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Eltern-ABC

17.03.2012

Vergleiche schaden nur

Neuer Vortrag klärt über die Beziehung von Geschwistern auf

Landsberg Wenn ein Baby sich ankündigt, ist das für sein Geschwisterchen nicht immer ein Grund zur Freude. Es hat Angst, von seinem Platz verdrängt zu werden, Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern zu verlieren. Andererseits bieten Geschwister oft die wichtigste und längste Beziehung eines Menschen. Wie Eltern den Weg für eine positive Geschwisterbeziehung ebnen können, schilderte Familientherapeutin Elke Huber beim Vortrag „Brüderchen und Schwesterchen“ des Landsberger Eltern-ABC.

Geschwisterbeziehungen seien meist sehr ambivalent: Auf der einen Seite bestehen tiefe Gefühle der Nähe, auf der anderen Seite bestimmen Eifersucht und Konkurrenz das Verhältnis, sagte Elke Huber. Auf jeden Fall bieten Geschwister eines der wichtigsten Lernfelder der ersten zehn Jahre. Die Kinder lernen zu teilen, sich mit angenehmen und unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen, sich abzugrenzen oder Nähe zu suchen.

Am besten fördern Eltern laut Elke Huber eine positive Geschwisterbeziehung dadurch, dass sie jedes Kind als einzigartig wahrnehmen und offene wie verdeckte Vergleiche zwischen den Geschwistern vermeiden. Kinder versuchten ohnehin, sich zu unterscheiden, indem jedes eine bestimmte Nische einnimmt – zum Beispiel folgt auf ein herziges Mädchen oft ein eher burschikoses.

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Eltern können schon vor der Geburt des Geschwisterchens für ein positives Klima sorgen, sagte die Therapeutin. So sollten Eifersucht und Sehnsucht nach der eigenen Babyzeit ernst genommen und angesprochen werden. Vor allem aber müssten Eltern das Geschwister mit einbeziehen, indem sie betonen, wie wichtig es für das Baby ist. Gemeinsames Basteln von Mobiles oder das gemeinsame Einrichten des Babyzimmers seien wichtige Schritte. Allerdings sollte das Baby nicht als neuer Spielkamerad angepriesen werden, weil sonst Enttäuschungen vorprogrammiert sind.

Klar machen, dass Kinder nicht gleich behandelt werden können

Eltern müsse bewusst sein, dass ein gewisses Maß an Eifersucht, Wut und Konflikten zwischen Geschwistern normal ist – gerade, wenn der Altersunterschied gering ausfällt. Liegen drei oder fünf Jahre zwischen den Kindern, gebe es meist weniger Konflikte. Väter und Mütter sollten sich aber auch klar machen, dass sie ihre Kinder nicht gleich behandeln können. Wichtig sei es vielmehr, sie individuell zu betrachten – und gerade bei nah aufeinanderfolgenden Geschwistern den Altersunterschied dadurch deutlich zu machen, dass das Größere schon mehr darf, aber auch kleine Aufgaben übernimmt. (lt)

Termin Das Landsberger Eltern-ABC bietet den Vortrag „Brüderchen und Schwesterchen“ noch einmal am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr in der SOS-Entwicklungsdiagnostischen Beratungsstelle in der Spöttinger Straße an.

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