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Denklingen

11.06.2018

Eine Ärztin im alten Rathaus

Bevor in das Denklinger Rathaus eine Arztpraxis einziehen kann, muss die Gemeinde voraussichtlich rund eine Million Euro in die Hand nehmen.
Bild: Oliver Sommer

Die Sanierung könnte für die Gemeinde Denklingen ein Millionenprojekt werden. Das führt zu Nachfragen.

Wenn das neue Rathaus im Gasthof Hirsch fertig ist, wird nicht nur der Denklinger Gemeinderat ein neues Domizil erhalten. Zeitgleich mit dem Auszug aus dem alten Rathaus sollen dort die Bauarbeiten und Vorbereitungen beginnen, damit eine Ärztin ihre neue Praxis beziehen kann. Doch die Kosten dafür schmecken nicht allen Räten.

Seit zweieinhalb Jahren wird schon verhandelt

Seit Dezember 2015 stehe die Gemeinde Denklingen in Verhandlungen mit der in Denklingen ansässigen Ärztin sowie der Raiffeisenbank Fuchstal-Denklingen, erklärte Bürgermeister Andreas Braunegger. Es geht darum, im alten Rathaus eine Arztpraxis realisieren zu können. Dabei müsse man, so Braunegger, die finanziellen, technischen und juristischen Fragestellungen lösen. Nun liege eine Vorplanung vor, die im Vorfeld der Beschlüsse durch die zuständigen Gremien bei der Gemeinde Denklingen und der Raiffeisenbank das allseitige Einvernehmen erzielt hätten. Dabei verwies Braunegger auf den Umstand, dass viele Landgemeinden das Problem der medizinischen Versorgung hätten, nachdem immer weniger Ärzte bereit seien, auf dem Dorf ihre Zelte aufzuschlagen.

Das Büro Holzapfel Architekten aus Epfach hatte in seiner Vorplanung die Kosten für den Umbau des bestehenden Gebäudes inklusive energetischer Ertüchtigung und Einbau eines Aufzuges, damit die Patienten in die Arztpraxis gelangen können, ermittelt. Dabei sieht die Kostenschätzung rund eine Million Euro vor, die allein die Gemeinde zu tragen hätte.

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Lieber woanders etwas bauen?

Eine Summe, so sieht es jedenfalls Anita Gropp, für die man an anderer Stelle problemlos eine Praxis komplett neu bauen könnte, vielleicht sogar für weniger Geld. Und könnte man nicht den Raum anderweitig, vielleicht für den sozialen Wohnungsbau, nutzen, wollte Gropp wissen.

Daraus entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, wobei die Räte feststellten, dass der Standort vor allem den Vorteil habe, in der Dorfmitte zu liegen. Und man war sich darüber bewusst, dass man so oder so Geld in die Hand nehmen müsse, um das Gebäude für einen Nachmieter herzurichten. Es bestehe sogar die Gefahr, dass die Raiffeisenbank eventuell ihre Filiale gänzlich aufgeben könnte, wenn sich nicht gleich ein Nachmieter anschließe, hieß es. Natürlich sei es sportlich, mit den Baumaßnahmen am 1. Juli 2019 beginnen zu wollen, wenn die Verwaltung einen Tag zuvor ausgezogen sei. Die Sanierung des Gebäudes sei aber ohnehin auch eine Aufwertung, so der Tenor. Man einigte sich schließlich auf das weitere Vorgehen, auch mit Blick auf die fehlende Zeit, schließlich diskutiere man ja schon seit 2015. So soll nun mit den Architekten aus Epfach ein Vertrag zur Realisierung des Projektes abgeschlossen werden.

Im Rahmen des geplanten Umzuges in das neue Rathaus mussten weitere, ungeplante Kosten genehmigt werden. Unter anderem ging es dabei um den Einsatz von Edelstahl und Messing. Mit Blick auf die Barrierefreiheit wurde der Vorwurf laut, dass die verantwortlichen Architekten vorher schon hätten wissen müssen, dass die Klingelanlage in entsprechender Höhe anzubringen sei. Schließlich wurde aber auch diese Kostenüberschreitung in Höhe von knapp 5700 Euro abgesegnet.

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