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Duswinkel

20.05.2015

Gemeinderat kassiert Anzeige wieder ein

Die Sanierungsarbeiten am Weg unter der Bahnüberführung beim Sportplatz und der anschließende „Rückbau“ des neuen Kiesbelags durch einen Dritten hat jetzt im Greifenberger Gemeinderat für eine erregte Diskussion gesorgt.
Bild: Thorsten Jordan

Bürgermeister ließ Unterführung sanieren. Durchfahrtshöhe wurde niedriger, Unbekannter baggerte tiefer

Der Duswinkel zwischen der Eisenbahnlinie und der Windach südlich von Neugreifenberg ist nur über eine Brücke über die Bahn oder über eine Durchfahrt unter der Bahn in Höhe des Sportplatzes zu erreichen. Arbeiten an der Bahnüberführung und was in Folge daraus geschah, haben am Montagabend im Greifenberger Gemeinderat für erregte Diskussionen gesorgt.

Zuerst ging es um die Brücke, die sanierungsbedürftig ist und nur mit Fahrzeugen bis zu einem Gewicht von 2,8 Tonnen befahren werden darf. Bevor hier teuer renoviert wird, sucht die Gemeinde das Gespräch mit der Bahn, ob ein unbeschrankter Bahnübergang an anderer Stelle möglich ist.

In Sachen Unterführung hat es vor Kurzem schon Bauarbeiten gegeben – um diese ging es in der Sitzung. Dort in dem Auenbereich der Windach bleibt immer wieder Wasser stehen, sodass der Weg für Fußgänger zeitweise unpassierbar ist. Mindestens einmal pro Woche sei er in der Vergangenheit von Bürgern auf dieses Problem angesprochen worden, berichtete Bürgermeister Johann Albrecht. Vor einigen Wochen sei von der Gemeinde dort aufgegraben und die Wasserführung gerichtet worden. Das kaputte Abflussrohr sei ersetzt, an den Gully angeschlossen und der Weg so anplaniert worden, dass das Wasser abfließen könne.

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Das hatte zur Folge, dass die lichte Höhe offensichtlich geringer wurde. In der Sitzung war davon die Rede, dass die Durchfahrt vor den Arbeiten eine Höhe von vier Metern gehabt habe, jetzt aber nur noch 3,80 Meter. Er habe sich aber verschiedentlich mit seinem Bruder, einem Landwirt ausgetauscht, so der Bürgermeister, um sich zu vergewissern, dass große landwirtschaftliche Maschinen nach wie vor durchgefahren werden können.

Wenige Tage nach der Sanierung sei ihm berichtet worden, dass der Feldweg unter der Bahnlinie von Unbekannten ausgebaggert und erneut tiefer gelegt worden war. Bürgermeister Albrecht erstattete deshalb wegen Sachbeschädigung bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt. Schließlich hätten die Sanierungsarbeiten Kosten in Höhe von 3000 Euro verursacht – „die Stunden des Gemeindearbeiters noch gar nicht mit eingerechnet“. Welche Höhen ausreichend sind und welche nicht, darüber wurde im Gemeinderat diskutiert und auch darüber, für wen die Kommune mehr Fürsorge aufzuwenden hat: für die Landwirte, die ihre Grundstücke bewirtschaften müssen oder für Erholung suchende Spaziergänger. Harry Huck betonte mehrfach, dass ein Landwirt mit großer Zugmaschine den Durchgang jetzt nicht mehr passieren könne. Gerade das sei aber notwendig, da der zweite Zugang zu den Flächen zwischen Windach und Bahnlinie, die Duswinkelbrücke, nur noch für 2,8 Tonnen zugelassen ist. Fußgänger, hieß es am Ratstisch, sollten sich eben mit Gummistiefeln ausrüsten, wenn sie da hinter wollten.

Rasso Pittrich kritisierte, dass im Namen der Gemeinde Anzeige erstattet worden sei. Zuerst hätte der Bürgermeister mit den Landwirten sprechen sollen, die den Feldweg nutzen. Pittrich beantragte, die Anzeige zurückzunehmen. Das Gremium stimmte bei drei Gegenstimmen für eine Zurücknahme der Anzeige. Patricia Müller wehrte sich gegen eine Abstimmung. Sie könne nur über eine Sache abstimmen, so Müller, die offen dargelegt wurde, bei der alle Gemeinderatsmitglieder dasselbe Wissen haben. „Aber hier wissen offensichtlich einige mehr als die anderen“, was aber nicht ausgesprochen werde. Patricia Müller verließ protestierend den Raum, wie zuvor schon der ehemalige Gemeinderat Alois Schön, der als Zuschauer teilgenommen hatte.

Der Leiter des Tiefbaus im Landratsamt, Johannes Ried, erläuterte gegenüber dem Landsberger Tagblatt, dass nach der Richtlinie für Anlagen von Landstraßen die lichte Höhe einer Durchfahrt bei einer Höhenbeschränkung von 3,5 Metern mit Bewegungs- und Sicherheitsspielraum vier Meter betragen müsse. Er kann sich aber vorstellen, dass bei einem Feldweg einen Ermessensspielraum gibt und bei einem lichten Raum von 3,80 Metern Höhe trotzdem die Höhenbeschränkung bei 3,5 Metern belassen werden könne.

Grundsätzlich entscheidet laut Ried jedoch der Straßenbaulastträger über die nötigen Maßnahmen an einer Verkehrsverbindung, und folglich, für welchen Verkehr sie ausgelegt sein wird. Einen Anspruch, mit einem bestimmten Fahrzeug passieren zu können, gibt es laut Rieds Ausführungen nicht.

"Kommentar Seite 29

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