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Landsberg

28.11.2019

Snowdance: Was Festivalleiter Tom Bohn im Interview verrät

Der Regiestuhl für den Hauptplatz: Jakob Dilmann (links) und seine Montagebaufirma haben ihn gebaut. Mit im Bild Festivalleiter Tom Bohn.
Foto: Snowdance Filmfestival

Plus Das Snowdance Film Festival zeigt auch 2020 besondere Filme in Landsberg. Im LT spricht Festivalleiter Tom Bohn über den neuen Schirmherrn und einen Filmproduzenten, den man vor allem als Talkmaster kennt.

Tom Bohn, Snowdance 2020 steht an. Was hat sich das Team diesmal Besonderes einfallen lassen?

Bohn: Das Besondere am Snowdance Festival sind und bleiben die Filme. Dieses Jahr haben wir die Qualität zum Vorjahr noch einmal toppen können. Wir waren schon bei der ersten Sichtung völlig perplex. Das wird ein sehr, sehr guter Jahrgang. Und dann werden wir dieses Jahr ein sogenanntes „Green-Festival“ durchführen, das heißt, wir werden versuchen, so nachhaltig wie möglich zu veranstalten. Kein Plastik mehr, Ökostrom, Umweltpapier für unsere Druckerzeugnisse und ökologische, wiederverwertbare Werbeplanen.

Für die letzte Ausgabe von Snowdance haben Sie einen riesigen Regiestuhl auf dem Hauptplatz angekündigt.

Bohn: Das haben wir leider dann doch nicht geschafft. Aber dieses Mal kommt er. Auf einem 2,50 Meter hohen Podest. Jakob Dilmann und seine Montagebaufirma haben reingeklotzt und ihn gebaut. Das wird ein absoluter Hingucker. Außerdem wird es zum ersten Mal eine kleine Festivalzeitung geben. Jeden Tag eine Ausgabe. Mit Programm, Tipps und Interviews.

Wer wird Schirmherr?

Bohn: Max Tidof. Ein toller Schauspieler und Kollege, der sehr gerne kontroverse Meinungen vertritt. Das wird sicher spannend. Außerdem wird es ein Wiedersehen mit Heiner Lauterbach geben, der wohl endlich wieder Zeit finden wird, am zweiten Festival-Wochenende „nach Hause“ zu kommen. Auf Heiner freuen wir uns natürlich besonders.

Werden Sie wieder mit einer Punk-Band die Besucher Ihres Filmemacher-Balles um Punkt 00.00 Uhr auf die Straße jagen?

Bohn: (lacht) Hey … ein paar Besucher sind noch geblieben und hatten großen Spaß. Aber: Wir lagern das Punk-Rock-Konzert in die Säulenhalle aus. Ab 22.30 Uhr kann man dann als Besucher des „Balls der Filmemacher“ wählen: Punkrock oder Disco-Sound. Und das dann bis um zwei Uhr in der Früh. Das ist doch was, oder?

Verraten Sie schon, welche Prominente sich in Landsberg einfinden werden?

Bohn: Wir haben vor zwei Jahren beschlossen, nicht mehr danach zu gehen, ob ein Besucher unseres Festivals als „prominent“ gilt. Wir freuen uns über jeden Festivalbesucher, den unsere Auswahl interessiert. Dass dies auch bekannte Schauspieler, Regisseure und Produzenten tun, ist natürlich schön.

Der N3 Talker Hubertus Meyer-Burckhardt steht aber schon bei Ihnen auf der Website.

Bohn: Hubertus ist nicht nur Talker, sondern einer der erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands. Ihm und seinem neuen Buch widmen wir einen Abend in der Säulenhalle. Wer Zeit hat, sollte hingehen. Hubertus ist auch „live“ ein Erlebnis.

Das Hofer Filmfestival hat dieses Jahr einige schlechte Kritiken bekommen. Wo steht Snowdance inzwischen national und international? Macht Landsberg Hof inzwischen Konkurrenz?

Bohn: Ach wissen Sie, schlechte Kritiken können auch ein Qualitätsmerkmal sein. Ich selbst schätze das Festival in Hof sehr, freue mich aber, dass wir inzwischen bei manch’ einem Filmemacher in der Branche auch als frische Alternative gesehen werden. Konkurrenz belebt das Geschäft. International sind wir dieses Jahr von FilmFreeway, der größten Festivalplattform weltweit, unter die besten 100 Festivals gewählt worden. Das ist bei über 7000 bei FilmFreeway gelisteten Festivals natürlich ein schönes Kompliment.

Tom Bohn will in den Stadtrat

Beim Interview mit Tom Bohn kam natürlich auch noch eine andere Frage auf. Denn in Landsberg hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Filmemacher im nächsten Jahr für den Stadtrat kandidieren will. Was ist an diesem Gerücht dran?

Tom Bohn: „So Einiges. Ich zähle mich seit vier Jahren zum sozialliberalen Flügel der FDP und habe Lust, mich für die Kultur in Landsberg auch politisch stark zu machen. Aber ob ich antreten darf, entscheidet natürlich die Partei.“ Auf die Frage, ob er mit der Kulturpolitik in Landsberg nicht zufrieden ist, sagt Tom Bohn: „Doch, sehr. Aber ich will auch, dass das so bleibt. In den letzten Wochen sind da ein paar Dinge vorgefallen, die ich nicht gut fand. Da reicht dann auch lautes Diskutieren und Lamentieren nicht. Da muss man nach vorne und mit anpacken. Das verstehe ich unter Demokratie.“

Tom Bohn wurde 1959 in Wuppertal geboren und arbeitete bereits als Fernsehjournalist. Seit 1993 führt Bohn Regie und schreibt Drehbücher für das deutsche Fernsehen – vor allem für die „Lena-Odenthal-Tatort-Reihe“ in der ARD. Aber auch als Independent Filmer war er aktiv und drehte mit Heiner Lauterbach den Mystery-Thriller „RealityXL“ und in Landsberg die schwarze Indie-Komödie „Black Wedding“. Seit 2015 leitet er in Landsberg das Snowdance Independent Filmfestival. Seine Tante ist die Politikerin Gesine Schwan, die für die SPD bereits zweimal für das Amt der Bundespräsidentin kandidierte.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Kultur in Landsberg: Nicht meckern, sondern handeln

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