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Ammersee

14.07.2018

Neuerscheinung: Ein Krimi mit viel Ammersee-Atmosphäre

"Bürgermeister Hirsch geht baden" von Thea Fischer ist eine schöne Sommerlektüre, die am Ammersee spielt.
Bild: aufbau verlag

Thea Fischers Ammersee-Roman erzählt spannend und mit viel Humor von einem Bürgermeister, der baden geht. Eine heitere Sommerlektüre.

„Bürgermeister Hirsch geht baden“. Wer denkt bei einem solchen Krimi-Titel nicht gleich an die Marktgemeinde am südwestlichen Ende des Ammersees mit einem Bürgermeister, dessen Familienname sich nur in einem Buchstaben unterscheidet? Aber keine Sorge: Das Buch von Thea Fischer, das jüngst im Aufbau-Verlag erschienen ist, ist kein Enthüllungsroman.

Eine Lokalredakteurin und ein Bürgermeister sind die Hauptpersonen

Thea Fischer hat vielmehr eine ebenso satirische wie spannende Geschichte geschrieben – und die speist sich aus vielen Ereignissen und Episoden der vergangenen Jahre am Ammersee. Darüber hat die Autorin offenbar profunde Kenntnisse: Sie lebt mit ihrer Familie am Ammersee und arbeitet in einigen Lokalredaktionen, verrät der Klappentext.

Und eine Lokalredakteurin ist neben dem besagten Bürgermeister Theobald Hirsch auch die zweite Hauptperson des Ammersee-Krimis. Petra Rosenberger vom Seekurier. Eine nicht mehr ganz junge, vom Leben etwas desillusionierte Journalistin, die aus der Großstadt aufs Land gekommen ist, um sich besser um ihre alte Mutter kümmern zu können. Der Roman beginnt damit, dass sich vor Petra Rosenberger im August das Sommerloch auftut. Hier nehmen zwei parallele Handlungsstränge ihren Ausgang. In der August-Hitze kommt das öffentliche Leben zum Erliegen, da muss die Reporterin kreativ werden, um die Zeitungsseiten zu füllen. „Erfolgreicher Liebesflug der Bekassine“ lautet da eine Schlagzeile, aber mehr Spannung verspricht ein alter Vermisstenfall, den Rosenberger hervorkramt: Vor vielen Jahren verschwand Adi Schmidt spurlos von der Bildfläche.

Neuerscheinung: Ein Krimi mit viel Ammersee-Atmosphäre

Der Theo, der Adi und der Sepp

Bürgermeister Theobald Hirsch dreht derweil ein ganz großes Ding: Mit heißem Wasser aus den Tiefen der Ammerseelandschaft soll eine Therme gebaut werden. Doch das Vorhaben steht unter keinem guten Stern. Am Ende ist der ehrgeizige Bürgermeister geliefert und sieht im Leichenhaus seiner Beerdigung entgegen. Und natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Theobald Hirsch und Adi Schmidt und dem Bledschneider Sepp, einem verschrobenen Öko-Aktivisten.

Besonderen Spaß macht die Lektüre vor allem dann, wenn die Autorin mit viel Lokalkolorit das kleinstädtische und ländliche Leben schildert, etwa den Libellenclub, dessen Mitglieder ihre geschäftlichen Interessen hinter Wohltätigkeit tarnen, wenn Thea Fischer erzählt, wie man in der Kommunalpolitik Mehrheiten organisiert, mit welchen Kniffen man auch dann zu einem Baurecht für einen Wellnesstempel kommt, wo es eigentlich nicht geht. Und das ist alles mit viel Humor gewürzt, vor allem, wenn die Autorin die gesellschaftlichen Verhältnisse mit feinem Strich nachzeichnet.

Aus vielen Puzzleteilen

„Bürgermeister Hirsch geht baden“ ist eine perfekte Sommerferien-Lektüre. Leicht zu lesen, pointiert geschrieben, mit satirischem Biss und viel Inhalt, der aus vielen kleinen Puzzleteilen des Geschehens am Ammersee-Westufer inspiriert und entwickelt wurde. Auf eine Fortsetzung würden wir uns freuen.

Buch Thea Fischer: Bürgermeister Hirsch geht baden. Kriminalroman, 286 Seiten, erschienen im Aufbau-Verlag, 9,95 Euro ISBN 978-3-7466-3390-9.

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