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Schwifting

26.02.2020

Wahl in Schwifting: Wie geht es mit der alten Hofstelle weiter?

Angedacht ist, auf der Hofstelle im Herzen Schwiftings ein Mehrgenerationenhaus zu errichten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In Schwifting wollen Heike Schappele und Alexander Dürr den Rathauschef beerben, der nach einer Amtszeit aufhört. Quereinsteiger stehen bei der Bürgergemeinschaft hoch im Kurs.

Die Bürgergemeinschaft Schwifting ist immer für eine Überraschung gut. Die Erfahrung musste Gemeinderat Alexander Dürr machen. Obwohl er bereits über Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügt, entschied sich die Bürgergemeinschaft bei der Aufstellungsversammlung für die Quereinsteigerin Heike Schappele. Sie setzte sich mit 111 zu 79 Stimmen durch. Dabei unterstützt Amtsinhaber Georg Kaindl – als Privatperson wie er betont – Alexander Dürr.

Bei Kaindl könnte die Aufstellungsversammlung ein Deja-vu ausgelöst haben. Vor sechs Jahren verweigerte die Bürgergemeinschaft dem damaligen Amtsinhaber Richard Schaller die Gefolgschaft und nominierte mit Kaindl einen politischen Neuling. Seinerzeit war er der jüngste Rathauschef im Landkreis und der einzige Student unter den Bürgermeistern. Dass Kaindl nach nur einer Amtszeit nicht wieder antritt, begründete er im September mit Veränderungen im privaten Umfeld. Anfang Juli hatten ihm seine Eltern den Hof übergeben, Mitte August hatte er seine Friederike geheiratet und zudem wolle er seiner Rolle als Familienvater gerecht werden – er hat einen kleinen Sohn.

Der Bürgermeister wünscht sich Kontinuität

Knapp zwei Monate lang sah es nach der Aufstellungsversammlung so aus, als wäre Heike Schappele die einzige Bewerberin. Doch dann gründeten Ende Januar Georg und Friederike Kaindl die Liste „Gemeinsam für Schwifting“. Diese nominierte Alexander Dürr als Bürgermeisterkandidaten, sodass die Schwiftinger am 15. März nun doch die Wahl zwischen zwei Kandidaten haben. Kaindl begründete diesen Schritt damit, dass es seiner Meinung nach für Neueinsteiger nicht einfach ist, sich in die kommunalpolitischen Strukturen einzuarbeiten. Deshalb setze er auf Alexander Dürr, der das Dorfleben schon seit sechs Jahren erfolgreich mitgestalte, über die entsprechenden Kenntnisse verfüge und hoch motiviert sei. „Was ich mir für unser Dorf wünsche, ist Kontinuität“, sagte Georg Kaindl.

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In Sachen Hofstelle ist noch nichts entschieden

Die Liste hat nur den Zweck, Dürr zu unterstützen, und hat keine Kandidaten für die Wahl des Gemeinderats nominiert. Die zwölf Plätze werden unter den 19 Bewerbern der Bürgergemeinschaft Schwifting vergeben. Ein großes Thema für die neu gewählten Vertreter dürfte die Frage sein, was auf der 2000 Quadratmeter großen Hofstelle im Herzen des Ortes entstehen soll, die die Gemeinde 2017 erworben hat. Es gibt zwar eine Vorplanung, entschieden ist aber noch nichts. Angedacht ist nach aktuellem Stand ein Mehrgenerationenhaus mit zehn bis 14 Wohnungen im Geschosswohnungsbau im Norden des Areals. Im Süden könnten laut den bisherigen Überlegungen Drei- oder Vierspänner entstehen mit Wohnungen für Familien.

Im aktuellen Schwiftinger Haushalt enthalten sind die Planungskosten für die Erweiterung des Baugebiets West II um 24 Plätze. „Der neue Gemeinderat kann sich dann um die Erschließung und die Vergabe der Bauplätze kümmern“, sagt der ausscheidende Bürgermeister Georg Kaindl.

Die Bürgermeisterkandidaten:

Alexander Dürr

Bild: Alexander Dürr
  • Partei/Wählergemeinschaft Gemeinsam für Schwifting
  • Geburtstag 23. Dezember 1992
  • Erlernter Beruf Kaufmann für Versicherungen und Finanzen
  • Ausgeübter Beruf Kaufmann für Versicherungen und Finanzen
  • Familie verlobt
  • Politischer Werdegang seit dem Jahr 2014 im Gemeinderat.
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil Schwifting meine Heimat ist und ich das, was wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben, bewahren und in den kommenden Jahren weiterentwickeln will.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Eine noch offenere Kommunikation und Information über anstehende Themen, Arbeit und Entscheidungen des Gemeinderats. Dies soll print wie auch online monatlich passieren. Der Dorfbäck muss unbedingt erhalten bleiben, vielleicht auch als Solidarinitiative von Schwiftingern.
  • Das dritte Projekt ist unser geplantes Mehrgenerationenhaus. Es soll sowohl den älteren Menschen, die nicht mehr im eigenen Haus bleiben können und wollen, als auch Jüngeren, die daheim ausziehen und im Dorf bleiben wollen, bezahlbares Wohnen bieten.
  • Meine größte Stärke Jedem zuhören, alles bedenken, aber dann auch zeitnah entscheiden.
  • Meine größte Schwäche die Sache mit dem Zuhören: ich verratsche mich schon mal im Dorf.

Heike Schappele

Bild: Thorsten Jordan
  • Partei/Wählergemeinschaft Bürgergemeinschaft Schwifting
  • Geburtstag 6. Februar 1972
  • Erlernter Beruf Rechtsanwaltsfachangestellte
  • Ausgeübter Beruf Rechtsanwaltsfachangestellte
  • Familie verheiratet, zwei erwachsene Söhne
  • Politischer Werdegang bisher keinen politische Funktion.
  • Mich interessiert Kommunalpolitik, weil ich die Chance sehe, Vorhaben und Pläne voranzubringen, Dinge anzustoßen und Gegebenheiten zu optimieren sowie tragfähige und faire Lösungen zu erarbeiten.
  • Wenn ich gewählt werde, will ich mich vor allem um diese drei Dinge kümmern Mein Hauptanliegen ist es, mehr Transparenz für die Bürger zu schaffen, eine bessere Informationspolitik zu betreiben und die Dorfgemeinschaft mehr einzubinden, um Ziele zu verwirklichen, die im Interesse von uns allen liegen. Wichtig ist mir zudem das Ortsbild. Und auch wenn ökologischer Fortschritt unabdingbar ist, sollte sich dieser durch Kreativität und Vorbildcharakter auszeichnen. Auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Einheimische ist mir sehr wichtig.
  • Meine größte Stärke sind meine Leidenschaft und Ausdauer für Tätigkeiten, die ich ausübe und in Angriff nehme.
  • Meine größte Schwäche ist mein Perfektionismus und meine oft daraus resultierende Ungeduld mit mir selbst.
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