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Landsberg

30.05.2015

Die Spur führt in die Frontkämpfersiedlung

Diese Planskizze für einen Gedenkstein in der Frontkämpfersiedlung in Landsberg fand Elke Kiefer im Stadtarchiv. 
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Diese Planskizze für einen Gedenkstein in der Frontkämpfersiedlung in Landsberg fand Elke Kiefer im Stadtarchiv. 

Es gibt erste Hinweise auf die Herkunft der unbekannten Köpfe aus Gips. Sind es Modelle aus der Nazizeit?

Langsam kommt Licht ins Dunkel. Es gibt einen ersten Hinweis auf die Herkunft der drei Köpfe aus Gips, die junge Männer darstellen und derzeit im Depot des Neuen Stadtmuseums eingelagert sind (LT berichtete). Der frühere Stadtheimatpfleger Anton Lichtenstern vermutet, dass die Modelle, die in einer Lagerhalle des früheren Steinmetzbetriebs Sepp gefunden wurden, berühmte Soldaten des Ersten Weltkriegs darstellen. Nachforschungen im Stadtarchiv haben ergeben, dass das gut möglich ist.

Im September 1935 begann in Landsberg zwischen der Altöttinger Straße und der Schwaighofstraße der Bau der so genannten Frontkämpfersiedlung. Die „Frontkämpfer“ waren Teilnehmer, insbesondere Schwerbeschädigte, des Ersten Weltkriegs, schreibt Professor Dr. Karl Filser in dem Buch „Landsberg in der Zeitgeschichte – Zeitgeschichte in Landsberg“. Den Baugrund habe die Stadt zur Verfügung gestellt, darüber hinaus hätten Privatleute den Bau der Siedlungshäuser unterstützt. Am 15. März 1936 wurden bei einer Feier die Schlüssel an zehn Frontkämpfer übergeben.

Nördlich der Frontkämpfersiedlung entstand laut Karl Filser im Jahr 1935 die Schwaighofsiedlung. Zwischen den beiden Siedlungen seien in den Jahren 1937 und 1938 weitere Häuser mit 73 Wohnungen gebaut worden. Schon 1936 habe die Stadtverwaltung festgelegt, dass die Straßen in der Frontkämpfer- und der Schwaighofsiedlung „berühmten Männern aus den Ersten Weltkrieg“ gewidmet werden sollen. Anton Lichtenstern erinnert sich an die Immelmannstraße, die Richthofenstraße, die Weddingenstraße und die Speestraße. Er vermutet, dass die drei Köpfe aus Gips als Modelle für Steinbüsten dienten, die in der Frontkämpfersiedlung aufgestellt werden sollten. Das Aussehen der Köpfe erinnere ihn an typische Nazikunst im Stil des Bildhauers und Architekten Arno Breker.

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Elke Kiefer, die Leiterin des Stadtarchivs, hat Hinweise gefunden, dass Lichtensterns Vermutung nicht aus der Luft gegriffen ist. Sie fand eine Skizze für einen Gedenkstein in der Frontkämpfersiedlung. In einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern hatte Landsbergs Bürgermeister Dr. Ernst Schmidhuber am 18. August 1936 erwähnt, dass das kleine Denkmal auf Kosten der Stadt errichtet wurde. Die künstlerische Ausführung habe der Bildhauer und Plastiker Franz Höfle aus Landsberg übernommen. Das Denkmal wurde in der Litzmannstraße, der heutigen Johann-Kobrich-Straße, aufgestellt.

Hinweise auf die drei Köpfe aus der Lagerhalle in der Brudergasse hat Elke Kiefer allerdings nicht gefunden. Auch Arthur Sepp, der die Schriftstücke des Steinmetzbetriebs gesichtet hat, fand dazu nichts. „Es ist gut möglich, dass das jenseits jeglicher Aktenlage entschieden wurde“, sagt die Stadtarchivarin.

Wer etwas über die Herkunft der Büsten sagen kann, darf sich gerne mit dem Landsberger Tagblatt in Verbindung setzen. Per Telefon unter 08191/326-214 (Redakteur Thomas Wunder) oder per E-Mail an redaktion@landsberger-tagblatt.de.

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