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08.09.2009

Einst eine Stadt der privaten Brauereien

Landsberg (wu) - Landsberg - eine Stadt der Brauer. Einst gehörte zu jeder Gaststätte eine eigene Brauerei. Die Namen der Wirtshäuser Zederbräu, Pfletschbräu oder Schafbräu erinnerten noch lange Jahre daran. Doch die letzte Brauerei, die Waitzingerbrauerei, schloss im Jahr 1977 ihre Pforten. Mittlerweile stehen auf dem ehemaligen Firmengelände Wohnblöcke. Die Brauereien haben aber Spuren hinterlassen, die meist unter der Erde zu finden sind: die Bierkeller. Sie können am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden (siehe Infokasten).

Der derzeit wohl bekannteste ehemalige Bierkeller beherbergt die Diskothek "Moritz". Dort wo einst riesige Bierfässer lagerten, wird heute ausgelassen getanzt und gefeiert. Nur noch das Bräustüberl darüber und der Name der gerade im Umbau befindlichen Festwiese erinnern an die Waitzingerbrauerei aus Miesbach, die sich 1907 in Landsberg ansiedelte. Ihre Geburtsstunde war der Kauf, die Zusammenlegung und Schließung des Schaf-, Zeder- und Kristeinerbräus, schreibt Stefan Pupeter im jüngsten Jahrgang der Landsberger Geschichtsblätter.

Fast 70 Jahre zuvor war in den Lechschotterhängen in der Sandauer Vorstadt der Schafbräukeller errichtet worden. Er diente als Lager- und Sommerkeller der gleichnamigen Gastwirtschaft im Hinteranger. Als die Waitzingerbräu AG 1907 den Schafbräu und das Zederbräu kaufte, wurde nur noch in der 1898 neu gebauten Brauerei beim Schafbräukeller Bier gebraut. Ein Jahr später wurde der in direkter Nachbarschaft gelegene Kristeinerkeller, weitere zwei Jahre später der Klookeller erworben. Mit dem Pfletschbräu an der Alten Bergstraße ging 1917 die letzte private Landsberger Brauerei in den Besitz der Waitzingerbrauerei über.

Bis in die 60er Jahre schritt die Modernisierung der Brauerei an der Augsburger Straße voran. 1953 hatte das letzte Pferdegespann ausgedient, die Stallungen, die sich im Hinterhof des Schafbräus befanden, wurden aufgelöst. Noch 1958 erweiterte die Brauerei den Zederbräusaal und modernisierte das Bräustüberl, schreibt Stefan Pupeter.

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Als Bierdepot genutzt

1977 wird die Brauerei geschlossen. Das Erdgeschoss der Mälzerei und das neue Kesselhaus nutzt die Brauerei Paulaner als Bierdepot. Fünf Jahre später wird der Kristeinerkeller verkauft und abgebrochen. Später baut dort die AOK ihr neues Verwaltungsgebäude. Bis ins Jahr 1990 werden die Brauereigebäude abgebrochen und damit Platz für die Wohnblöcke geschaffen.

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