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Landkreis Landsberg

09.09.2019

Landkreis Landsberg: Auf in ein neues Schuljahr

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In der Grundschule am Spitalplatz in Landsberg trafen Rektorin Heike Heck (oben links) und Lehrerin Isabella Walbrecker am Montag die letzten Vorbereitungen für den ersten Schultag.
Bild: Julian Leitenstorfer

Zahlen, Daten, Fakten: Am Dienstag beginnt das neue Schuljahr. Wie sieht es in Sachen Lehrermangel im Landkreis Landsberg aus?

Für viele Kinder im Landkreis ist der Dienstag etwas Besonderes. Denn sie gehen das erste Mal in die Schule. Das Landsberger Tagblatt hat bei den Schulen nachgefragt, wie die Situation zum Schulanfang ist. Wie viele Schüler gibt es? Schlägt sich der Lehrermangel auch im Landkreis Landsberg nieder?

Für die Grund- und Mittelschulen im Landkreis ist Monika Zintel, Schulamtsdirektorin am staatlichen Schulamt, zuständig und sie berichtet von steigenden Schülerzahlen. Lehrer gebe es ausreichend. Auch an den Realschulen und Gymnasien im Landkreis mangelt es nicht an Lehrern, wie das LT nachgefragt hat. Die Schülerzahlen der weiterführenden Schulen bleiben stabil.

1107 Erstklässler sind es heuer im Landkreis – einer mehr als im Vorjahr. Insgesamt besuchen dieses Schuljahr 4399 Schüler eine Grundschule im Landkreis, 59 Kinder mehr als im Vorjahr, wie aus den Zahlen des Schulamtes hervorgeht. Von den 267 Kindern, die zwischen 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, lassen sich 54 Prozent ein Jahr später einschulen. Das ermöglicht die neue Korridorlösung des Kultusministeriums.

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Schulamt: Bei uns gibt‘s keinen Lehrermangel

Die Mittelschulen im Landkreis entwickeln sich ähnlich. Dort sind mit 1797 Schülern 33 mehr als noch im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Im Ganzen sind es an den Grundschulen 203 und an den Mittelschulen 87 Klassen, mit einer durchschnittlichen Klassenstärke von jeweils 21,7 und 20,7 Schülern. Im Vorjahr waren es an den Grundschulen 204 und an den Mittelschulen 84 Klassen, mit einer mittleren Klassenstärke von jeweils 21,2 und 21,0 Kindern und Jugendlichen.

Positiv ist auch die Lehrkräftesituation im Landkreis - entgegen dem landesweiten Trend: „Insgesamt haben wir eine gute Lehrerversorgung“, erzählt Monika Zintel. Dabei helfe auch, dass das Schulamt auf Quereinsteiger – das sind Realschul- und Gymnasiallehrer, die sich für die Grund- oder Mittelschule weiter qualifizieren – zurückgreifen könne. Somit hätten alle Klassen eine Klassenleitung. Der Pflichtunterricht und weitere Angebote, wie beispielsweise Arbeitsgemeinschaften und Stunden für besondere Förderung, sind laut Zintel abgedeckt. Außerdem sei die vom Kultusministerium geforderte Zahl an mobilen Reservestunden für Vertretungen bei Schwangerschaft, Krankheit und Fortbildungen um etwa 20 Prozent übererfüllt.

Wo es überall neue Schulleiter gibt

Einen Schulleiterwechsel gibt es im Landkreis an vier Schulen: In der Grundschule Denklingen übernimmt Ute Eckebrecht-Worbs die Leitung. Barbara Döppl bekommt den Posten der Rektorin an der Grundschule Finning. Die Grundschule an der Platanenstraße in Landsberg leitet jetzt Elke Arle und die neue Rektorin der Grundschule Erpfting ist Sandra Fuchs.

Inklusion ist auch in diesem Schuljahr ein wichtiges Thema. Im Landkreis Landsberg gibt es eine Inklusionsberatungsstelle, die laut Monika Zintel gerne in Anspruch genommen wird. Dazu haben die Grund- und Mittelschule Weil und die Mittelschule Dießen das Schulprofil Inklusion. Außerdem gebe es im Landkreis einige Schulbegleiter, die jeweils einen Schüler im Unterricht begleiten.

Einige Schulen setzen auf Inklusion

Eine weitere Herausforderung, so Monika Zintel, sei die Digitalisierung. Die Schüler sollten bestmöglich auf die digitale Berufswelt vorbereitet werden. „Jede Schule hat mittlerweile ein abgestimmtes Medienkonzept entwickelt“, sagt die Schulamtsdirektorin. In diesem Medienkonzept würden die Inhalte zur Digitalisierung, zum Informatikbereich und zu Hard- und Software, die den Schülern vermittelt werden sollen, aufgelistet. Beispielsweise sollten die Schüler ab der siebten Klasse eine Powerpoint-Präsentation erstellen können.

Dazu gebe es im Landkreis einen medienpädagogischen Berater, der die Schulen beim Prozess der Digitalisierung unterstütze. In den Mittelschulen wird dazu Informatik ein neues Pflichtfach. Auch im Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg gibt es ein neues Konzept, um Medienkompetenz zu vermitteln, so Schulleiterin Ursula Triller. Beispielsweise gebe es für die sechsten Klassen das Wahlpflichtfach Tastenschreiben. Außerdem beteiligten sich mehrere Fächer an der Medienerziehung der Schüler.

An der JWR sind dieses Jahr weniger Schüler

Fast alle Realschulen und Gymnasien im Landkreis verzeichnen für das neue Schuljahr nur geringfügige Änderungen in den Schülerzahlen. Insgesamt gibt es im Landkreis etwa 2620 Realschüler und 3140 Gymnasiasten. Nur die Johann-Winklhofer-Realschule (JWR) in Landsberg fällt aus dem Muster: Dieses Jahr, so der neue Schulleiter Herbert Woerlein, besuchen 1010 Kinder und Jugendliche die Schule, 76 weniger als im Vorjahr. Diesen Rückgang könne er im Moment noch nicht erklären, es sei ein „kleines Mysterium“.

Herbert Woerlein übernimmt zum neuen Schuljahr an der JWR den Schulleiterposten des pensionierten Detlef Zimmermann. Er freut sich auf den Schulstart: „Ich warte schon darauf, dass am Dienstag endlich die Schüler kommen.“ Außerdem sei es schön, an eine Schule zu kommen, bei der alles gut laufe und an der ihn Menschen aus allen Richtungen unterstützen. Wie die meisten Schulleiter im Landkreis berichten, gibt es auch an den Gymnasien und Realschulen genügend Lehrer. Herbert Woerlein sagt, dass an der JWR einige langjährigen Aushilfen verbeamtet wurden. Peter Adam, Leiter der Realschule Kaufering, erzählt, dass einige Kollegen Planstellen bekommen haben. Außerdem habe die Schule seit diesem Jahr eine Sozialpädagogin.

Neue Klassenzimmer für die Grundschule an der Pössinger Straße

Keine neue Schulleiterin, aber vorübergehend neue Klassenzimmer bekommen, wie berichtet, die Schüler der Grundschule an der Pössinger Straße, die wegen dringender Sanierungsarbeiten in der ehemaligen Mittelschule am Schloßberg unterrichtet werden. Schulleiterin Heike Heck berichtet, dass sich alle auch seitens der Stadt große Mühe gegeben hätten, damit die Interimslösung für die Grundschüler passt. „Sowohl die Lehrer als auch der Gebäudeservice haben ganz Arbeit geleistet.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Schulanfang: Der Druck wird verlagert

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