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Markteinführung

28.11.2018

Eine alte Marke neu belebt

Produktentwicklerin Carmen Geiger (oben) präsentiert die „Lechtaler“. Während Reros Patiphan den Leberkäse abfüllt, testen Katarina Gorka-Volkova und Carmen Geiger die Qualität der neuen Wurstsorten.
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Produktentwicklerin Carmen Geiger (oben) präsentiert die „Lechtaler“. Während Reros Patiphan den Leberkäse abfüllt, testen Katarina Gorka-Volkova und Carmen Geiger die Qualität der neuen Wurstsorten.

Von der Landsberger Wurstspezialitäten GmbH gibt es jetzt Sorten mit dem Namen Lechtaler. Damit soll der Blick des Unternehmens in die Zukunft gerichtet werden

Mit der Wiederbelebung einer alten Wurstmarke namens „Lechtaler“ will man in der Landsberger Wurstspezialitäten GmbH (ehemals Lutz GmbH) in Landsberg den Blick in die Zukunft richten. Und damit die wechselvolle Geschichte des Unternehmens mit Inhaberwechseln und den jüngsten Irritationen aufgrund der Vorwürfe durch Foodwatch wegen angeblicher Hygienemängel (LT berichtete) hinter sich lassen.

Chris Paul Herfurt, Geschäftsführer der Zur Mühlen Gruppe, zu der der Landsberger Betrieb gehört und Markus Eicher, Geschäftsführer der Medienagentur Cyrano, erinnern sich noch sehr gut an die Tage der Aufregung um den vermeintlichen Skandal und sagen: „Wir hatten sogar Angst, das Ganze könne uns die Einführung der Marke verhageln. Aber wir konnten ja alle Vorwürfe entkräften und durchstarten.“ Wie berichtet, hatte die Organisation Foodwatch Mitte September Kontrollberichte eines Tierarztes veröffentlicht und die Berichte als schwere Hygienemängel eingestuft. Die Firma Tönnies, zu der der Landsberger Betrieb gehört, wies diesen Vorwurf zurück.

Foodwatch hatte darüber hinaus bemängelt, dass das Landratsamt weder die Öffentlichkeit informiert, noch Bußgelder gegen das Unternehmen verhängt hatte. Dazu hatte das Landratsamt schriftlich mitgeteilt, dass es zu keiner Zeit berechtigt war, die Öffentlichkeit zu informieren. Grundsätzlich seien die Behörden verpflichtet zu informieren, wenn ekelerregende Lebensmittel in Verkehr gelangen könnten oder Gesundheitsgefahren bestehen. „Das war nicht der Fall“, hieß es.

Vor Kurzem hat das Landsberger Tagblatt die Produktionsräume im Landsberger Industriegebiet besucht. Das wurde schnell klar: Ohne intensive Hygiene-Vorbereitung kann sich dort niemand ein Bild davon machen, wie Käsewurst, Krakauer oder Leberkäse zubereitet und in die neuen runden Wurstteller verpackt werden. „Absolute Sauberkeit wird bei uns großgeschrieben“, sagt Chris Paul Herfurt. Die bis zu 150 Mitarbeiter seien entsetzt gewesen, als sie von den Foodwatch-Vorwürfen gehört hätten. „Für die Leute hier war das wie ein Schlag ins Gesicht, denn es wurde ja der Anschein erweckt, hier würde schlampig gearbeitet“, so Herfurt. Von Foodwatch selbst habe sich im Übrigen bis heute niemand persönlich ein Bild von den Produktionshallen gemacht. In denen werden seit einigen Wochen auch die neuen Wurstspezialitäten hergestellt.

„Eigentlich ist Lechtaler eine alte Marke, die wir neu belebt haben“, erläutert Eicher. Recherchen hätten ergeben, dass die Wortmarke seit 20 Jahren angemeldet sei. Wie weit die Entwicklung tatsächlich zurückreiche, sei nicht festzustellen. Die Produktentwicklung sei schon seit Anfang des Jahres in Gang. „Zunächst gab es eine interne Verkostung, mit deren Ergebnissen die Rezepturen weiter verfeinert wurden“, sagt Produktentwicklerin Carmen Geiger. Gelbwurst, Lyoner und eine „deutschlandtaugliche“ Weißwurst stünden in der Warteschleife. „Deutschlandtauglich heißt, dass in der Lechtaler-Weißwurst mehr Kalbfleisch-Anteile enthalten sind und keine Schwarte“, erklärt Herfurt. Die Rohstoffe stammen zwar nicht nur aus Bayern, aber ausschließlich aus Deutschland. Produziert wird die Marke ausnahmslos in Landsberg. Investiert wurde zu diesem Zweck in zwei neue Verpackungseinheiten.

Seit November gehört der Landsberger Produktionsbetrieb zur „Zur Mühlen Gruppe“ und beschäftigt bis zu 150 Mitarbeiter, je nach Saison. Im vergangenen Jahr wurden am Standort rund 110000 Tonnen Wurstprodukte hergestellt.

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