Und wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Dieser legendäre Satz des ebenso legendären Quiz- und Showmasters Hans-Joachim Kuhlenkampf beschreibt treffend die Situation in der Lachener Straße in Dießen. Dort, wo eigentlich per Gemeinderatsbeschluss längst Schutzstreifen auf der Fahrbahn den Radfahrern mehr Aufmerksamkeit und vielleicht auch mehr Sicherheit verschaffen sollten, ist immer noch keine Linie zu sehen. Die Situation scheint festgefahren.
Die Gemeinde möchte Schutzstreifen für ihre Radler, aber ohne Halteverbot für ihre Autofahrer. Der Bundesverkehrsminister möchte den Schutz auf Streifen dieser Art noch einmal erhöhen und dort keine parkenden Autos sehen. Das Landratsamt und die Regierung, die die Markierungen eigentlich aufbringen sollten, sehen das wohl ähnlich und warten vermutlich auf den Bundestag, der den Wunsch des Ministers aus Bayern Ende des Monats zum Gesetz machen soll. Gesetzen ist nun mal auch ein Gemeinderat verpflichtet.
Es ist zu befürchten, dass sich der Beschluss vom Mai, also Radschutzstreifen ohne Halteverbot, nicht halten lassen wird. Die Schulkinder fahren dann wohl weiter sicherheitshalber auf dem dafür zu schmalen Gehsteig zur Schule – was ab dem zwölften Lebensjahr eigentlich verboten ist.
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