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Landsberg

21.11.2019

Prozess in Landsberg: Mit zwölf ging das Kiffen los

Ein 29-Jähriger muss sich in Landsberg wegen Drogenhandels in 29 Fällen verantworten.
Bild: dpa (Symbolbild)

Plus Ein 29-Jähriger mit langer Drogengeschichte muss sich in Landsberg wegen Drogenhandels in großem Stil verantworten. Doch kann er überhaupt verurteilt werden?

Noch kein Urteil ist im Strafprozess gegen einen 29-jährigen Angeklagten gefallen. Laut Anklage wird ihm der Handel von Betäubungsmitteln in zehn Fällen und der gewerbsmäßige Handel von Rauschmitteln wie Marihuana, Ecstasy, Amphetamin und Kokain in 29 Fällen zur Last gelegt. Muss der Mann überhaupt ins Gefängnis?

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Staatsanwaltschaft und Verteidigung können sich nicht verständigen

Das Landsberger Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Alexander Kessler gab einem Beweisantrag von Verteidiger Marcus Becker statt: Demnach wird ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Dieses soll klären, ob der Mann zum Zeitpunkt der Taten in den Jahren 2017 und 2018 vermindert schuldfähig gewesen ist oder nicht. Gleichzeitig soll das Gutachten Aufschluss darüber geben, ob der Angeklagte möglicherweise in einer Entziehungsanstalt oder in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll. Hierfür sprach sich vor allem die Staatsanwaltschaft aus.

Voraus ging der Entscheidung ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen. Dabei kam jedoch keine Einigung zustande. Der Verteidiger sprach sich zu diesem Zeitpunkt für eine Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren aus, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Der Staatsanwalt plädierte für „über zwei Jahre“, die nicht mehr zur Bewährung ausgesprochen werden könnten: „Vor diesem Hintergrund kann es keine Verständigung mehr geben“, stellte der Vorsitzende Richter bei der Rückkehr von der Beratung fest. Er verband mit dieser Feststellung die Frage an den Verteidiger des Angeklagten, ob er in Sachen verminderte Schuldfähigkeit seines Mandanten einen Beweisantrag stellen werde. Daraufhin formulierte Becker einen entsprechenden Antrag. Das Schöffengericht zeigte sich damit einverstanden.

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Der Mann begann seine "Drogenkarriere" schon früh

Bekannt war inzwischen, dass der 29-jährige Mann eine langjährige „Karriere“ auf dem Drogensektor hinter sich hat. In jungen Jahren, mit zwölf oder 13, habe er mit Marihuana angefangen, wie er sich erinnerte. Deswegen sei er aus zwei Kinderheimen geflogen, eines davon befinde sich im Landkreis Landsberg. Mit zunehmenden Alter habe er nicht nur seinen Drogenkonsum auf 15 bis 20 Gramm pro Woche gesteigert und er habe es nicht nur bei Marihuana „in nicht geringer Menge“ belassen, sondern habe auch „härtere Sachen“ inhaliert. Den Stoff, wegen dessen Handels er vor Gericht stand, habe er von einem Mann erworben, mit dem er über eine Bekannte in Kontakt gekommen war. Der Mann sei mittlerweile zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Zu seinen bevorzugten Absatzgebieten soll eine Spielothek in der Nähe von Landsberg gehört haben.

Der Angeklagte gab zu, die ihm vorgehaltenen Straftaten begangen zu haben. Gegenüber dem Schöffengericht beteuerte er, seither „clean“ zu sein. Die Hauptverhandlung wurde ausgesetzt. Ein neuer Termin wird anberaumt, wenn das Gutachten vorliegt, kündigte Richter Alexander Kessler an.

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