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Denklingen
04.01.2021

Ehepaar in Denklingen nach 32 Jahren als Mesner verabschiedet

Gottlieb und Margit Gilg werden von Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger nach über 32 Jahren als Mesnerehepaar verabschiedet. 
Foto: Braunegger

Plus Gottlieb und Margit Gilg waren jahrzehntelang Mesner in Denklingen. Wen sie sich als Nachfolger wünschen.

Eigentlich wollten Gottlieb und Margit Gilg das Amt nur übergangsweise ausfüllen – aber wie das oft in diesen Fällen ist, wurde es zur Daueraufgabe. Nach über 32 Jahren hat das Mesnerehepaar von Denklingen nun aber doch aufgehört. Noch gibt es keine Nachfolger, aber sie können sich gut vorstellen, wer infrage kommen könnte.

Es war ein tragisches Ereignis, das Gottlieb und Margit Gilg zum Mesnerehepaar werden ließ. „Der damalige Mesner ist noch bei uns am Garten vorbeigegangen“, erinnert sich Margit Gilg. Man habe miteinander gesprochen und plötzlich sei er tot umgefallen. „Mein Mann war damals der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und hat dem Pfarrer vorgeschlagen, dass wir aushelfen, bis er wieder jemanden findet“, erinnert sich die heute 65-Jährige.

Margit Gilg war am Anfang unsicher

Doch aus dem „vorübergehend“ wurde nichts: Sie blieben bis vor Kurzem die Mesner von Denklingen. „Es hat unwahrscheinlich viel Freude gemacht“, blickt Margit Gilg zurück, dabei sei es anfangs gar nicht so einfach gewesen. Dem damaligen Pfarrer Jakob Zeitlmeir habe sie eingestanden, „dass ich mich im Altarraum gar nicht zu bewegen traue, aber er meinte nur: Das kriegen wir schon hin“. Und Pfarrer Zeitlmeir sollte recht behalten, denn mit der Zeit gewöhnte sich Margit Gilg daran. Anders hätte sie ihre Aufgaben auch gar nicht bewältigen können. „Wir haben immer alles gemeinsam gemacht“, sagt sie.

Und dazu gehörte auch der Blumenschmuck in den Kirchen. „Sie haben seither unsere Kirche für alle Feierlichkeiten wundervoll und dem Jahreskreislauf entsprechend geschmückt und ausgestattet. Durch Ihre Arbeit und Ihren Einsatz haben Sie dafür gesorgt, dass unsere Gottesdienste in einem würdevollen und ausgesprochen schönen, feierlichen Rahmen bei allen Anlässen, abgehalten werden konnten“, sagte denn auch Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger bei der Verabschiedung der beiden.

Der Blumenschmuck für die Kirche liegt ihr am Herzen

Tatsächlich hatten die Gilgs dafür sogar einen kleinen Acker angelegt. „Man bekommt im Dorf auch immer Blumen geschenkt, aber wir hatten dann auch unsere eigenen.“ Und dem Blumenschmuck hat sie sich besonders gerne gewidmet. „Das war wie meditieren für mich“, erzählt sie, und besonders das Erntedankfest „war mir eine Herzensangelegenheit“.

Neben der Dorfkirche St. Michael kümmerte sich das Ehepaar auch um die Osteraufkirche und die Antoniuskapelle. Und in den vielen Jahren hatten sie auch einige nette Erlebnisse. Als Gottlieb Gilg (68) einmal den Opferstock von St. Michael – der fast übergelaufen war – geleert hatte, machte er eine interessante Entdeckung: „Es waren fast nur Ein- und Zwei-Cent-Münzen drin, mein Mann hat vermutet, da hat eine Braut, deren Hochzeit nicht zustande gekommen ist, ihren Brautpfennig eingeworfen“, sagt Margit Gilg mit einem Schmunzeln.

Viele schöne Erlebnisse in den 32 Jahren

Und noch nicht lange ist die Taufe her, die ihr noch gut in Erinnerung ist. Mit dabei war auch das kleine Geschwisterchen des Täuflings – und dieses kommentierte das Taufen mit einem lauten „Händewaschen“. „Das war so nett, das Kind konnte noch nicht so gut sprechen, und sah die Taufe eben als Händewaschen an“ – derlei Geschichten hätten sie mit den Jahren viele erlebt.

Jetzt sei es aber an der Zeit, das Amt abzugeben. „Man kann halt nicht mehr so wie früher und spürt, wie Leichtes immer schwererfällt“, sagt Margit Gilg. Deshalb sollten jetzt Jüngere das Amt des Mesners übernehmen, „damit auch wieder frischer Wind reinkommt“. Wenn man etwas so lange mache, dann würden sich gewisse Gewohnheiten einschleifen.

Jüngere sollen das Amt des Mesners übernehmen

Im Laufe der Jahre musste sie auch feststellen, dass immer weniger Menschen in die Kirche kommen. „Ich würde mir wünschen, dass jüngere Leute dieses Amt übernehmen, die auch wieder Jüngere in die Kirche mitbringen.“ Eines kann das Ehepaar versprechen: „Wir haben in dieser Zeit so viel Schönes erlebt.“

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