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Asch

10.05.2018

Der Diebstahl liegt 50 Jahre zurück

Auf einer Postkarte aus den 1950er-Jahren sind die Stockkapelle und das Gnadenbild vor dem Einbruch zu sehen.
Bild: Andreas Hoehne

Im Mai 1968 erbeuteten Unbekannte die Pieta der Stockkapelle oberhalb von Asch. Wenn am Sonntag der neue Kreuzweg geweiht wird, werden sich Viele daran erinnern.

Die Stockkapelle oberhalb von Aschas ist das Ziel zahlreicher Wallfahrer und anderer Besucher. Nun wird sie noch zusätzlich aufgewertet. Am Sonntag, 13. Mai, ab 16 Uhr weiht Jeremias Schröder, der Abtpräses der Benediktinerkongregation, in einem Pontifikalamt einen neuen Kreuzweg. Dieses Datum hat für die Wallfahrtskapelle Maria am Stock eine ganz besondere Bedeutung. Denn vor genau 50 Jahren wurde bei einem nächtlichen Einbruch die Pieta geraubt und vor sieben Jahren unter Beteiligung von 1000 Gläubigen wieder zurück in die Kapelle gebracht.

Waldarbeiter entdeckten das Gnadenbild

Die acht Stelen, auf denen die 14 Stationen des Kreuzwegs auf eine ganz besondere Art dargestellt sind, stammen von einer Künstlerin aus dem Fuchstal, die nicht genannt werden möchte, sagt Dekan Oliver Grimm. Wie ein Arm umschließen sie das Gelände der Kapelle, auf dem bereits ein Unterstand für Pilger errichtet worden ist. Von der Rückseite aus erwecken die in zwei Farbtönen gehaltenen Stelen den Eindruck, sie seien aus Holz, was der Gründungslegende der Kapelle entspricht. Denn Waldarbeiter hatten beim Fällen einer Buche auf ihrem Stamm das Gnadenbild entdeckt. Der Kreuzweg erfülle daneben noch einen ganz profanen Zweck. Es seien immer wieder Autos auf dem Kiesweg vom Parkplatz aus in Richtung Kapelle gefahren, sagt Grimm. Dies verhinderten nun die Säulen.

Eisengitter herausgebrochen

„Der dreiste Diebstahl“, wie es damals in der Zeitung hieß, war in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 1968 geschehen. Einbrecher drangen durch ein Fenster, aus dem sie die Eisengitter herausgebrochen hatten, in die Kapelle ein und stahlen neben vier Engelsfiguren, vier silbernen Leuchtern, zwei alten Votivtafeln und drei Kanontafeln das Gnadenbild. Die Täter ließen die Krone der Maria und die offensichtlich beim Herunterfallen abgebrochenen Strahlen am Kopf der Christusfigur ebenso am Tatort zurück wie eine Taschenlampe, an der man Fingerabdrücke feststellen konnte. Die Suche nach den Dieben und ihrer Beute, deren „materieller“ Wert seinerzeit auf umgerechnet nur etwa 10000 Euro geschätzt wurde, blieb dann jedoch ohne Erfolg.

An der Stelle des historischen Werkes wurde ein paar Jahre später als Ersatz vom damals amtierenden Geistlichen Anton Wanner im Antiquitätenhandel ein ähnliches Gnadenbild beschafft und aufgestellt. Eine Überraschung erlebte man im Dezember 2010. Oliver Grimm teilte im Gottesdienst mit, dass die Pieta wieder aufgetaucht sei. Denn überraschender Weise waren in Indonesien Abgüsse der Figur aufgetaucht, so dass man ihren Aufenthaltsort eher im Ausland vermutete.

Kein Zweifel an der Echtheit

Pfarrer Bernhard Mooser hatte allerdings auch nach seinem Wechsel aus Fuchstal nach Schongau die Hoffnung nicht aufgegeben. Er konnte die Pieta dann von einer namentlich nicht genannten Person zurückerhalten, die sie kurz nach dem Einbruch in gutem Glauben erworben hatte. Obwohl sie übermalt worden war, bestand kein Zweifel an der Echtheit, denn auch die Krone und die Strahlen passten wie angegossen. Zu einem großen Fest wurde dann nach der erfolgten Restaurierung am 13. Mai 2011 die Rückführung in die Stockkapelle. 27 Vierergruppen aus Vereinen und kirchlichen Einrichtungen trugen das Gnadenbild jeweils 100 Meter bis hinauf zur Kapelle. Dort nahm es Pfarrer Mooser von dem Tragegestell und setzte es zurück an seinen angestammten Platz.

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