichtsbehörde erklärt, dass die Sudbury-Schule in der zweijährigen „Pilotphase“ nachweisen hätte sollen, dass sie die Lehrziele einer öffentlichen Grund- und Mittelschule einhält, was laut Regierung von Oberbayern nicht geschehen war. Hierzu Simone Kosog: „Es war nie von einer Pilotphase die Rede.“ Vielmehr sei dem Schulträger damals vermittelt worden, die zeitlich befristete Genehmigung sei üblich für neue Schulformen. „Gleichzeitig wurde immer wieder betont, das auch die Regierung sehr wohl ein Interesse daran habe, dass die Schule langfristig besteht“, so Kosog weiter. Dies lasse sich belegen durch den Gebäude-Mietvertrag: „Die Regierung hatte damals eine Mietoption von uns über 16 Jahre verlangt, sich dann schließlich aber mit acht Jahren zufriedengegeben. Der Vertrag über eine achtjährige Mietoption des Schulgebäudes war verpflichtender Bestandteil unserer Genehmigungsunterlagen.“ Zahlreiche Eltern seien sogar aus dem Ausland in den Landkreis Landsberg gezogen. „Das hätten sie nicht getan, wenn dies nur eine Pilotphase gewesen wäre, auch wir Gründer hätten dafür nicht all die Risiken aufgenommen“, so Kosog weiter.

Außerdem nimmt sie Stellung zum Thema „Leistungstests“. Hierzu hatte die Regierung von Oberbayern erklärt, dass sie als staatliche Schulaufsicht keine oder nur ungenügende Erkenntnisse zum Ausbildungsstand der Schüler gehabt habe und sich die Schulversammlung zudem weigerte, an einer Leistungsprüfung teilzunehmen. Diese hatte die Schulaufsicht angesetzt, um sich ein Bild über den Lernstand der Kinder zu verschaffen. Kosog sagt dazu: „Die Schulgemeinschaft ist nicht prinzipiell gegen Testungen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre hätten wir uns gut vorstellen können, dass Schüler hier freiwillig teilnehmen.“ Im aktuellen Zusammenhang seien die Tests jedoch eindeutig als „Replik auf das Hausverbot, das wir einem Regierungsvertreter nach einem katastrophalen Schulbesuch erteilt hatten“, zu sehen. Die Schulgemeinschaft habe nicht das Vertrauen gehabt, dass hier fair mit den Schülern umgegangen würde. Auch zu diesem Zeitpunkt hätten die Schul-Vertreter immer wieder versucht, Brücken zu bauen und zum Beispiel erneut vorgeschlagen, Derry Hannam, „einen Schulinspektor aus England, mit viel Erfahrung mit demokratischen Schulen“, zum Gespräch und begleitend zu Schulbesuchen einzuladen. „Hierauf wurde nicht eingegangen“, so Kosog.

Gegen den Bescheid, die Sudbury Schule nicht weiter zu genehmigen, hat der Schulträger Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Noch gibt es dazu keine Entscheidung.

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