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Dießen

07.11.2017

Für den Töpfermarkt soll ein ein Sicherheitskonzept her

Für den Dießener Töpfermarkt soll ein Sicherheitskonzept erstellt werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Experten sollen den Markt Dießen jetzt beraten, wie die Großveranstaltung in den Seeanlagen abgesichert werden kann. Auch andere Events stehen im Fokus.

Terroranschlag, Sturm, Brand – auch für den Dießener Töpfermarkt sind mehrere Katastrophenszenarien vorstellbar. Um gewappnet zu sein, will die Gemeinde Dießen ein Sicherheitskonzept entwickeln lassen. Der Marktgemeinderat hat am Montag bei einer Gegenstimme beschlossen, Gelder für ein derartiges Konzept in den Haushalt 2018 einzustellen. Im Raum steht eine Summe von rund 20000 Euro, die Verwaltung will noch verschiedene Angebote prüfen.

Für das Festival gab es 60 Seiten Konzept

Bei Veranstaltungen, die 1000 und mehr Personen gleichzeitig besuchen, erwarte die Polizei ein Sicherheitskonzept, sagte Verwaltungschef Karl Heinz Springer. „Wir haben beim Töpfermarkt bis zu 50000 Besucher, das heißt, es sind sicherlich 3000 bis 4000 gleichzeitig in den Seeanlagen.“ Wie Springer in der Sitzung erläuterte, dient ein Sicherheitskonzept zum einen dazu, präventiv Gefahrensituationen zu erkennen und vorzubeugen und zum anderen beispielsweise Fluchtwege oder auch Sammelplätze aufzuzeigen, zu denen Verletzte gebracht werden könnten. „Für das Magic Lake Festival war dies ein 60-seitiger Bericht mit Bildern.“ Wichtig sei auch, dass eine Liste von Ansprechpartnern vorhanden sei, wer bei welchem Notfall informiert wird.

Die Verwaltung plädiert dafür, ein Sicherheitskonzept in Auftrag zu geben. Er selbst könne es nicht aufstellen, so Springer. Auch Bürgermeister Herbert Kirsch sprach sich dafür aus. „So lange nichts passiert, braucht’s nichts.“ Er erinnerte jedoch an die Loveparade in Duisburg, bei der 2010 21 Menschen starben, nachdem es an einer Engstelle im Zugangsbereich zu einer Massenpanik gekommen war. In Dießen habe man 50000 Besucher, die sich hier sicher und gut fühlen sollten, sagte der Rathauschef. „Wir sind es den Besuchern und uns schuldig, das zu tun, was nötig ist, um Sicherheit zu gewährleisten.“

Für private Veranstalter dürfen keine anderen Regeln gelten

Es wurden aber auch skeptische Stimmen laut. Johannes Grosser (CSU) wies daraufhin, dass beim Töpfermarkt die Seeanlangen offenblieben und nicht eingezäunt seien. Er hält es für ausreichend, wenn Betonpoller als Hindernisse für terroristische Angriffe mit einem Fahrzeug aufgestellt würden.

Erich Schöpflin (SPD) merkte an, dass sich Feuerwehr und Polizei auch jetzt schon Gedanken über die Sicherheit bei dem großen Markt gemacht hätten und man diese Erkenntnisse zusammenschreiben könne. Er fürchtet, dass ein Sicherheitskonzept auch Folgekosten nach sich zieht.

Schlussendlich setzte sich die Ansicht durch, dass ein derartiges Sicherheitskonzept für den Töpfermarkt notwendig ist. Ein oft genanntes Argument war, dass die Gemeinde nicht von einem privaten Veranstalter wie beim Magic Lake Festival ein Sicherheitskonzept verlangen könne, für eigene Veranstaltungen aber keines erarbeiten lässt. Im Zuge dieser Argumentation ging es aber auch darum, wie mit anderen Veranstaltungen verfahren werden sollte, beispielsweise „Dießen leuchtet“ oder dem Marktsonntag. Beide Veranstaltungen sind vom Gewerbeverband.

Die Gemeinde will eine Informationsveranstaltung zu dem Thema Sicherheitskonzept organisieren, um Veranstalter aufzuklären. Bürgermeister Kirsch riet auch dazu, erst einmal abzuwarten, zu welchen Erkenntnissen die Autoren eines Sicherheitskonzept für den Töpfermarkt kommen. Einige von diesen Feststellungen würden sich auch auf weitere Veranstaltungen in den Dießener Seeanlagen übertragen lassen.

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