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Denklingen

20.12.2018

Neues Bürgerheim: „Mit zehn Millionen ist das nicht zu machen.“

Die Visualisierung zeigt den Saal des neuen Bürger- und Vereinsheims in Denklingen.  
Bild: Ingenieurbüro Michael Riedle (Grafik)

Über 13 Millionen Euro wird das neue Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen wohl kosten. Der Gemeinderat hatte sich eine Obergrenze auferlegt. Warum die nicht einzuhalten ist.

13,4 Millionen Euro soll das Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen nach dem neuesten Stand der Planungen kosten. Vor ungewöhnlich vielen Zuhörern, darunter auch Michael Kießling, ehemals Bürgermeister in Denklingen, jetzt Bundestagsabgeordneter, gab sein Nachfolger Andreas Braunegger diese Zahl in der Gemeinderatssitzung bekannt. Darin nicht enthalten sind die Kosten für das Grundstück, auf dem das Zentrum errichtet werden soll. 1,5 Millionen waren dafür bereits 2017 in den Haushalt der Gemeinde eingestellt worden.

Mit der neuen Kostenkalkulation, die laut Braunegger zum Teil bereits auf konkreten Angeboten einzelner Gewerke basiere, ist die vom Gemeinderat noch unter der Regie Kießlings geforderte Kostendeckelung Makulatur. „Das Bürger- und Vereinezentrum darf nicht mehr als zehn Millionen Euro kosten“, hieß es im Gremium noch im Sommer vergangenen Jahres. Damit war der damals vorgelegte Entwurf mit Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro vom Tisch.

Schlankheitskur für Neubau

Auch Andreas Braunegger stellte die Zehn-Millionen-Euro-Grenze vor wenigen Wochen wieder in den Raum. Bei der Bürgerversammlung in Epfach hatte er gesagt, das Bürger- und Vereinezentrum werde nur etwa halb so teuer wie ursprünglich gedacht. Er hatte es sich gleich bei seinem Amtsantritt im Januar zur Aufgabe gemacht, dem Neubau eine Schlankheitskur zu verpassen, weil für ihn der Fokus in der Gemeinde ganz klar auf pädagogischen Einrichtungen wie Kindergarten oder Schule liege.

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Was Bürgermeister Andreas Braunegger in Epfach gesagt hat: Das Vereinezentrum kostet statt 20 nur noch zehn Millionen Euro


Letztlich hat Andreas Braunegger aber bei seiner Zielsetzung die Rechnung ohne die Fachplaner gemacht. Bauingenieur Michael Riedle sagte in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres: „Was sich in den Kosten entscheidend niederschlägt, ist die Technik für das 95 Meter lange Gebäude.“ Die Lüftungselemente und die regenerative Hackschnitzelheizung nannte Riedle beispielhaft. Auch die Kostensteigerungen am Bau mit bis zu 20 Prozent in den vergangenen Jahren seien ein Grund, warum „so etwas nicht mit zehn Millionen Euro zu machen ist.“

Gastronomie als Herzstück

Herzstück des Mammut-Projektes in Denklingen, darüber sind sich Planer und Gemeinde einig, wird der Gastronomie-Betrieb sein. „Das Ganze steht und fällt mit dem Wirt“, ist Riedle überzeugt. In der Gemeinde hätte man sich auch lieber „die zehn vornedran gewünscht“, sagte Bürgermeister Braunegger in der Sitzung, sprach aber gleichzeitig von „einer sehr guten Planung und Investition in die Zukunft“.

„Das sind rund 5000 Euro pro Bürger, die wir ausgeben“, überschlug Gemeinderätin Anita Gropp und wollte wissen, wie es denn mit der Beteiligung der Vereine am neuen Zentrum aussehe. Schließlich werde das Gebäude in erster Linie für die örtlichen Vereine gebaut, um diesen einen angemessenen Platz für das Vereinsleben zu geben. „Die Vereine werden sich in ihrem möglichen Rahmen an der Miete beteiligen“, sagte Braunegger. Außerdem seien die Räume für die Vereine nur mit dem notwendigsten wie Decke, Fußboden, Technik und Strom ausgerüstet. Um alles andere, vom Wandanstrich bis hin zum Mobiliar, würden sich die Vereine selbst kümmern. Anita Gropp fügte an: „Die Summe ist schmerzhaft, und ich hoffe, es geht mit der Kostensteigerung nicht weiter ins Unendliche.“

Mehrwert für die Gemeinde

Von einem großen Mehrwert, den die Gemeinde für das Geld erhalte, sprach Gemeinderätin Regina Wölfl. „In der alten Planung ist viel Raum völlig verplant worden, beispielsweise durch den Aufzug“, erinnerte sie an die Ur-Entwürfe, die noch einen zweigeschossigen Bau vorgesehen hatten. Im Gemeinderat ist man sich einig, dass das Bürger- und Vereinezentrum samt Gastronomie, wenn diese denn gut angenommen werde, „ein Projekt für ein paar Generationen“ darstelle und für ein intaktes Vereinsleben im Dorf unabdingbar sei.

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