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Landsberg

23.03.2009

Ein ganz und gar nicht lächerlicher Traum

Landsberg - Fjodor Dostojewski gilt als schwieriger Schriftsteller. Schwer darin seinen Gedankengängen zu folgen, doch geradlinig darin, wenn es darum geht eine Botschaft zu vermitteln. Ein guter Mensch zu sein, so zu handeln, wie man selbst behandelt werden will. Das klingt eigentlich ganz leicht, ist jedoch im täglichen Leben leider nicht immer so einfach zu erreichen. Im "Traum eines lächerlichen Menschen" einer fantastischen Erzählung des Schriftstellers wird dieses Thema ebenfalls aufgegriffen. Helbert Häberlin liest die Geschichte im Landsberger Stadttheater und bietet einen genussvollen Vormittag mit der wunderbaren Sprache Dostojewskis.

Im Zentrum steht der Erzähler. Er findet sein Leben "lächerlich". Er schläft ein und träumt den Freitod, den er im Leben nicht schafft. Dieser im Titel genannte "Traum" ist in Dostojewskis Geschichte eingerahmt von dem Geschehen davor und danach. Lächerlich wird der Erzähler von seiner Umwelt genannt, weil er die in diesem visionären Traum erlebte Wahrheit berichtet, nämlich "wie Menschen in Frieden und Liebe miteinander leben könnten, ohne Hass, Bosheit, Krieg, ohne Schuld". Eine Utopie, damals wie heute.

In dem Traum wird der Mann zu einem anderen Sonnensystem geführt. "Ich hatte eine vollständiges Nichtsein erwartet und nun befand ich mich in den Händen eines Wesens, das allerdings kein menschliches Wesen war, aber doch wirklich da war, existierte." Er wird durchs All getragen und landet auf einem Planeten, der eine Kopie der Erde darstellt. Auch Menschen gibt es nur kennen sie keinerlei negative Gefühle wie Haß, Neid und ähnliches.

Er lebt mit ihnen, und durch ihn lernen sie diese negativen Gefühle wieder kennen. Er erkennt seine Schuld, und will die Entwicklung zurückdrehen, aber es klappt nicht. Schließlich erwacht er aus seinem Traum und will nicht mehr sterben. Erzieht durch die Welt, um zu predigen, dass man auf der Erde leben und dennoch glücklich sein kann.

Ein ganz und gar nicht lächerlicher Traum

Vom Revolutionär zum konservativen Christen

In fast allen Erzählungen findet man viel von Dostojewskis eigenen Erfahrungen. Krank, spielsüchtig und ein Revolutionär wird er schließlich zum konservativen Christen. So ist der Satz "Liebe die anderen wie dich selbst", die eigentliche Botschaft dieser Erzählung. Denn nur im Verzeihen und Lieben kann eine Welt entstehen, wie sie sich der Erzähler wünscht.

Häberlin spricht diesen Menschen, ruhig und mit großer Intensität. Er bringt dem Zuhörer die Gedankengänge nahe, man lebt und leidet mit der Figur, die ihre eigenen Schwächen mit beeindruckender Deutlichkeit zugibt.

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