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Landsberg

23.11.2018

Vor Gericht wird die Tauffeier richtig teuer

Für einen jungen Mann aus dem Landkreis Landsberg wird die Tauffeier für seinen Sohn richtig teuer.
Bild: Martina Diemand (Symbolbild)

Ein junger Vater bezahlt nach der Tauffeier für seinen Sohn die Zeche nicht. Vor dem Amtsgericht Landsberg muss er sich auch noch wegen einer anderen Angelegenheit verantworten.

Mit fast 20 Gästen feierte ein junger Mann im Februar dieses Jahres die Taufe seines Sohnes – die Gaststätte ließ er jedoch über Gebühr lange auf ihr Geld warten. So flatterten dem 20-Jährigen zwei Zahlungserinnerungen ins Haus. Die Rechnung in Höhe von 655,20 Euro bezahlte er jedoch nicht. Deswegen wurde die Geschichte für ihn jetzt richtig teuer: Sie ging vor das Landsberger Amtsgericht und kostet den Mann neben der Rechnung weitere 2000 Euro. Richter Alexander Kessler brummte dem 20-Jährigen, der nach dem Erwachsenen-Strafrecht verurteilt wurde, 50 Tagessätze zu je 40 Euro auf.

Eigentlich hatte der Gastgeber gehofft, dass die Verwandten mitzahlen

Vor Gericht sagte der Beschuldigte, dass er die Feier zeitgerecht begleichen wollte, aber damals dazu nicht in der Lage gewesen sei. Denn er befinde sich in der Gründungsphase eines eigenen Betriebs. So habe er darauf gesetzt, dass ihm vonseiten der Verwandtschaft das Geld vorgestreckt werde. Dieser Plan habe sich allerdings zerschlagen.

Doch wann hat die Gaststätte im Nachbarlandkreis die ausstehende Summe von 655 Euro nun tatsächlich auf ihrem Bankkonto gesehen? Das Geld soll, so der junge Vater, zwischen dem 22. Mai und dem 2. Juli geflossen sein. Ganz konkret nennen konnte er das Datum nicht: „Ich hoffe, dass gerade Sie als angehender Unternehmer aus der Sache gelernt haben“, meinte Richter Kessler. „Und erkannt haben, wie wichtig es ist, dass in Anspruch genommene Leistungen nicht irgendwann bezahlt werden können.“ Ansonsten könne es passieren, dass die eine oder andere Firma deswegen kaputtgehe.

Der junge Unternehmer muss sich auch wegen eines Verkehrsdelikts verantworten

Einbezogen in das Urteil wurde übrigens ein weiteres Delikt: Demnach soll der Angeklagte am 19. August mit einem Lkw mit Anhänger aus einer Gemeinde im Raum Ammersee in die Umgebung von Freising gefahren sein, um dort Anbaugeräte abzuholen. Bei einer Verkehrskontrolle, so die Anklage, habe sich herausgestellt, dass dem Mann für dieses Fahrzeug wegen der Überschreitung des Gewichts der erforderliche Führerschein fehle.

In der Anklage wurde dieses Vergehen zunächst als „vorsätzlich“ gewertet. Als der Mann darauf hinwies, dass er das nicht gewusst habe, wurde diese Tat schließlich als „fahrlässiges Fahren ohne Führerschein“ behandelt. Staatsanwältin Julia Ehlert plädierte bei dem geständigen Angeklagten auf 60 Tagessätze in der gleichen Höhe. Rechtsanwalt Tobias Reinhold – er verteidigte den Mann – sprach sich für 40 Tagessätze zu je 40 Euro aus. Man traf sich also beim Strafmaß in der Mitte. Das Urteil hat bereits Rechtskraft. Denn die Staatsanwältin und der Verteidiger waren damit einverstanden. (eh)

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