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Prittriching

09.08.2018

Eine Prittrichingerin ist Königin des Mehrkampfs

Martina Hierle vom TV Prittriching ist bayerische Meisterin im Jahn-Neun-Wettkampf. Unter anderem stehen dort Geräteturnen und Leichtathletik an – zum Beispiel Stufenbarren.

Martina Hierle vom TV Prittriching ist bayerische Meisterin im Jahn-Neun-Kampf. Dabei sind turnerische, leichtathletische und schwimmerische Kompetenzen gefragt. Wie es die 31-Jährige in diese Sportart verschlagen hat.

Martina Hierle ist viel unterwegs. In ihrem Beruf als Systemingenieurin und mit ihrem Sport, dem Jahn-Neunkampf, in dem sie vor Kurzem erst bayerische Meisterin in ihrer Altersklasse W30+ geworden ist. Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist die 31-Jährige gerade beruflich auf den Kanalinseln vor der Küste Frankreichs.

Keine alltägliche Sportart

Jahn-Neun-Kampf – das ist sicher keine alltägliche Sportart. Sie gehört zum turnerischen Mehrkampf, den es seit einigen Jahren gibt.

Der Bayerische Turnverband (BTV) beschreibt die Jahn-Wettkämpfe als „Königsdisziplin unter den Turnerischen Mehrkämpfen“. Laut dem BTV dürften sich die Jahn-Neun-Kämpfer also mit Fug und Recht als „Könige des Turnens beziehungsweise des Mehrkampfs“ bezeichnen.

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Für das reine Turnen war sie zu schlecht

Der Name Jahn geht auf „Turnvater Jahn“ zurück, der die deutsche Turnbewegung initiierte. Der Neunkampf besteht aus den Bereichen Leichtathletik, Geräteturnen und Wassersport. Aus diesen Sportarten müssen die Athleten jeweils drei Disziplinen absolvieren. Bei der Leichtathletik sind es der 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, beim Turnen Sprung, Stufenbarren und Boden, beim Schwimmen das Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett, die 100 Meter Freistil und 25 Meter Tauchen auf Zeit. Martina Hierle ist eine der erfolgreichsten Jahn-Neun-Kämpferinnen in Bayern, sie gewann in diesem Jahr die bayerische Meisterschaft in ihrer Altersklasse.

Den 100-Meter-Lauf mag sie am liebsten

Martina Hierle begann beim Turnverein Prittriching mit dem klassischen Geräteturnen. „Für das reine Turnen war ich aber zu schlecht“, erzählt sie lachend. Vor knapp zehn Jahren hat sie auf dem Deutschen Turnfest zum ersten Mal vom Jahn-Neun-Kampf erfahren. Sie hat es ausprobiert und war prompt von Beginn an begeistert. Hierle fasziniert vor allem die Vielseitigkeit ihres Sports. „Man braucht in allen Disziplinen ein gewisses Niveau“, erklärt sie. Es sei der perfekte Sport für Allrounder. Ihr gefalle auch das freundschaftliche Miteinander unter den Konkurrenten. „Das kannte ich so vorher nicht. Da hilft man sich, das ist besonders“, sagt sie.

Die Disziplin, die sie am meisten schätzt, ist der 100-Meter-Lauf. Und das, obwohl sie eigentlich aus dem Turnen kommt, nicht etwa aus der Leichtathletik. Quälen hingegen müsse sie sich beim Schwimmen, „das mag ich eindeutig am wenigsten“, gibt sie zu.

Mitglied im Turnverein Prittriching

Sie ist immer noch Mitglied im Turnverein Prittriching, einmal in der Woche trainiert sie dort die Turndisziplinen Stufenbarren, Boden und Sprung. Leichtathletik trainiert sie auf öffentlichen Anlagen, „zum Schwimmen gehe ich in das nächstgelegene Freibad“. Dabei versucht sie, zumindest im Sommer während der Saison, alle Bereiche einmal in der Woche zu trainieren. Sechs bis acht Wochen vor einem Wettkampf beginnt sie dann mit der intensiven Vorbereitung.

In der Saison gibt es drei Wettkämpfe: die Landesmeisterschaften, den Qualifikationswettkampf für die deutsche Meisterschaft und schließlich, als krönenden Abschluss, die deutschen Titelkämpfe.

Im Wasser rundete sie alles ab

Im Qualifikationswettkampf für die deutsche Meisterschaft in Kehl am Rhein (Baden-Württemberg) startete sie in der Altersklasse W30+. Nach den Turndisziplinen lag Hierle auf Rang zwei. In der Leichtathletik überzeugte sie dann und überholte die Konkurrenz. Vor allem in ihrer Lieblingsdisziplin, den 100 Metern auf der Tartanbahn, lief sie ihren Gegnerinnen davon. Den ersten Platz und die souveräne Qualifikation für die deutsche Meisterschaft rundete sie dann bei den Wasserdisziplinen ab.

Anfang Juli startete Hierle bei den bayerischen Landesmeisterschaften in Vilshofen an der Donau. Da sie die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft bereits in der Tasche hatte, trat sie ohne Druck an. Und prompt erzielte sie zwei persönliche Bestleistungen: Im Weitsprung schraubte sie ihre Bestweite auf 4,80 Meter, die 100 Meter lief sie in 13,86 Sekunden. „Ich habe in den Wochen zuvor konsequent trainiert“, analysiert Hierle ihre Bestleistungen. „Und die Tagesform war auch gut“, fügt sie an.

Der Aufwand ist enorm

Ihr nächstes Ziel ist jetzt eine Platzierung unter den besten Zehn bei der deutschen Meisterschaft in Einbeck (Niedersachsen) im September. „Im Moment habe ich vor, dort zu starten“, teilt sie mit . Nicht immer fuhr sie zur deutschen Meisterschaft, der Aufwand ist enorm.

Martina Hierle lebt inzwischen in Weßling am Wörthsee. Auch neben dem Jahn-Neun-Kampf liebt sie es ein bisschen sportlich und geht gerne Fahrradfahren. In Bayern gibt es immer weniger Jahn-Neunkämpfer. Martina Hierle bedauert das: „Ich finde es schade, dass es so wenige machen, vor allem so wenig Jüngere, weil es so ein Allroundsport ist. Der Nachteil ist definitiv der Aufwand, aber ansonsten wäre es schön, wenn ein paar nachziehen würden“, meint die Königin des Mehrkampfs.

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