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Utting

06.11.2019

Eine Volkshochschule fürs Ammerseewestufer

Eine starke Volkshochschule Ammersee West soll sich durch den Zusammenschluss zu einem Zweckverband entwickeln.
Bild: Symbolbild: Alexander Kaya

Plus Die Volkshochschulen Dießen und Ammersee Nordwest wollen sich zusammenschließen. Finanzielle Probleme spielen dabei eine Rolle.

Aus zwei mach eins: Die Westseite des Ammersees soll eine gemeinsame VHS bekommen. So möchten sich Dießen und die Volkshochschule Ammersee Nordwest zu einem leistungsstarken Gebilde vereinigen. Eineinhalb Jahre wurde geprüft und an einem Konzept gearbeitet. Jetzt müssen noch die Gemeinderäte ihre Zustimmung zu dem neuen Zweckverband geben.

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Die Kriterien kann keiner allein erfüllen

Erwachsenenbildung gehört zu den Pflichtaufgaben einer Kommune, sie hat sogar Verfassungsrang. Daran erinnerte Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger in der jüngsten Sitzung. Sie wird zudem vom Bayerischen Staat gefördert. Allerdings müssen dafür Mindeststandards nachgewiesen werden, und damit hat jede Einrichtung, ob VHS Dießen oder Ammersee Nordwest ihre Probleme. Diese Kriterien kann nämlich keine von beiden für sich allein erfüllen. Josef Lutzenberger: „Durch einen Zusammenschluss können wir aber die Förderfähigkeit erhalten.“

Mitgliedschaft, um förderfähig zu bleiben

Hintergrund der Aktivitäten ist eine Regelung des Bayerischen Volkshochschulverbandes. Die sieht vor, dass ab dem Jahr 2019 eine Volkshochschule mindestens 30.000 Teilnehmerdoppelstunden jährlich vorweisen muss, um Mitglied in dem Verband zu sein oder zu bleiben. Diese Mitgliedschaft aber ist nötig, um Fördergelder zu erhalten. Da einzelne, kleinere Volkshochschulen die Vorgabe nicht erfüllen können, ist ein Zusammenschluss nötig.

Eine Volkshochschule fürs Ammerseewestufer

Der Haken liegt bei den Teilnehmerzahlen

Florian Zarbo, Geschäftsstellenleiter in Utting, hatte Zahlen mitgebracht. So erfüllen zunächst einmal sowohl Dießen als auch Ammersee Nordwest das vom BVV geforderte Angebots-Minimum. Insgesamt beläuft sich das Angebot auf 446 Veranstaltungen und 3439 Doppelstunden. Der Haken liege jedoch bei den Teilnehmerzahlen in den Kursen und Doppelstunden. Während Ammersee Nordwest bei der Kursbelegung noch im „grünen Bereich“ sei, liege Dießen weit darunter. Die erforderliche Nachfrage bei Doppelstunden erreichen beide nicht. Statt der erforderlichen 30.000 Teilnehmerdoppelstunden lag die VHS Ammersee-Nordwest 2018 bei 18.171, Dießen gar nur bei 15.475. Josef Lutzenberger: „Wenn wir aber die Mindestnormen nicht erfüllen, sind die Förderungen in Gefahr.“ Und dann stünde die Zukunft des VHS-Angebots in den Sternen, da sie nicht mehr finanzierbar wäre. Deshalb entschloss man sich unter Hinzunahme eines Beraters zur Kooperation in Form eines neuen Zweckverbandes Volkshochschule Ammersee West.

Fehlbetrag wird auf die Mitglieder umgelegt

Wie Florian Zarbo erklärte, ergebe sich bei der Finanzplanung bis 2020 im schlimmsten Fall ein allein durch Gebühren nicht gedeckter Fehlbetrag von rund 158.000 Euro. Gemindert um die Förderungen würde dieser sich auf rund 60.000 Euro reduzieren. Der wiederum müsste anteilsmäßig auf die Mitglieder umgelegt werden. Für Dießen würde das aufgrund der Größe ein deutlich dickerer Brocken. Von einem Zweckverband erhofft sich Lutzenberger aber auch ein attraktiveres Angebot, dadurch mehr Teilnehmer und so mehr Einnahmen über Kursgebühren. „Wo sonst kann man VHS-Kurse entlang der Ammersee-Achse auch ohne Auto gut wahrnehmen.“

Ein Geschäftsführer wird eingestellt

Entsprechend der Größe der Gemeinden sollen Verbandsräte gestellt werden. Für Dießen wären es vier, für die anderen VHS-Gemeinden Utting, Schondorf, Eching und Greifenberg je zwei. Auch soll ein Leiter der Volkshochschule, der auch die Geschäftsführung des Zweckverbandes übernehmen würde, eingestellt werden. Weitere Gemeinden könnten in den neuen Verband aufgenommen werden.

Nun müssen noch die jeweiligen Gemeinderäte dem neuen VHS-Zweckverband zustimmen. Utting hat den Anfang gemacht.

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