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St. Ottilien

03.11.2018

Das Rhabanus-Maurus-Gymnasium wird zur Großbaustelle

An der Schule in St. Ottilien soll ein Anbau entstehen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Die Diözese Augsburg investiert fast 40 Millionen Euro in den Neubau des Gymnasiums St. Ottilien. Neuigkeiten gibt es auch vom Tagesheim.

Der geplante Neubau des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums (RMG) nimmt noch vor dem Jahreswechsel offenbar konkrete Formen an: Der Stiftungsrat des Schulwerks der Diözese Augsburg hat Grünes Licht für das 37,6 Euro-Millionen-Projekt gegeben. Geplant ist ein Neubau der Schule, verbunden mit der Neuorganisation des Ganztagsangebots.

Die nächsten Schritte werden jetzt eine Abstimmung im Benediktinerkonvent und die Zustimmung des Kreistags des Landkreises Landsberg zum Finanzierungskonzept sein. Der Beratungsprozess innerhalb des Ordens ist intensiv: „Seit 40 Jahren betreiben wir das Tagesheim, es hat große Tradition und sichert den benediktinischen Einfluss bei der Erziehung der Kinder“, erklärt Bruder Josef Götz, Cellerar und damit wirtschaftlicher Leiter des Klosters. Während die Schule schon seit Jahrzehnten in der Trägerschaft des Schulwerks ist, waren das Internat, das mangels Nachfrage vor zwei Jahren aufgegeben wurde, und das Tagesheim für die Betreuung der Kinder nach Schulschluss Sache des Klosters, dem die Gebäude auch gehören.

Verlieren die Benediktiner den Einfluss auf das Tagesheim?

Dessen Konvent hat dem Totalabbruch des Gebäudekomplexes im vergangenen Jahr - wie berichtet - mehrheitlich zugestimmt und für einen Neubau an derselben Stelle grünes Licht gegeben (Lesen Sie unseren Archivartikel dazu: Jetzt wird erst geprüft ). Jetzt muss der Cellerar mit seinen Mitbrüdern, den Eltern, Schülern und Ehemaligen beraten, ob und unter welchen Bedingungen auf die Führung des Tagesheims durch die Benediktiner verzichtet werden kann.

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Grund für den Wunsch des Diözesan-Schulwerks nach einer Übergabe der Trägerschaft ist laut Vorstandsvorsitzendem Peter Kosak und auch der Schulleitung die Präferenz, eine „rhythmisierte Ganztagsschule in offener Form“ im neuen Schulkomplex einzuführen. Das bedeutet, dass an zwei von fünf Schultagen in der Woche ein ganztägiger Unterricht stattfinden würde. Für die anderen drei Tage ist ein Ganztagsangebot flexibel wählbar. Damit würden Schule und Ganztag miteinander verschmelzen. Aus pädagogischer und organisatorischer Sicht ist die Trägerschaft durch das Schulwerk hier sinnvoll und notwendig.

Der Schulneubau soll von vier beteiligten Parteien finanziert werden: Der größte Anteil entfällt auf den Freistaat Bayern und die Diözese Augsburg, vertreten durch das Schulwerk, das neben dem RMG noch weitere 41 Grund- und Realschulen, Gymnasien, Fachakademien und Berufsfachschulen betreibt. „Es ist für das Schulwerk mit Abstand das größte Einzelprojekt der letzten Jahre“, so Direktor Peter Kosak.

Der Landkreis könnte im Dezember Fördergelder bewilligen

Geld kommt auch vom Kloster St. Ottilien und dem Landkreis Landsberg, aus dem die überwiegende Anzahl der Schüler kommt. „Es gab gute Vorgespräche mit Landrat Thomas Eichinger. Wir hoffen, dass der Kreistag dem ihm zugedachten und an die Schülerzahl gekoppelten Anteil auch zustimmt“, sagt Peter Kosak. Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, bestätigte gestern gegenüber dem Landsberger Tagblatt den Sachverhalt: „Es hat bereits Kontakt und erste Gespräche gegeben.“

Er geht davon aus, dass das Thema, wenn alle notwendigen Unterlagen und Informationen bis dahin vorliegen, Bestandteil der Haushaltsberatungen des Kreistags sein werden und im Dezember dann abschließend beschieden wird. Über die genaue Finanzierungsaufteilung schweigen sich die Beteiligten bislang aus. Fest steht, dass sich weitere Landkreise, aus denen Schüler nach St. Ottilien kommen, nicht beteiligen wollen.

Der genaue Zeitplan steht noch in den Sternen

Sobald die offenen Punkte ausgeräumt sind, was Bruder Josef Götz zufolge beim Kloster noch dauern könne, steht im kommenden Jahr die Suche und Beauftragung eines Architekturbüros an. Dieses soll nicht über einen Wettbewerb, sondern über ein Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge (VgV) gefunden werden. Für einen genauen Zeitplan der Bauphase sei es daher auch noch zu früh.

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