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Zederpassage

28.04.2018

Fünf Künstler und ihre Gäste

Fabian Husel (mit weißem Hut) ist mit seinen Bildern einer der beiden Gastaussteller der aktuellen Ausstellung des RBK in der Zederpassage.
Bild: Romi Löbhard

Steffi Curland und Fabian Husel zeigen ihre Werke beim Regionalverband Oberbayern West

Auf der Suche nach neuen Ausstellungsräumen entdeckten Mitglieder des Regionalverbandes Bildender Künstler Oberbayern West (RBK) vor einiger Zeit die Landsberger Zederpassage. Mittlerweile haben in den im Innenhof platzierten ehemaligen Kiosken mehrere Kunstausstellungen stattgefunden. Aktuell haben fünf RBK-Mitglieder und zwei Gäste die Räume erneut bestückt.

Und das ganz unterschiedlich: So löst Renate Schmidt mit ihren Darstellungen einer in Südamerika von schweren Maschinen aufgerissenen, geplagten Erde beim Betrachter unangenehme Empfindungen aus. Bei den Wasser- und Wellenbildern von Angelika Böhm-Silberhorn hingegen wird ein Gefühl von sommerlicher Freiheit und Unbekümmertheit spürbar. Bert Praxenthaler hat von Reisen nach Afghanistan Fotografien von zerstörten Buddha-Gesichtern und Stiefelabdrücken an den Wänden von buddhistischen Sakralräumen mitgebracht. Im Raum von Franz Hämmerle imponieren vor allem die aus unterschiedlichen Hölzern fein und akribisch herausgearbeiteten, überlebensgroßen Skulpturen. Kühle verbreitet die vornehmlich in Schwarz-Weiß gehaltene, an ebenso kühlen weißen Fliesenwänden gehängte Malerei von Gisela Detzer. Venedig, morbide Schönheit an der Adria, regte die Künstlerin zu dieser Serie an.

Im ersten Raum gleich nach dem Durchgang stellen mit Steffi Curland und Fabian Husel zwei Gäste aus. Beide sind in den IWL-Werkstätten beschäftigt, Husel in der Schreinerei, Curland im Montagebereich. Beide haben sich in Kursen von Kunsttherapeutin Cathrine Hölzel (weiter)entwickelt.

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Steffi Curland ist 1963 geboren und in Weilheim aufgewachsen. Seit 1983 wird sie von der Lebenshilfe betreut, seit 1986 lebt sie im Wohnheim II der Landsberger Einrichtung. Im Kunsttherapiekurs der IWL sei ihr besonderes Talent, in banalen Gegenständen wie Schwemmholz Formen und Figuren zu erkennen, entdeckt worden, erzählt Wohnheim II-Leiterin Lena Stadler. Mittlerweile werkelt Steffi Curland zu Hause, Hilfe beim schöpferischen Arbeiten benötigt sie nur, wenn es etwas zu kleben beziehungsweise zu befestigen gibt. Die für ihre Skulpturen verwendeten Schwemmhölzer hat sie bei einer Freizeit in Wartaweil gesammelt, oder bei Ausflügen wie ins Graswangtal. Steffi Curland hat überhaupt Freude am haptischen Arbeiten, sie stickt auch und häkelt, fertigt Stoffpuppen.

Fabian Husel kann ebenfalls mehrere künstlerische Betätigungsfelder vorweisen. Am eindrucksvollsten, offensichtlichsten ist seine Malerei. Auf großflächiger Leinwand schwelgt der 30-Jährige in Farben. Leuchtendes Gelb, intensives Blau, strahlendes Grün – generell Grundfarben sind es, die Husel für seine Motive verwendet. Sein Stil gleicht dem französischer Impressionisten. Allerdings verwendet Husel, der bei seiner Familie, aber autark, im eigenen Appartement wohnt, die entsprechenden Farben großzügiger als die bekannten Maler – deren Werke er früher schon mal kopiert hat. Neben religiösen Motiven macht der junge Künstler auch selbst verfasste Gedichte bildlich sichtbar.

Ein weiteres Talent ist die Schauspielerei. Bei Aufführungen der Theatergruppe der Offenen Hilfen war Fabian Husel mehrmals in Hauptrollen zu sehen. Sport ist willkommener Ausgleich, „beim Laufen kommen mir die besten Ideen“, meint der fröhliche junge Mann lachend.

bis Ende Mai werktags von 9 bis 20 Uhr. An den Samstagen sind die Räume von 11 bis 13 Uhr geöffnet und Künstler anwesend. Die Arbeiten von Fabian Husel und Stefanie Curland wandern weiter. Im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee sind sie von 5. bis 25. Juni zu sehen. Danach geht es nach Leeder, wo sie von 2. bis 21. Juli im Rathaus ausgestellt sind. Bisher letzte Station ist während der Kunstnacht am 15. September die Begegnungsstätte Kratzertreff in Landsberg, Hubert-von-Herkomer-Straße 73.

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