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Unterdießen

27.03.2018

Hier geht es um die Sicherheit der Kinder

Die Bushaltestelle in der St.-Gangwolf-Straße in Dornstetten. Dort warten die Schüler auf den Bus.
Bild: Thorsten Jordan

Bei der Bürgerversammlung Unterdießen steht das Baugebiet in Dornstetten im Mittelpunkt. Warum einigen Bürgern der künftige Schulweg zu gefährlich ist.

Noch immer spaltet das geplante Baugebiet in Dornstetten die Bewohner von Unterdießen in zwei Lager. Das wurde bei der Bürgerversammlung deutlich. Zusätzlich zur geplanten zweiten Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs muss sich der Gemeinderat mit einem Antrag aus der Bürgerversammlung befassen. Eine Bürgerin aus Dornstetten möchte sicher gehen, dass die Gemeinde vor der Ausweisung der geplanten 14 Baugrundstücke die Schulwegsicherheit gewährleisten kann.

Es gibt keinen Seitenstreifen

„Die Kinder müssen über die St. Gangwolfstraße zur Bushaltestelle laufen, das ist gefährlich“, mahnte die Frau an. „Es gibt keinen Seitenstreifen, die Kinder müssen den ganzen Weg auf der Fahrbahn laufen.“ Die Problematik sei nicht neu, antwortete Bürgermeister Alexander Enthofer. Allerdings werde die Gemeinde nichts unversucht lassen, eine Verkehrsberuhigung auf der Straße hinzubekommen. „Einen Gehweg können wir nicht bauen, weil uns der Grund neben der Straße nicht gehört“, so Enthofer. Aber über bauliche Möglichkeiten werde nachgedacht. Auch wolle die Gemeinde weitere Versuche unternehmen, eine Tempo-30-Zone für die Straße einzurichten. „Aber man muss sich schon mal fragen, wer denn hier zu schnell fährt? Das sind doch oft die Mütter selbst oder auch Anwohner“, sagte der Bürgermeister und erntete dafür Applaus.

„Ich kann nicht nur an die Vernunft der Leute appellieren. Die Kinder nehmen immer den kürzeren Weg. Deshalb stelle ich den Antrag, bevor die Bebauungspläne weiter vorangetrieben werden, die Schulwegsicherheit zu gewährleisten“, sagte die Bürgerin.

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Was der Landrat zum Naturschutz sagt

Auch an Landrat Thomas Eichinger richtete ein Zuhörer seine Fragen, das Wohngebiet auf der Lech-Terrasse betreffend. Eichinger hatte zuvor betont, der Landkreis beschäftige sich unter anderem intensiv mit Naturschutz. „Wie wollen sie ein so sensibles Wassergebiet schützen?“, wollte ein Zuhörer wissen. Wie sollen Häuser gebaut werden, wenn vom Vorhaben, einen Brunnen auf einem Grundstück in der unmittelbaren Nähe zu bohren, auf Anraten von Fachleuten abgesehen wurde? „Für die Ausweisung von Baugebieten sind die Gemeinden zuständig, da kann und wird sich der Landkreis nicht einmischen“, sagte Eichinger. Sehr wohl habe man ein Auge darauf, dass alle rechtlich relevanten Punkte eingehalten würden. „Wir sind ein Zuzugs-Landkreis und der Wohnungsmarkt wird immer teurer“, sagte der Landrat, „da verstehe ich, dass eine Gemeinde einem gewissen Zuzug Rechnung tragen will.“

Sorgen um die Existenz

Große Sorgen um ihre Existenz macht sich eine Familie, die in Dornstetten eine Fischzucht betreibt. Sie fürchtet, dass die Bebauung der Lech-Terrasse massive Auswirkungen auf die vielen Quellen in diesem Areal haben, die die Fischteiche mit Wasser versorgen. Seit einem Jahr warte die Familie auf ein von der Gemeinde versprochenes Gutachten, in dem die Auswirkungen des Baugebietes auf die Fischzucht erläutert würden und auch auf einen versprochenen Ortstermin mit dem Gemeinderat. „Wir haben eine Vielzahl von Gutachten gemacht, die sie alle im Rahmen der öffentlichen Auslegung unter die Lupe nehmen können“, sagte Enthofer und versprach, mit seinem Gemeinderat während der vierwöchigen Auslegungsphase die Fischzucht zu besichtigen.

„Sind nicht alle Zugereiste“

Auch der Wortführer der Bürgerinitiative Dornstetten, Gerald Büchelmaier, meldete sich zu Wort. „Es ist nicht richtig, dass wir Einheimischen Baurecht verwehren wollen und es ist auch nicht richtig, dass wir alle Zugereiste sind“, begann er seine Ausführungen. Allerdings bedauere es die Initiative, dass der Gemeinderat einen Runden Tisch, der bei der Bürgerversammlung vor einem Jahr angeregt worden war, im Gemeinderat gegen die Stimmen von Bürgermeister Enthofer und Gemeinderat Egon Eibl abgelehnt habe. „Wie kann es sein, dass sie zuerst kundtun, das Gespräch bringe nichts und dann doch für einen Runden Tisch stimmen?“, richtete Büchelmaier seine Frage an Enthofer. „Weil ich offen und gesprächsbereit bin und mich nicht verschließen möchte“, sagte der.

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